
JPMorgan vs. Javice: Streit um Anwaltskosten und bizarre Ausgaben
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Ein ungewöhnlicher Rechtsstreit um Anwaltskosten entbrennt zwischen JPMorgan Chase und der verurteilten Startup-Gründerin Charlie Javice. Im Zentrum der Auseinandersetzung vor dem Delaware Court of Chancery stehen Ausgaben wie Gummibärchen, Eiscreme und Martinis, die JPMorgan als überhöht und unangemessen kritisiert.
Hintergrund des Rechtsstreits
Charlie Javice wurde Anfang des Jahres wegen Betrugs im Zusammenhang mit Frank, einem Finanzhilfe-Startup, zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. JPMorgan Chase hatte Frank im Jahr 2021 für 175 Millionen US-Dollar übernommen. Trotz Javices Verurteilung wurde JPMorgan gerichtlich dazu verpflichtet, die Anwaltskosten ihrer ehemaligen Führungskraft zu übernehmen.
Streit um weitere 18 Millionen US-Dollar
JPMorgan Chase hat bereits rund 60 Millionen US-Dollar an Rechtskosten für Javice beglichen. Nun fordert die Bank einen Richter des Delaware Court of Chancery auf, sie von der Zahlung weiterer 18 Millionen US-Dollar an Ausgaben zu entbinden. Die Bank argumentiert, dass Javice das System der Kostenvorschüsse missbraucht habe, indem sie überhöhte und unangemessene Rechtskosten verursacht habe.
Ungewöhnliche Ausgaben im Fokus
Zu den Ausgaben, die JPMorgan in seiner Klageschrift vor dem Delaware Court hervorgehoben hat, gehören unter anderem Gummibärchen, Eiscreme, Kekse und Martinis. Auch Meeresfrüchte und ein Plastikbecher werden in diesem Zusammenhang genannt. JPMorgan sieht diese Posten als Beleg für die übermäßigen und unzulässigen Kosten an.
Javices Verteidigung weist Vorwürfe zurück
Quinn Emanuel, die Anwaltskanzlei, die Javice in dem Fall in Delaware vertritt, wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. Ein Sprecher der Kanzlei, Eric Herman, erklärte, JPMorgan versuche, sich seiner vertraglichen Verpflichtung zur Zahlung von Javices Anwaltsrechnungen zu entziehen. Herman betonte, die Bank hebe lediglich eine Handvoll Anwaltsausgaben hervor, die nicht von Javice selbst verursacht wurden und von denen die meisten bereits überprüft und bezahlt worden seien oder nicht strittig seien. Javices Anwälte haben bis zum 5. Januar Zeit, auf die Forderungen von JPMorgan zu reagieren.