Junge CEOs und Startups treiben Remote Work voran: NBER-Studie

Junge CEOs und Startups treiben Remote Work voran: NBER-Studie

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Eine aktuelle Studie des National Bureau of Economic Research zeigt, dass die Akzeptanz von Remote Work stark vom Alter der Unternehmen und ihrer Führungskräfte abhängt. Insbesondere jüngere CEOs und neuere Firmen sind deutlich offener für flexible Arbeitsmodelle, was auf eine wachsende Präsenz des Homeoffice in der zukünftigen Arbeitswelt hindeutet.

Die neue Normalität: Remote Work auf dem Vormarsch

Trotz der Rückkehr ins Büro bei Großkonzernen wie Amazon, AT&T und JPMorgan prognostiziert eine neue Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) ein Wachstum von Homeoffice-Modellen. Die Untersuchung, an der Jose Maria Barrero und Nick Bloom beteiligt waren, basiert auf monatlichen Umfragen unter 8.000 US-Bürgern zwischen 20 und 64 Jahren im Jahr 2025. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass zukünftige Generationen von Arbeitnehmern eine größere Flexibilität erwarten können.

Die Studie hebt hervor, dass Mitarbeiter in Unternehmen, die nach 2015 gegründet wurden, häufiger remote arbeiten als in Firmen, die vor 1990 entstanden sind. Dies gilt auch für Unternehmen, die von CEOs unter 30 Jahren geführt werden. Jose Maria Barrero, Finanzprofessor am Autonomous Technological Institute of Mexico, kommentiert, dass der Generationswechsel in Führungspositionen und das Entstehen neuer Unternehmen die Verbreitung von Remote Work-freundlichen Firmen fördern wird.

Generationenwechsel in der Führungsetage

Ein zentrales Ergebnis der NBER-Studie ist der deutliche Zusammenhang zwischen dem Alter der Führungskraft und der Homeoffice-Quote. Im Durchschnitt arbeiten Angestellte 1,4 Tage pro Woche von zu Hause, wenn der CEO unter 30 Jahre alt ist. Bei CEOs, die 60 Jahre oder älter sind, sinkt dieser Wert auf 1,1 Tage pro Woche.

Dies unterstreicht die Bedeutung organisatorischer und managerialer Eigenschaften für die Verbreitung von Remote Work. Barrero betont, dass Arbeitnehmer, denen Flexibilität wichtig ist, diese eher in jungen Firmen mit jungen CEOs finden werden. Auch in etablierten Firmen mit jungen CEOs sind die Chancen höher, obwohl junge CEOs in jungen Firmen häufiger anzutreffen sind.

Warum junge Unternehmen Remote Work bevorzugen

Startups, die weniger als ein Jahrzehnt alt sind, ermöglichen häufiger hybride oder vollständig remote Arbeitsmodelle. Ein Grund dafür ist, dass die notwendige Technologie für solche Arrangements bereits bei ihrer Gründung verfügbar war. Viele Unternehmen, die um 2020 starteten, begannen zudem aufgrund der Pandemie notgedrungen remote zu arbeiten.

Barrero erklärt, dass die Organisationskultur und die Arbeitsabläufe dieser jungen Firmen von Anfang an auf eine Homeoffice-freundliche Welt ausgerichtet sind. Ältere Unternehmen hingegen sehen sich oft mit höheren Kosten konfrontiert, wenn sie langjährige Routinen ändern müssen. Ihre Unternehmenskultur ist häufig um die physische Präsenz im Büro aufgebaut.

Praxisbeispiele: CEOs leben es vor

Max Albert, 29, Gründer und CEO des All-Remote-Startups Adrenaline Interactive, ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Bevor er 2024 sein Ad-Tech-Unternehmen gründete, arbeitete er kurz als Softwareentwickler bei Ford Motor im Büro. Die Pandemie führte ihn dann zu einem flexiblen Remote-Arbeitsmodell, das er beibehalten hat. Albert, der keinen festen Wohnsitz hat und aus Airbnb-Mietobjekten lebt, schätzt die Flexibilität und organisiert vierteljährliche Retreats für sein sechsköpfiges Team, das in verschiedenen US-Bundesstaaten verteilt ist.

Auch Georgia Oliver, 29, Mitbegründerin und CEO der All-Remote-Marketingfirma Paper Planes, kennt die Vorteile. Sie pendelte früher täglich drei Stunden zur Arbeit bei Amazon in New York und empfand dies als Belastung. Heute ermöglicht ihr 12-köpfiges Team, das über die USA, Europa und Asien verteilt ist, eine breitere Kundenbasis und misst den Beitrag der Mitarbeiter an Ergebnissen, nicht an der Anwesenheit am Schreibtisch.

Mehr als nur das Alter: Weitere Faktoren

Die Studie des National Bureau of Economic Research zeigt, dass das Alter von Unternehmen und CEOs nicht die einzigen Faktoren sind, die die Wahrscheinlichkeit von Remote Work beeinflussen. Berufe, die vollständig online ausgeführt werden können – wie in professionellen Dienstleistungen, im Finanzwesen und in der Technologiebranche – sind ebenfalls häufiger remote.

Ein weiterer interessanter Befund ist, dass Selbstständige mehr als doppelt so oft von zu Hause arbeiten wie Angestellte. Barrero weist darauf hin, dass einige Arbeitgeber dennoch eine vollständige Präsenz im Büro verlangen, selbst wenn nur bestimmte Rollen eine physische Anwesenheit erfordern, oft um den Eindruck einer Sonderbehandlung zu vermeiden.

Ausblick: Die Zukunft der Arbeit

Insgesamt belegen die gesammelten Daten, dass das Alter ein signifikanter Faktor ist: Mitarbeiter arbeiten in jüngeren Firmen fast doppelt so oft von zu Hause wie in etablierten Unternehmen. Während die Homeoffice-Raten zwischen 2023 und 2025 nur sehr allmählich zurückgingen, deutet diese neue Studie darauf hin, dass sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren wieder ansteigen könnten.

Dies signalisiert einen langfristigen Trend hin zu mehr Flexibilität und Remote Work, angetrieben durch den Generationswechsel in der Unternehmensführung und die Gründung neuer, digital-nativer Unternehmen.

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