Kalshi: Neue Strategien gegen Insiderhandel auf boomenden Prediction Markets

Kalshi: Neue Strategien gegen Insiderhandel auf boomenden Prediction Markets

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Prediction Markets erleben einen bemerkenswerten Aufschwung, doch mit dem exponentiellen Wachstum mehren sich auch die Bedenken hinsichtlich potenziellen Insiderhandels. Während einige Plattformen wie Polymarket Insiderhandel als integralen Bestandteil betrachten, der Anreize zur Informationspreisgabe schafft, verfolgt das CFTC-regulierte Kalshi einen dezidiert anderen Ansatz und verstärkt seine Bemühungen zur Marktüberwachung und -durchsetzung erheblich.

Der Aufstieg der Prediction Markets und die Insiderhandelsdebatte

Prediction Markets boomen und ziehen immer größere Handelsvolumina an. Kalshi meldete beispielsweise am Super Bowl Sonntag ein Handelsvolumen von 1 Milliarde US-Dollar, was einem Anstieg von 2.700 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allein auf die Frage, welchen Song Bad Bunny als Eröffnung spielen würde, wurden über 100 Millionen US-Dollar gewettet.

Mit diesem Wachstum gehen jedoch auch wachsende Bedenken einher, dass diese Märkte anfällig für Insiderhandel sein könnten. Shayne Coplan, Gründer von Polymarket, äußerte sich im November gegenüber 60 Minutes und erklärte, dass Insiderhandel für Polymarket ein "Feature, kein Bug" sei, da er einen finanziellen Anreiz schaffe, Informationen an den Markt weiterzugeben.

Kalshis proaktiver Ansatz gegen Insiderhandel

Kalshi, 2018 gegründet, hat sich von Anfang an auf die Einhaltung regulatorischer Standards konzentriert und verbrachte die ersten Jahre damit, die Genehmigung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zu erhalten, bevor das erste Produkt auf den Markt kam. Als CFTC-regulierte Börse verbietet Kalshi bereits Marktmanipulation und Insiderhandel, führt Know-Your-Customer (KYC)- und Anti-Money Laundering (AML)-Prüfungen bei allen Nutzern durch und meldet täglich alle Trades an die Aufsichtsbehörden.

Das Unternehmen hat nun eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um Nutzer, die versuchen, aus nicht-öffentlichen Informationen Kapital zu schlagen, noch effektiver zu bekämpfen. Kalshi-CEO Tarek Mansour betonte in einem X-Post, dass "Kalshi Insiderhandel verbietet", da dieser das Vertrauen untergräbt und die Liquidität beeinträchtigt.

Neue Strukturen für Überwachung und Durchsetzung

Die jüngsten Initiativen von Kalshi umfassen eine umfassende Erweiterung seines Überwachungs- und Durchsetzungsrahmens:

  • Unabhängiger Überwachungsbeirat: Ein zentrales Element ist die Schaffung eines unabhängigen Überwachungsbeirats. Zu den Mitgliedern gehören Lisa Pinheiro, Managing Principal bei Analysis Group, und Daniel Taylor, Direktor des Wharton Forensic Analytics Lab. Beide verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Analyse von Marktmanipulation, Insiderhandel und Betrug. Der Ausschuss wird vierteljährliche Analysen für Kalshis externen Rechtsbeistand erstellen und Statistiken zu markierten Trades, eröffneten und geschlossenen Untersuchungen sowie eingeleiteten Disziplinarmaßnahmen veröffentlichen. Daniel Taylor wird zudem direkt mit Kalshis Überwachungspartnern zusammenarbeiten.
  • Beratung durch Brian Nelson: Kalshi hat Brian Nelson, ehemaligen Under Secretary of the Treasury for Terrorism and Financial Intelligence und Partner bei Cooley, engagiert. Er wird das Unternehmen in Fragen der Marktintegrität, Handelsüberwachung und Finanz-Compliance beraten.
  • Partnerschaft mit Solidus Labs: Kalshi ist eine Partnerschaft mit Solidus Labs eingegangen, einem Unternehmen für Handelsüberwachungstechnologie, das primär mit Krypto-Börsen zusammenarbeitet. Kalshi wird die Systeme von Solidus nutzen, um seine internen Überwachungstools für über 4.000 Märkte zu ergänzen. Asaf Meir, Gründer und CEO von Solidus Labs, hob hervor, dass eine Plattform, die auf die Zukunft ausgerichtet ist, einen modernen Überwachungspartner verdient.
  • Leiter der Durchsetzung: Robert DeNault, der im Oktober zu Kalshi kam, wurde zum Leiter der Durchsetzung ernannt. DeNault erklärte gegenüber Business Insider, dass Kalshi über umfangreiche Daten zu Händlern und Nutzern verfügt, die anderen Prediction Markets fehlen. Er kündigte an, dass Kalshi ein internes Regelwerk und Disziplinarverfahren einführen wird und bereits Verweise an Behörden vorgenommen hat. Aktivitäten wie Betrug, Diebstahl oder Hacking würden markiert.

Die Herausforderung der Definition von Insiderhandel

Die genaue Definition von Insiderhandel auf Prediction Markets kann selbst für Kalshis Führung schwierig sein. Kalshi-CEO Tarek Mansour wurde in CNBCs Squawk Box mit der Frage konfrontiert, ob ein Bad Bunny Backup-Tänzer Insiderhandel begehen würde, wenn er auf den Eröffnungssong wettet. Mansour vermied ein klares Ja, betonte jedoch, dass die Grenze zwischen einem zulässigen und einem unzulässigen Handel klar sei. Wenn Informationen als "nicht-materiell, nicht-öffentlich" und "OK zu besprechen" angesehen werden, dann sei es "fair game".

Bisher sind wenige angebliche Missbräuche von Kalshi öffentlich bekannt geworden. Ein Student der University of Tennessee wurde entlassen, nachdem ein Kalshi-Überwachungstool eine Wette auf ein Footballspiel der Universität im Oktober markiert hatte. Dies war jedoch ein Verstoß gegen eine NCAA-Regel, nicht gegen die missbräuchliche Nutzung vertraulicher Informationen.

Regulatorische und rechtliche Perspektiven

John Auerbach, Managing Director bei der Ermittlungsfirma Nardello & Co., warnt davor, dass ein Ruf als Plattform, auf der Insider auf Kosten anderer Nutzer profitieren, "kein gutes Geschäft" ist. Er betont, dass US-basierte Prediction Markets ihre Kontrollen verbessern müssen.

Jay Clayton, US Attorney for the Southern District of New York, äußerte auf dem Securities Enforcement Forum die Erwartung, dass es zu strafrechtlichen Verfolgungen im Zusammenhang mit Prediction Markets kommen wird. Er verglich dies mit Punkteschieberei im Basketball und stellte klar: "Nur weil es ein Prediction Market ist, schützt es nicht vor Betrug." DeNault merkte an, dass Staatsanwälte oder die CFTC Jahre brauchen könnten, um zu handeln, da die Verjährungsfristen für Betrugsvorwürfe zwischen fünf und zehn Jahren liegen. Das Büro von Clayton schloss im Juli eine Untersuchung gegen Polymarket ab, ob es wissentlich mit US-Händlern gehandelt hatte, obwohl es sich 2022 gegenüber der CFTC verpflichtet hatte, dies nicht zu tun.

Erwähnte Persönlichkeiten