
Kaliforniens Energiekrise: Nationale Sicherheit und hohe Preise im Fokus
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Kaliforniens Energiepolitik steht im Zentrum einer hitzigen Debatte, die von US-Energieminister Chris Wright als Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft wird. Wright kritisiert die Entscheidungen kalifornischer Politiker, darunter Gouverneur Gavin Newsom, die den Bundesstaat zu einer "energiehungrigen Insel" gemacht hätten, indem Öl- und Gasimporte aus Ländern wie dem Irak und Brasilien bezogen würden, obwohl eigene Ressourcen entwickelt werden könnten.
Kaliforniens Energiepolitik im Fokus der nationalen Sicherheit
Präsident Donald Trump äußert sich besorgt über die Energiesicherheit für militärische Operationen in Kalifornien. Wright betonte gegenüber FOX Business' Kelly Saberi, dass Kalifornien ein "Startpunkt" sei, von dem aus US-Vermögenswerte über den Pazifik versorgt werden sollten. Er argumentiert, dass die aktuelle Politik nicht nur Kalifornien, sondern die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten schädige. Wright bezeichnete die hohen Energiepreise im Golden State als "politische Entscheidung" und warf der Führung vor, einen einst energiedominanten Staat zu untergraben. Vor 30 Jahren sei Kalifornien einer der drei größten Ölproduzenten der USA gewesen.
Hohe Energiepreise als "politische Entscheidung"
Die Benzinpreise in Kalifornien sind die höchsten im Land, mit einem Durchschnitt von 5,93 US-Dollar pro Gallone für Normalbenzin am Mittwoch, laut AAA. Auch die Strompreise sind fast doppelt so hoch wie im Rest des Landes. Wright sieht "keinen Grund" für diese steigenden Energiepreise und Regulierungen, angesichts der großen natürlichen Ressourcen des Staates. Er fragte, warum kalifornische Bürger mehr als 50 % höhere Benzinpreise und fast doppelt so hohe Strompreise zahlen sollten. Die Trump-Regierung sei offen für eine Zusammenarbeit mit der kalifornischen Führung, um die Energieproduktion des Staates wiederzubeleben.
Die Rolle der Sable Offshore Corp. und des Defense Production Act
US-Energieminister Chris Wright wies am Freitag ein in Texas ansässiges Öl- und Gasunternehmen an, den Betrieb in den Gewässern vor Südkalifornien wieder aufzunehmen. Er berief sich dabei auf den Defense Production Act (DPA). Die Wiederherstellung der Santa Ynez Einheit und Pipeline der Sable Offshore Corp. vor Santa Barbara zielt darauf ab, Risiken von Versorgungsunterbrechungen zu begegnen. Die Einheit umfasst drei Bohrinseln in Bundesgewässern, Offshore- und Onshore-Pipelines sowie die Las Flores Canyon Processing Facility. Diese Anlage könnte etwa 50.000 Barrel Öl pro Tag produzieren und monatlich fast 1,5 Millionen Barrel ausländisches Rohöl ersetzen.
Wright erklärte, die Anordnung werde Amerikas Ölversorgung stärken und ein für die nationale Sicherheit und Verteidigung wichtiges Pipelinesystem wiederherstellen, um militärischen Einrichtungen an der Westküste die für die Einsatzbereitschaft kritische zuverlässige Energie zu sichern. Präsident Donald Trump hatte am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit eine Anordnung unterzeichnet, die das Verbot der früheren Regierung Biden für zukünftige Offshore-Ölbohrungen an der Ost- und Westküste aufhob.
Kaliforniens Widerstand und rechtliche Auseinandersetzungen
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom verurteilte die Anordnung von Energieminister Wright scharf. Er bezeichnete sie als Versuch, eine Pipeline illegal wieder in Betrieb zu nehmen, deren Betreiber mit strafrechtlichen Anklagen konfrontiert sind und durch mehrere Gerichtsbeschlüsse an der Wiederaufnahme gehindert werden. Newsom erklärte, Kalifornien werde nicht tatenlos zusehen, während die Trump-Regierung versuche, die Küstengemeinden, die Umwelt und die 51 Milliarden US-Dollar schwere Küstenwirtschaft zu opfern.
Newsoms Büro äußerte sich ablehnend gegenüber Wrights Plänen und bezeichnete ihn in einer Stellungnahme an FOX Business als "vom Steuerzahler finanzierten Lobbyisten für fossile Brennstoffe", der Amerika "ins Steinzeitalter zurückziehen" wolle. Im Januar hatte Kalifornien die Bundesregierung wegen der Genehmigung der Pläne von Sable Offshore zur Wiederinbetriebnahme der Pipelines entlang der Küste verklagt. Der demokratische Generalstaatsanwalt Rob Bonta betonte damals, dass der Staat die Pipelines durch die Countys Santa Barbara und Kern beaufsichtige und die Bundesregierung "kein Recht habe, Kaliforniens Regulierungsbefugnis zu usurpieren".
Lobbyismus und politische Einflussnahme
Die Entscheidung des Energieministeriums, die Wiederaufnahme des umstrittenen Offshore-Bohrprojekts an der kalifornischen Küste anzuordnen, scheint das Ergebnis einer jahrelangen Einflusskampagne zu sein. Diese wurde von Golfer Phil Mickelson und einigen seiner Ölinvestoren-Freunde gestartet, die die Trump-Regierung ins Visier nahmen. Wrights Anordnung erfolgte, nachdem Präsident Trump den Defense Production Act zur Steigerung der Ölproduktion aktiviert hatte, was mit dem Konflikt mit dem Iran und der Schließung der Straße von Hormus in Verbindung gebracht wurde. Experten bezweifeln jedoch, dass Trumps Vorstoß die hohen Gaspreise senken wird. Wright selbst sagte am Sonntag, es gebe "keine Garantien", dass die Ölpreise bald fallen würden.
Berichten zufolge hatte Trump 2024 versprochen, Ölexekutiven im Gegenzug für ihre Unterstützung bei seiner Präsidentschaftskandidatur praktisch alles zu geben, was sie wollen. Die Lobbyarbeit für das Sable Offshore-Projekt geht den Iran-Konflikten voraus. Hunterbrook Media berichtete über eine Gruppenchat-Diskussion von Sable Offshore-Investoren, darunter Mickelson, über Pläne zur Steigerung des Aktienkurses des Unternehmens und zur Gewinnung von Trump-Administrationsbeamten. In den Nachrichten wurden Verbindungen zur Trump-Regierung und Möglichkeiten zur Beeinflussung diskutiert, wie etwa eine Golfrunde mit Mickelson und der Vorschlag, den Pazifik in "Ocean America" umzubenennen.