
Keith Rabois: Warum der Tech-Veteran Laptops meidet und auf Mobile setzt
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Der bekannte Tech-Manager Keith Rabois, ehemals COO von Stripe und Vice President bei LinkedIn sowie Mitglied der "PayPal Mafia", hat eine ungewöhnliche Arbeitsweise: Er verzichtet seit 2010 vollständig auf Laptops und Desktops. Stattdessen erledigt er alle seine Aufgaben über kleinere, mobile Geräte wie sein iPhone, seine Apple Watch und sein iPad. Diese Präferenz hat sich über mehr als 15 Jahre entwickelt und spiegelt einen breiteren Trend in Teilen des Silicon Valley wider.
Der Paradigmenwechsel: Rabois' mobile Strategie
Rabois' Umstellung begann im September 2010, als er bei Square arbeitete und sah, wie Jack Dorsey das Unternehmen von einem iPad aus führte. Seitdem hat er diesen Ansatz beibehalten und erklärt: "Alles, was ich in meinem Leben tue, wird entweder von meinem Telefon, meiner Uhr oder meinem iPad aus erledigt." Auf X (ehemals Twitter) sprach er bereits 2010 davon, sein "iPhone als persistenten Computer, nicht als 'Telefon'" zu nutzen. Rabois ist heute Managing Director bei Khosla Ventures und ein früher Investor in Unternehmen wie Stripe, DoorDash und Airbnb.
Die Rolle von KI und mobilen Apps
Rabois' Ansatz fällt in eine Zeit, in der das Silicon Valley die Abhängigkeit von traditionellen Computern überdenkt. Im vergangenen Jahr haben neue KI-Tools dazu geführt, dass mehr Arbeit auf mobile Geräte verlagert wird. Dazu gehören sogenannte "vibe coding"-Apps, die es Nutzern ermöglichen, Software durch KI-Prompts zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist die iOS-App Vibecode, in die Reddit-Mitbegründer Alexis Ohanian 9,4 Millionen US-Dollar an Startkapital investierte, um Nutzern das Erstellen neuer Funktionen direkt auf ihren iPhones zu ermöglichen.
Effizienz und Portabilität als Treiber
Für Rabois liegen die Vorteile kleinerer Geräte klar auf der Hand: Sie sind weniger ablenkend und deutlich portabler. "Ein Laptop überallhin mitzunehmen ist super einfach", sagte er in einem Interview mit "Lenny's Podcast". Er sieht keinen Grund, eine "leistungsstärkere, schwerere, weniger flexible Maschine" zu verwenden. Seine Philosophie wird auch durch sein Motto "no days off" unterstrichen, das seinen Fokus auf ununterbrochene Produktivität verdeutlicht.
Rabois' "Barrel"-Philosophie und die Zukunft der Arbeit
Rabois vertritt eine klare Philosophie zur Organisationskapazität, die er als "Barrels vs. Ammunition" bezeichnet. "Barrels" sind Personen, die eine Idee von der Konzeption bis zur Fertigstellung ohne Aufsicht umsetzen können. Alle anderen sind "Ammunition". Bei PayPal gab es laut Rabois 12 bis 17 "Barrels" von 254 Mitarbeitern. Er argumentiert, dass KI diese individuellen Fähigkeiten verstärkt und die Rolle des Produktmanagers (PM) obsolet macht, da die Entwicklung so schnell wird, dass ein Jahres-Roadmap inkohärent ist. Interessanterweise beobachtet er, dass in zwei großen, technischen Unternehmen, in deren Vorstand er sitzt, die Marketingleiter (CMOs) die größten Nutzer von KI-Tokens sind, da sie Kampagnen, Analysen und Arbeiten erledigen, die früher mehrere Ebenen von Stellvertretern erforderten.
Trotz Trends: Der Laptop bleibt relevant
Trotz dieser Entwicklungen und Rabois' persönlicher Präferenz bleiben Laptops und Desktop-Computer insgesamt sehr beliebt. Apple meldete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 8,39 Milliarden US-Dollar aus Mac-Verkäufen. Dies zeigt, dass die traditionellen Computer weiterhin einen festen Platz in der Arbeitswelt und im Alltag vieler Menschen haben, auch wenn mobile Geräte und KI-Tools neue Wege der Produktivität eröffnen.