
Karrierewandel: Ex-MasterCard VP Jay Mandel über die Gig Economy
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Jay Mandel, ein 48-jähriger Marketingprofi, navigiert heute durch die Gig Economy als Uber Eats-Fahrer im Großraum New York City. Seine persönliche Geschichte beleuchtet die finanziellen Realitäten und die oft übersehenen Herausforderungen, denen sich auch hochqualifizierte Fachkräfte auf dem modernen Arbeitsmarkt gegenübersehen. Er nutzt den Nebenverdienst, um seinen Kindern ein gutes Wochenende zu ermöglichen.
Vom Konzern zum Gig-Worker: Ein Karriereweg im Wandel
Jay Mandel verbrachte den Großteil seiner Karriere in der digitalen Marketingbranche in der Unternehmenswelt. Ein Höhepunkt war seine achtjährige Tätigkeit bei MasterCard, wo er bis zum Vizepräsidenten für globales Social Media aufstieg. Auch bei IBM war er beschäftigt und verfügt über einen Master-Abschluss der Columbia University.
Aktuell arbeitet Mandel als Marketingberater und Dozent, doch diese Tätigkeiten generieren nicht ausreichend Einkommen. Er sammelt zudem Kapital, um sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Die Idee, in der Gig Economy zu arbeiten, kam von seinem Therapeuten, der ihm riet, die Lebensrealität anderer kennenzulernen. Trotz anfänglicher Bedenken begann er im Oktober mit seiner ersten Uber Eats-Lieferung.
Die Realität der Gig Economy: Unerwartete Herausforderungen
Mandel stellte fest, dass zusätzlicher Aufwand in der Gig Economy nicht immer belohnt wird. Er beschreibt einen Vorfall, bei dem er 20 Minuten mit einer Kundin telefonierte, um eine Kuchenbestellung zu klären, aber keine zusätzliche Anerkennung oder Trinkgeld erhielt. Er reflektiert, dass die Lieferunternehmen hohe Gebühren verlangen und es nicht allein die Verantwortung des Kunden sein sollte, Trinkgeld zu geben.
Zudem fühlt er sich nicht immer frei in der Wahl seiner Aufträge. Manchmal passt es für ihn nicht, in der Bronx abzuholen oder abzuliefern, und McDonald's-Bestellungen möchte er in der Regel nicht annehmen. Er hat auch Lieferungen für Uber Courier durchgeführt, bei denen Gegenstände zwischen Privatpersonen transportiert werden, was er als wertvollen Dienst empfindet und sich wünscht, dass Uber diesen Bereich stärker ausbaut.
Finanzielle Motivation und persönliche Einsichten
Das durch Uber Eats verdiente Geld, oft "einige hundert Dollar pro Woche", nutzt Jay Mandel, um seinen Kindern ein schönes Wochenende zu ermöglichen, beispielsweise durch Restaurantbesuche. Die Arbeit hat ihn demütig gemacht; er sieht sich nicht besser als andere Lieferanten und versucht, ein positives Erlebnis für die Kunden zu schaffen. Er genießt es auch, neue Restaurants zu besuchen und Stadtteile in New York City zu sehen, die er sonst nie erkunden würde.
Ein Spiegelbild des modernen Arbeitsmarktes
Mandel empfindet seine Erfahrung als bezeichnend für viele, die trotz beruflicher Ambitionen auf Gig-Arbeit angewiesen sind, um die Rechnungen zu bezahlen. Er merkt an, dass die offiziellen Arbeitslosenzahlen Menschen wie ihn, die in der Gig Economy tätig sind, nicht erfassen. Er hätte nie gedacht, finanziell so zu kämpfen, und beobachtet, dass viele seiner Freunde in einer ähnlichen Situation sind. Er sieht seine aktuelle Beschäftigungssituation, sei es bei Uber Eats oder als Dozent, als Teil eines größeren Systems, über das er keine Kontrolle hat.