Kanada-China Handelsdeal: Trumps Zustimmung überrascht, Kritik wächst

Kanada-China Handelsdeal: Trumps Zustimmung überrascht, Kritik wächst

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Kanada und China haben ein neues Handelsabkommen unterzeichnet, das Zölle auf Elektrofahrzeuge und Raps senkt. Überraschenderweise hat US-Präsident Donald Trump die Vereinbarung als "gut" bezeichnet, während seine eigenen Handelsbeamten Bedenken äußerten. Das Abkommen löst in Kanada eine Debatte über die Auswirkungen auf die heimische Automobilindustrie aus.

Trumps unerwartete Zustimmung zum Kanada-China-Deal

US-Präsident Donald Trump hat das jüngste Handelsabkommen zwischen Kanada und China am Freitag als "gute Sache" bezeichnet. Er erklärte gegenüber Reportern außerhalb des Weißen Hauses: „Wenn Sie einen Deal mit China bekommen können, sollten Sie das tun.“ Diese Äußerung erfolgte inmitten der anhaltenden wirtschaftlichen Rivalität zwischen den USA und China während Trumps zweiter Amtszeit.

Trumps unterstützende Haltung steht im Einklang mit früheren Kommentaren, in denen er chinesische Automobilhersteller auf dem US-Markt willkommen hieß, sofern sie im Inland produzieren. Er äußerte auch die Überzeugung, dass China seine Märkte für amerikanische Waren öffnen könnte, und betonte seine gute Beziehung zu Chinas Staatschef Xi Jinping. Die USA selbst unterhalten jedoch weiterhin hohe Zölle auf chinesische Fahrzeugimporte, um heimische Hersteller zu schützen.

Details des Handelsabkommens: EVs und Raps im Fokus

Das am Freitag bekannt gegebene Handelsabkommen sieht niedrigere Zölle auf Elektrofahrzeuge (EVs) und Raps vor. Kanada wird zunächst bis zu 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge zu einem Zollsatz von 6,1 Prozent zulassen. Dieser Satz ersetzt die im Jahr 2024 eingeführten 100-Prozent-Zölle. Die Obergrenze für chinesische EV-Exporte nach Kanada soll über fünf Jahre auf etwa 70.000 Fahrzeuge steigen.

Im Gegenzug wird China voraussichtlich seinen Zollsatz für Rapssaat bis zum 1. März von 84 Prozent auf etwa 15 Prozent senken. Das Abkommen wurde während des ersten China-Besuchs des kanadischen Premierministers Mark Carney seit 2017 finalisiert, wo er sich mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping traf. Carney hatte China zuvor als Kanadas größte Sicherheitsbedrohung beschrieben.

Kanadas strategische Neuausrichtung

Premierminister Carney betonte die breitere strategische Bedeutung des Deals in einem Post auf X: „Wir kalibrieren Kanadas Beziehung zu China neu – strategisch, pragmatisch und entschlossen – zum Nutzen der Menschen beider unserer Nationen.“ Er erklärte, China sei zu einem berechenbareren Partner geworden als die USA, Kanadas Nachbar und langjähriger Verbündeter. Carney hatte zuvor geäußert, dass es für Kanada notwendig sei, die Handelsbeziehungen und die Zusammenarbeit mit China angesichts von Trumps Handelskrieg und Drohungen, das USMCA-Freihandelsabkommen auslaufen zu lassen, zu verbessern.

Carney, der erste kanadische Premierminister seit acht Jahren in China, sagte, die Verbesserung der Beziehungen würde dazu beitragen, ein globales Governance-System zu verbessern, das er als „stark unter Druck stehend“ beschrieb. Er traf sich in Peking mit mehreren führenden chinesischen Unternehmen und erklärte vor seiner Reise, seine Regierung konzentriere sich auf den Aufbau einer Wirtschaft, die weniger von den USA abhängig ist, in einer Zeit „globaler Handelsstörungen“.

Kritik und Bedenken in Kanada und den USA

Das Handelsabkommen löste sowohl in Kanada als auch in den USA Bedenken aus. Doug Ford, Premierminister von Ontario und dessen Provinz Kanadas wichtigstes Automobilproduktionszentrum ist, warnte, der Deal könnte der kanadischen Autoindustrie schaden. Er schrieb auf X: „Die Bundesregierung lädt eine Flut billiger, in China hergestellter Elektrofahrzeuge ein, ohne eine echte Garantie für gleiche oder sofortige Investitionen in Kanadas Wirtschaft, den Automobilsektor oder die Lieferkette.“ Ford befürchtet, dass dies kanadischen Automobilherstellern den Zugang zum amerikanischen Markt, Kanadas größtem Exportziel, verschließen könnte.

Auch der kanadische Geschäftsmann Kevin O'Leary äußerte Skepsis, indem er Chinas Zuverlässigkeit als Geschäftspartner in Frage stellte und Bedenken hinsichtlich Kanadas langfristiger wirtschaftlicher Position aufwarf. Auf US-Seite bezeichnete der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer das kanadische Abkommen als „problematisch“ und deutete an, Ottawa könnte den Deal „langfristig“ bereuen. US-Verkehrsminister Sean Duffy äußerte ebenfalls, Kanada werde die Entscheidung, chinesische Autos auf seinen Markt zu lassen, „sicherlich bereuen“.

Globale Automobilindustrie im Wandel

Das Handelsabkommen zwischen Kanada und China fällt in eine Zeit erheblicher Veränderungen in der globalen Automobilindustrie. Tesla (NASDAQ:TSLA) verlor 2025 seine Position als weltweit führender Hersteller von Elektrofahrzeugen an Chinas BYD Co. Ltd. (OTC:BYDDY) (OTC:BYDDF), nachdem das Unternehmen das zweite Jahr in Folge sinkende Fahrzeugverkäufe gemeldet hatte.

Mehrere chinesische Automobilhersteller haben Interesse am amerikanischen Markt bekundet. Chinas Geely, der hinter Volvo und Polestar steht, erklärte Anfang des Monats, einen US-Start „aktiv zu evaluieren“. BYD, das Tesla 2025 als größten EV-Hersteller überholte, expandierte aggressiv in Lateinamerika und Europa, hat aber noch keine US-Pläne bekannt gegeben. Xiaomi, das im April 2024 in den EV-Markt eintrat, prüft ebenfalls eine internationale Expansion, wobei eine Ankunft in Europa für 2027 geplant ist.

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