Kaufkraft statt Preiskampf: Wie Affordabilität wirklich steigt

Kaufkraft statt Preiskampf: Wie Affordabilität wirklich steigt

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Die öffentliche Aufmerksamkeit für die Schwierigkeiten, mit denen Millionen von Menschen bei der Finanzierung von Lebensmitteln, Wohnraum und anderen täglichen Notwendigkeiten konfrontiert sind, konzentriert sich weitgehend darauf, wie die Inflation eingedämmt werden kann. Doch einige Ökonomen argumentieren, dass diese Diskussion unvollständig ist, ohne einen weiteren Hauptgrund für die mangelnde Affordabilität zu berücksichtigen: die unzureichenden Gehälter vieler Menschen.

Affordabilität: Mehr als nur Inflation bekämpfen

Heidi Shierholz, Präsidentin des Economic Policy Institute, eines überparteilichen Think Tanks, erklärt gegenüber CBS News: "Es geht nicht nur darum, wie viel Dinge kosten. Affordabilität bedeutet wirklich: 'Hat eine Person genug Geld, um die Dinge zu kaufen, die sie möchte?' Es geht also nicht darum, Dinge billiger zu machen, sondern darum, dass man mehr verdient, damit die Dinge, die man braucht, erschwinglich sind." Auch Scott Lincicome, Vizepräsident für allgemeine Wirtschaft am Cato Institute, einem überparteilichen Think Tank, beschreibt Preise und Löhne als "zwei Seiten derselben Medaille". Er fügt hinzu: "Man kann den gleichen Lebensstandard erreichen, indem man entweder die Löhne erhöht oder die Kosten senkt oder beides."

Die Rolle der Löhne und staatlicher Unterstützung

Shierholz, die von 2014 bis 2017 als Chefökonomin im Arbeitsministerium unter Barack Obama tätig war, ist der Ansicht, dass eine bessere Methode, das Leben erschwinglicher zu machen, darin besteht, die Löhne der Arbeitnehmer zu erhöhen, damit ihr Geld weiter reicht. Sie befürwortet auch staatliche Subventionen, um die Belastung durch die Finanzierung wesentlicher – und zunehmend kostspieliger – Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Gesundheitsversorgung zu erleichtern. Ein aktueller Bericht der überparteilichen Brookings Institution zeigt, dass ein Drittel der Familien der Mittelschicht Schwierigkeiten hat, Wohnraum und Kinderbetreuung zu finanzieren. Darüber hinaus haben viele Amerikaner Schwierigkeiten, sich Dinge jenseits des Nötigsten zu leisten, wie das Ludwig Institute for Shared Economic Prosperity feststellte. Die Forschungseinrichtung fand heraus, dass die unteren 60 % der Einkommensbezieher in den USA Schwierigkeiten haben, Ausgaben wie höhere Bildung, Transport und sogar die grundlegende Technologie für ihre Arbeit zu decken.

Trumps Ansatz zur Kostenentlastung

Der ehemalige Präsident Trump hat sich ebenfalls zu den Lebenshaltungskosten geäußert. Im November entfernte er länderspezifische Zölle auf Importe von Rindfleisch, Bananen und Kaffee, um Verbraucher bei hohen Lebensmittelpreisen zu entlasten. Im vergangenen Monat diskutierte er zudem eine Zahlung von 2.000 US-Dollar an Amerikaner, finanziert durch US-Zolleinnahmen, und schlug diesen Monat vor, Zolleinnahmen zur Senkung der Bundeseinkommenssteuern zu nutzen. Cat Hill aus Hornby, New York, die von höheren Lebensmittelpreisen und Geschäftskosten betroffen ist, äußert jedoch Bedenken: "Mit dieser Regierung scheint es sich nicht zu stabilisieren." Tara Setmayer, Mitbegründerin des Seneca Project, kritisierte Trumps Verhalten während einer Regierungsschließung und seine Ausgaben für Luxusprojekte als "völlig taktlos".

Warum sinkende Preise selten und riskant sind

Ökonomen weisen darauf hin, dass die Preise im Allgemeinen nicht flächendeckend sinken, es sei denn, die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Eine scharfe, umfassende Preissenkung kann eine gefährliche Erosion der Konsumnachfrage signalisieren, die zu einem Wirtschaftsabschwung führt. Scott Lincicome vom Cato Institute erklärte gegenüber CBS News: "Insgesamt ist es sehr selten und keine gute Sache, eine regelrechte Deflation in der gesamten Wirtschaft zu haben." Heidi Shierholz ergänzt, dass Millionen von Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren und dann ihre Ausgaben kürzen müssten, damit die Nachfrage so weit nachlässt, dass Unternehmen ihre Preise flächendeckend senken. "Um das allgemeine Preisniveau zu senken, braucht man eine massive Rezession, weil die Menschen keine Dinge nachfragen, weil sie kein Einkommen haben", so Shierholz.

Konkrete Lösungsansätze für mehr Kaufkraft

Shierholz befürwortet eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung des kurz- und langfristigen Lohnwachstums:

  • Erhöhung des Mindestlohns: Der US-Bundesmindestlohn liegt seit 2009 bei 7,25 US-Dollar pro Stunde. Lokale Regierungen handeln bereits: 19 Bundesstaaten und 49 Städte und Landkreise werden ab dem 1. Januar 2026 höhere Mindestlöhne einführen, so das National Employment Law Project.
  • Reform der Arbeitsgesetze: Eine Erleichterung der Gewerkschaftsgründung kann zu höheren Löhnen führen.
  • Robustes soziales Sicherungssystem: Dazu gehören umfassende Arbeitslosenversicherungsleistungen, die Arbeitnehmern, die ihren Job verlieren, finanzielle Stabilität bieten. Dies stärke die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer, so Shierholz. Das Washington Center for Equitable Growth argumentiert in einem neuen Bericht, dass die Ausweitung der Arbeitslosenversicherungsleistungen Geringverdienern hilft, besser bezahlte Arbeitsplätze zu finden.

Veronique de Rugy vom Mercatus Center merkt an, dass steigende Löhne, die in starkem Wirtschaftswachstum verwurzelt sind, "tatsächlich die Affordabilität verbessern, weil sie die Verhandlungsmacht zugunsten der Arbeitnehmer verschieben".

Herausforderungen im Wohnungs- und Kinderbetreuungssektor

Um die Wohnkosten zu senken, unterstützen progressive Ökonomen Maßnahmen wie Mietpreisbremsen und finanzielle Anreize für Bauunternehmen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch die Bereitstellung kostengünstiger Kinderbetreuung wird als entscheidender Teil der Lösung des Affordabilitätsproblems für US-Familien hervorgehoben. Laut einer aktuellen LendingTree-Analyse übersteigen die Kinderbetreuungskosten heute in Dutzenden von Städten die Mietkosten. Haushalte geben durchschnittlich 1.282 US-Dollar pro Monat für die Vollzeitbetreuung eines Kindes und 2.252 US-Dollar für zwei Kinder aus. Einige Bundesstaaten gehen hier mit gutem Beispiel voran: New Mexico wurde im November der erste US-Bundesstaat, der seinen Einwohnern eine kostenlose universelle Kinderbetreuung anbietet, was Familien laut Gouverneurin Michelle Lujan Grisham durchschnittlich 12.000 US-Dollar pro Jahr erspart.

Die australische Perspektive: Politik und Wohnungsmarkt

Auch in Australien verschärft sich die Wohnungsaffordabilität landesweit. Regierungsmaßnahmen und Anreize, wie eine Initiative für niedrige Anzahlungen, haben zwar die Nachfrage angekurbelt, aber gleichzeitig zu höheren Preisen und größeren Kreditlasten beigetragen. Die Zahl der fertiggestellten neuen Häuser konnte nicht mit der Zahl der neu gegründeten Haushalte Schritt halten. Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren, Bauinsolvenzen und höhere Materialkosten verlangsamten den Bau neuer Wohnprojekte. Affordabilitätsberichte zeigen eine stetig wachsende Kluft zwischen Einkommen und den Kosten für Kauf oder Miete.

Die Realität der US-Haushalte

Millionen von Menschen in den USA spüren die Auswirkungen der Affordabilitätskrise. Die Kosten für Lebensmittel, Wohnraum, Kinderbetreuung, Bildung und Gesundheitsversorgung sind für viele unerträglich geworden. Cat Hill aus New York beschreibt die Situation so: "Wir können uns diese kleinen Luxusgüter nicht mehr leisten, weil sie einfach zu teuer sind, um fünf Personen damit zu versorgen. Es gibt keinen Spielraum mehr." Die Preise für Lebensmittel stiegen von Januar bis September in fünf der sechs wichtigsten Gruppen des Verbraucherpreisindex an, darunter Fleisch, Geflügel und Fisch (+4,5 %), alkoholfreie Getränke (+2,8 %) sowie Obst und Gemüse (+1,3 %). Beamte der Federal Reserve haben zudem klargestellt, dass Trumps Zölle die Inflation verursacht haben, wobei die jährliche Rate von 2,3 % im April auf 3 % im September nach Einführung der Importsteuern anstieg.

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