Kaliforniens Vermögenssteuer: Milliardäre ziehen um, Debatte entbrennt

Kaliforniens Vermögenssteuer: Milliardäre ziehen um, Debatte entbrennt

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Der US-Bundesstaat Kalifornien plant die Einführung einer einmaligen Vermögenssteuer von 5% für Personen mit einem Vermögen von über 1 Milliarde US-Dollar. Dieses Vorhaben soll ein prognostiziertes Haushaltsdefizit in Milliardenhöhe adressieren und löst bereits jetzt heftige Diskussionen sowie konkrete Maßnahmen unter den reichsten Einwohnern des Staates aus. Insbesondere die Google-Mitbegründer Larry Page und Sergey Brin haben bereits Schritte unternommen, um ihre Vermögenswerte aus Kalifornien zu verlagern.

Kaliforniens geplante Vermögenssteuer: Ein Überblick

Kalifornien steht vor der Herausforderung, ein erhebliches staatliches Haushaltsdefizit zu schließen. Als Reaktion darauf wurde ein Vorschlag für eine einmalige Vermögenssteuer unterbreitet. Diese Steuer würde Milliardäre mit einem Vermögen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar betreffen und eine Abgabe von 5% auf ihre Vermögenswerte vorsehen.

Die Maßnahme zielt darauf ab, dringend benötigte Einnahmen zu generieren. Sollte die Volksabstimmung im November erfolgreich sein, würde die Steuer rückwirkend für alle Einwohner Kaliforniens gelten, die am 1. Januar 2026 dort ansässig waren. Diese potenzielle Rückwirkung hat eine Welle der Besorgnis und des Handelns unter den Superreichen ausgelöst.

Google-Gründer ziehen Konsequenzen

Wie Business Insider exklusiv berichtete, haben die Google-Mitbegründer Larry Page und Sergey Brin bereits auf den Vorschlag reagiert. Larry Page verlegte sein diskretes Family Office Ende Dezember aus Kalifornien und gründete es in Delaware neu. Auch andere seiner Unternehmen, darunter ein Vehikel zur Finanzierung der Grippeforschung und eines für seine Flugauto-Projekte, wurden in Delaware eingetragen.

Für diese neuen Entitäten gibt Page Hauptgeschäftsadressen außerhalb Kaliforniens an. Eine weitere Einheit, die sowohl mit Brin als auch mit Page verbunden ist, wurde Ende 2025 aus Kalifornien verlegt. Diese Schritte sind angesichts des rückwirkenden Datums der potenziellen Steuer von entscheidender Bedeutung, um Vermögenswerte vor Jahresende zu verlagern. Brin und Page gehören laut Bloomberg Billionaires Index mit einem kombinierten Nettovermögen von über einer halben Billion US-Dollar zu den reichsten Menschen der Welt.

Unterschiedliche Reaktionen aus dem Silicon Valley

Die Reaktionen auf die geplante Vermögenssteuer sind im Silicon Valley geteilt. Jensen Huang, CEO von Nvidia, äußerte sich überraschend gelassen und erklärte, er sei "völlig einverstanden" mit der Steuer. Er gab keine Anzeichen, dass er plant, das Silicon Valley zu verlassen, selbst wenn dies finanzielle Kosten für ihn bedeuten würde.

Andere Stimmen sind jedoch deutlich pessimistischer. Reid Hoffman, Mitbegründer von LinkedIn, bezeichnete den Vorschlag als "entsetzlich" für die Innovation. Er warnte davor, dass schlecht konzipierte Vermögenssteuern keine verlässlichen Einnahmen generieren, sondern stattdessen Geld und Talente abwandern lassen.

Die Debatte um Innovation und Kapitalabzug

Die Befürchtungen, dass die Steuer Kapital und Innovation vertreiben könnte, werden von mehreren Seiten geäußert. Alex Spiro, ein prominenter Anwalt, der mehrere Milliardäre vertritt, sandte im vergangenen Monat einen Brief an Gouverneur Gavin Newsom. Darin warnte er, dass die Steuer Kapital und Innovation aus Kalifornien vertreiben würde.

Anfang des Monats prognostizierte David Sacks, der KI-Zar des Weißen Hauses, dass Austin San Francisco als amerikanisches Tech-Zentrum überholen würde. Sein Social-Media-Beitrag löste in Tech- und Venture-Kreisen eine rege Diskussion aus, mit Zustimmung von "Anti-Küsten-Kontrariern" und scharfem Widerspruch von Traditionalisten.

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