Kaliforniens Milliardärssteuer: Exodus der Superreichen und Haushaltsdefizit?

Kaliforniens Milliardärssteuer: Exodus der Superreichen und Haushaltsdefizit?

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Kalifornien steht vor einer wegweisenden Entscheidung: Eine vorgeschlagene Vermögenssteuer für Milliardäre spaltet den Staat und die Tech-Elite. Während Befürworter auf dringend benötigte Einnahmen für das Gesundheitswesen hoffen, warnen Kritiker vor einem massiven Exodus ultrareicher Einwohner, der das Haushaltsdefizit Kaliforniens weiter verschärfen könnte.

Kaliforniens geplante Vermögenssteuer im Fokus

Der Vorschlag, der von der Service Employees International Union–United Healthcare Workers West (SEIU-UHW) unterstützt wird, sieht eine einmalige Steuer von 5 % auf das Vermögen von kalifornischen Einwohnern vor, deren Nettovermögen 1 Milliarde US-Dollar übersteigt. Diese Maßnahme, die für die landesweite Abstimmung im November in Betracht gezogen wird, hat bereits scharfe Reaktionen hervorgerufen. Die Befürworter argumentieren, die Einnahmen könnten dazu beitragen, Kürzungen der Bundesmittel für das Gesundheitswesen auszugleichen und das staatliche Gesundheitssystem zu stabilisieren.

Die Details des Steuerentwurfs

Die geplante Vermögenssteuer würde eine einmalige Abgabe von 5 % auf das weltweite Vermögen von Personen erheben, die am 1. Januar 2026 in Kalifornien ansässig waren und ein Nettovermögen von über 1 Milliarde US-Dollar besitzen. Laut dem Wall Street Journal würde die Maßnahme Aktien, Kunstwerke, geistiges Eigentum, Unternehmen und andere Wertpapiere besteuern. Immobilien sowie einige Renten- und Pensionskonten wären von der Steuer ausgenommen. Die betroffenen Steuerzahler hätten fünf Jahre Zeit, die Steuer zu entrichten, die im Jahr 2027 fällig würde. Eine Option zur Streckung der Zahlungen über fünf Jahre würde eine zusätzliche jährliche, nicht abzugsfähige Gebühr von 7,5 % des verbleibenden unbezahlten Saldos nach sich ziehen. Schätzungen zufolge wären etwa 255 Milliardäre im Staat betroffen.

Warnungen vor Kapitalflucht und wirtschaftlichen Folgen

Venture-Kapitalist Chamath Palihapitiya, der die Kapitalflucht aus Kalifornien verfolgt, warnt, dass der Vorschlag den Exodus ultrareicher Einwohner beschleunigt. Er schätzt, dass Kalifornien bisher rund 1 Billion US-Dollar an Vermögen verloren hat. Palihapitiya schrieb auf X, dass von ehemals 2 Billionen US-Dollar an Milliardärsvermögen nun 50 % abgewandert seien. Dies führe zum Verlust von Einkommen-, Umsatz- und Grundsteuereinnahmen sowie der Gehälter und Einkommensteuern der Mitarbeiter dieser Personen. Kritiker befürchten, dass die Steuer einen "Chilling Effect" auf die Startup-Kultur des Staates haben und zu erzwungenen Vermögensverkäufen führen könnte, die das Marktgleichgewicht gefährden. Ohne die reichen Steuerzahler, so Palihapitiya, müsste die Mittelschicht die Rechnung begleichen.

Prominente Stimmen und Reaktionen

Die Drohung mit einem Exodus von Gründern und Kapital ist real. Einige der prominentesten Persönlichkeiten des Silicon Valley haben bereits reagiert:

  • Chamath Palihapitiya berichtete auf X, dass er von Personen mit einem kollektiven Nettovermögen von 500 Milliarden US-Dollar wisse, die Kalifornien vor Ende 2025 "fluchtartig verlassen" hätten.
  • Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal, hat mit Thiel Capital ein neues Büro in Miami eröffnet und erwägt, die Verbindungen zum "Golden State" zu kappen.
  • David Sacks und Bill Lee, Mitbegründer von Craft Ventures, haben Büroräume in Texas angemietet und werden von Austin aus arbeiten.
  • Larry Page, Mitbegründer von Google, erwarb kürzlich Immobilien im Wert von 173 Millionen US-Dollar in Miamis Coconut Grove und erwägt ebenfalls, Kalifornien zu verlassen.
  • Die In-N-Out Burger-Besitzerin Lynsi Snyder soll den Staat ebenfalls verlassen haben.
  • Palmer Luckey, Mitbegründer des Verteidigungs-Tech-Startups Anduril, äußerte Bedenken, dass die Steuer Gründer dazu zwingen würde, "riesige Teile unserer Unternehmen zu verkaufen", um die Abgabe zu bezahlen.
  • Milliardärsinvestor Bill Ackman nannte Kalifornien "auf dem Weg zur Selbstzerstörung", sollte die Maßnahme umgesetzt werden. Er warnte vor einer "Enteignung von Privateigentum" und negativen Folgen.
  • Anwalt Alex Spiro warnte Gouverneur Newsom in einem Brief, dass seine milliardenschweren Klienten zu "langwierigen und kostspieligen" Rechtsstreitigkeiten bereit seien.

Argumente der Befürworter

Die Befürworter der Vermögenssteuer weisen die Warnungen vor einer Massenflucht von Milliardären zurück. Suzanne Jimenez, Stabschefin der SEIU-UHW und Sponsorin der Initiative, erklärte, dass Behauptungen über eine steuerbedingte Migration der Ultrareichen oft übertrieben seien. Sie bezeichnete den Vorschlag als "einfach, einmalig, fair und jetzt umsetzbar". Jimenez betonte, dass es nicht radikal, sondern vernünftig sei, von denjenigen, die am meisten von der Wirtschaft profitiert haben, einen größeren Beitrag zu verlangen, insbesondere zur Stabilisierung des Gesundheitswesens. Omar Ocampo, Forscher am linksorientierten Institute for Policy Studies, argumentierte, dass das Vermögen der Milliardäre in den letzten sechs Jahren fast verdreifacht wurde und eine einmalige Vermögenssteuer von 5 % ihre Vermögensakkumulation nur geringfügig einschränken würde, ohne ihren Lebensstil oder ihre Ausgaben wesentlich zu beeinflussen. Die SEIU-UHW geht davon aus, dass die Steuer rund 100 Milliarden US-Dollar einbringen könnte, wovon etwa 90 Cent pro Dollar für das Gesundheitswesen verwendet würden.

Politische Haltung und Ausblick

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat sich gegen die vorgeschlagene Milliardärssteuer ausgesprochen, warnte jedoch gleichzeitig vor Panik. Er betonte, dass die Maßnahme Teil einer breiteren Besorgnis über Einkommens- und Vermögensungleichheit im Land sei. Um sich für die Abstimmung im November zu qualifizieren, müssen die Befürworter der Initiative bis zum 24. Juni rund 875.000 Unterschriften von registrierten Wählern sammeln. Die Debatte über die wirtschaftlichen Auswirkungen und die soziale Gerechtigkeit der Vermögenssteuer wird Kalifornien in den kommenden Monaten weiterhin beschäftigen.

Erwähnte Persönlichkeiten