Kalifornien setzt auf private Investoren für Hochgeschwindigkeitszug nach Klagerückzug

Kalifornien setzt auf private Investoren für Hochgeschwindigkeitszug nach Klagerückzug

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Kalifornien hat diese Woche eine Klage gegen die Trump-Administration zurückgezogen, die wegen der Einstellung von 4 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln für das lang verzögerte Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt des Staates eingereicht worden war. Die Entscheidung signalisiert einen strategischen Wandel, da die California High-Speed Rail Authority (CHSRA) nun verstärkt private Investoren und andere Finanzierungsquellen erschließen will. Das Projekt, das ursprünglich San Francisco mit Los Angeles verbinden sollte, wird auf über 100 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Rückzug der Bundesfinanzierung und Klage

Das US-Verkehrsministerium hatte im Juli die Mittel für den Hochgeschwindigkeitszug gestrichen. Die Trump-Administration begründete dies damit, dass die California High-Speed Rail Authority "keinen tragfähigen Plan" zur Fertigstellung eines großen Teils des Projekts im landwirtschaftlich geprägten Central Valley habe. Gouverneur Gavin Newsom, ein Demokrat, bezeichnete die Entscheidung der Bundesregierung damals als "politischen Trick, um Kalifornien zu bestrafen", woraufhin die Behörde umgehend Klage einreichte.

Präsident Donald Trump und Verkehrsminister Sean Duffy hatten das Projekt zuvor als "Zug ins Nirgendwo" kritisiert. Trump äußerte sich im Juli auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social: "Die versprochene Eisenbahn existiert immer noch nicht und wird es auch nie tun. Dieses Projekt war stark überteuert, überreguliert und wurde NIE GELIEFERT." Verkehrsminister Duffy bezeichnete das Projekt im Juli als "Boondoggle" und sprach von "einem Jahrzehnt des Versagens" seitens Kaliforniens.

Gründe für den Rückzug der Klage

Die Behörde erklärte diese Woche, dass sie sich auf andere Finanzierungsquellen konzentrieren werde, um das Projekt abzuschließen. Ein Sprecher der Behörde äußerte in einer Erklärung: "Diese Maßnahme spiegelt die Einschätzung des Staates wider, dass die Bundesregierung kein zuverlässiger, konstruktiver oder vertrauenswürdiger Partner bei der Förderung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Kalifornien ist." Das US-Verkehrsministerium reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Der Rückzug der Klage, der am 23. Dezember 2025 erfolgte, wird von der Bahnbehörde als "neue Gelegenheit" betrachtet. Ein Sprecher fügte hinzu, dass das Vorankommen ohne die Beteiligung der Trump-Administration es der Behörde ermögliche, "bewährte globale Best Practices zu verfolgen, die von modernen Hochgeschwindigkeitsbahnsystemen weltweit erfolgreich angewendet werden." Zudem wurde argumentiert, dass bundesstaatliche Anforderungen die Kosten in die Höhe getrieben und den Bau verlangsamt hätten, ohne einen Mehrwert zu schaffen.

Neue Finanzierungsstrategien

Die Entscheidung, die Klage fallen zu lassen, fällt zusammen mit der Suche der Behörde nach privaten Investoren zur Unterstützung des Hochgeschwindigkeitszuges. Bereits am 19. Dezember wurde eine Aufforderung zur Einreichung von Qualifikationen (Request for Qualifications) veröffentlicht, um private Partner zu gewinnen. Ziel ist es, bis Sommer 2026 private Investoren an Bord zu holen, um den Bau zu beschleunigen und neue Einnahmequellen zu erschließen.

Zusätzlich hat das Projekt kürzlich eine jährliche Finanzierung von 1 Milliarde US-Dollar aus dem staatlichen Cap-and-Trade-Programm bis 2045 gesichert. Diese staatlichen Mittel sollen den Verlust der Bundesfinanzierung abfedern und den Bau des Hochgeschwindigkeitszuges weiter vorantreiben.

Das Cap-and-Trade-Programm

Das Cap-and-Trade-Programm Kaliforniens legt eine sinkende Obergrenze für die gesamten klimaschädlichen Emissionen der größten Umweltverschmutzer im Bundesstaat fest. Unternehmen müssen ihre Emissionen reduzieren, Emissionszertifikate vom Staat oder anderen Unternehmen kaufen oder Projekte finanzieren, die darauf abzielen, ihre Emissionen auszugleichen. Die Einnahmen, die der Staat aus dem Verkauf dieser Zertifikate erzielt, fließen in verschiedene Bereiche:

  • Klimaschutzmaßnahmen
  • Bezahlbaren Wohnraum
  • Verkehrsprojekte
  • Gutschriften für Stromrechnungen der Kalifornier

Kritik und Projektgeschichte

Das kalifornische Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt ist seit seiner Genehmigung durch die Wähler im Jahr 2008 von Verzögerungen und Kostensteigerungen geplagt. Ursprünglich als dreistündige Fahrt von San Francisco nach Los Angeles konzipiert, wurde das Projekt seither verkleinert. Das erste Segment soll nun im Jahr 2033 in Teilen des Central Valley eröffnet werden. Diese Entwicklungen haben immer wieder Kritik von Gegnern hervorgerufen und zu einer verstärkten Prüfung durch Bundesbeamte geführt. Die Behörde betonte jedoch, dass der Verlust der Bundesfinanzierung das Projekt oder den Bau dank der staatlichen Mittel nicht stoppen werde.

Erwähnte Persönlichkeiten