Kalshi startet Krypto-Perpetual-Futures: Neue Konkurrenz für Coinbase

Kalshi startet Krypto-Perpetual-Futures: Neue Konkurrenz für Coinbase

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Die Vorhersagemarkt-Plattform Kalshi, bekannt für Wetten auf Wahlergebnisse und Inflationsdaten, wagt einen strategischen Schritt in den Krypto-Derivatemarkt. Mit der Einführung von Perpetual Futures für Kryptowährungen wie Bitcoin positioniert sich das regulierte Unternehmen als direkter Konkurrent zu etablierten Playern wie Coinbase und Polymarket. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Entwicklung für den US-Finanzmarkt und die Konvergenz von Vorhersagemärkten und Krypto-Handel.

Kalshi betritt den Krypto-Derivatemarkt

Kalshi, eine föderal regulierte Vorhersagemarkt-Plattform, hat sich einen Namen gemacht, indem sie Nutzern den Handel mit Ereigniskontrakten ermöglichte. Diese binären Ja/Nein-Märkte erlauben es, auf reale Ergebnisse wie Zinssatzentscheidungen der Federal Reserve, Inflationsziele oder Präsidentschaftswahlen zu spekulieren. Im Gegensatz zu traditionellen Brokern kaufen Kalshi-Nutzer keine Vermögenswerte, sondern bewerten Wahrscheinlichkeiten.

Am 22. April 2026 kündigte Kalshi Pläne an, in den kommenden Wochen Perpetual Futures für Kryptowährungen in den USA einzuführen. Dies wurde durch einen Bloomberg-Bericht bekannt, der sich auf eine mit den Plänen vertraute Person berief. Der Start soll mit Perpetual Futures beginnen, die an Token wie Bitcoin gebunden sind. Dieser Schritt stellt das erste Produkt von Kalshi außerhalb seines Kerngeschäfts mit Ereigniskontrakten dar und bringt das Unternehmen in direkten Wettbewerb mit großen Namen im Kryptobereich.

Was sind Perpetual Futures?

Ein Perpetual Future, oft als "Perp" bezeichnet, ist ein Derivatkontrakt, der den Preis eines zugrunde liegenden Vermögenswerts, typischerweise einer Kryptowährung, ohne Ablaufdatum abbildet. Im Gegensatz zu einem Standard-Futures-Kontrakt, der zu einem festen Datum abgerechnet wird, bleibt ein Perp unbegrenzt offen. Händler zahlen oder erhalten eine Finanzierungsrate – eine periodische Gebühr, die den Kontraktpreis an den Spotmarkt bindet, je nachdem, ob sie Long- oder Short-Positionen halten.

Perpetual Futures ermöglichen es Händlern, auf Preisbewegungen zu spekulieren, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert tatsächlich zu besitzen. Sie können so lange gehalten werden, wie der Händler über ausreichend Sicherheiten verfügt. Diese Art von Derivaten ist seit Jahren auf Offshore-Krypto-Börsen populär, wobei BitMEX maßgeblich dazu beigetragen hat, die Struktur in den Kryptomärkten zu etablieren.

Die Rolle der CFTC und regulatorische Vorteile

Kalshis Expansion wird durch seine bestehende regulatorische Infrastruktur ermöglicht. Das Unternehmen besitzt bereits mehrere Lizenzen der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und erhielt kürzlich die Genehmigung für den Margin-Handel. Diese Positionierung erlaubt es Kalshi, in den Derivatemarkt einzutreten, noch bevor Wettbewerber über eine vergleichbare regulatorische Basis verfügen.

Die Beziehung zur CFTC ist für Kalshi nicht nur eine Compliance-Anforderung, sondern ein struktureller Schutzwall. Offshore-Plattformen können diese Regulierung nicht replizieren, und viele krypto-native Börsen arbeiten noch daran, sie zu erhalten. CFTC-Vorsitzender Michael Selig hat angedeutet, dass solche Produkte bald in den USA verfügbar sein könnten, um Handelsvolumen von unregulierten Offshore-Plattformen abzuziehen. Kalshi hatte bereits 2024 einen mehrjährigen Rechtsstreit mit der CFTC zu seinen Gunsten beigelegt, der die Legalität politischer Ereigniskontrakte nach US-Rohstoffrecht festlegte.

Wettbewerbslandschaft und strategische Implikationen

Kalshis Schritt in den Krypto-Derivatemarkt verschärft den Wettbewerb erheblich. Das Unternehmen tritt in direkte Konkurrenz zu etablierten Playern wie Coinbase, Crypto.com und Gemini. Coinbase hat seine Derivateprodukte bereits erweitert und bietet für Nicht-US-Händler "perpetual-style futures" mit langen Ablaufdaten an, hat aber noch keine echten Perpetual Futures in den USA eingeführt.

Der Vorhersagemarkt-Konkurrent Polymarket reagierte noch am selben Tag auf Kalshis Pläne und kündigte auf X an, dass "Perps kommen" würden, mit Hebelhandel für Krypto, Aktien (einschließlich Nvidia und Coinbase), Gold und andere Vermögenswerte mit bis zu 10-fachem Hebel. Dies zeigt, dass der Wettlauf um diesen Markt bereits begonnen hat. Während Kalshi mit seiner regulatorischen Legitimität und einer Nutzerbasis, die bereits in probabilistischen Begriffen denkt, einen Vorteil hat, liegt die Herausforderung in der Liquidität, um mit etablierten Offshore-Plattformen bei Spreads und Markttiefe zu konkurrieren.

Die Konvergenz von Vorhersagemärkten und Perpetual Futures spiegelt eine tiefere Wahrheit wider: Beide sind letztlich Märkte für Prognosen. Einer bewertet die Wahrscheinlichkeit diskreter Ereignisse, der andere kontinuierliche Erwartungen über Vermögenswerte. Bernstein schätzte kürzlich, dass das Volumen der Vorhersagemärkte von etwa 51 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 1 Billion US-Dollar bis 2030 anwachsen wird. Kalshis Erweiterung könnte auch über Krypto hinausgehen. Die Bewertung von Kalshi ist Berichten zufolge bereits über die von Polymarket gestiegen, wobei Krypto-Dienste als Schlüsselfaktor für diese Divergenz genannt werden.

Risiken für Anleger

Perpetual Futures sind keine Ereigniskontrakte von Vorhersagemärkten und bergen erhebliche Risiken. Sie sind Hebelprodukte, was bedeutet, dass Positionen in volatilen Märkten schnell liquidiert werden können. Auch Finanzierungsraten können sich im Laufe der Zeit gegen eine Position auswirken. Für Nutzer, die von Kalshis Ereignismärkten ohne Derivateerfahrung wechseln, ist die Lernkurve steil und das Verlustrisiko real.

Ein erweiterter Zugang zu regulierten Derivaten wird als positiv für die US-Märkte angesehen. Ein solcher Zugang ohne ausreichende Finanzbildung birgt jedoch Risiken, die sowohl Regulierungsbehörden als auch Plattformen sorgfältig managen müssen.