
Ken Griffin droht mit Stopp von $6 Mrd. NYC-Projekt nach Steuer-Video
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Der Milliardär und Citadel-CEO Ken Griffin droht, ein $6 Milliarden schweres Bauprojekt in New York City zu stoppen. Auslöser ist ein Kampagnenvideo von New York City Mayor Zohran Mamdani, das Griffins $238 Millionen Penthouse als Kulisse für die Bewerbung einer neuen Luxussteuer nutzte. Dieser Konflikt verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen wohlhabenden Investoren und progressiven Politikern in der Metropole.
Kontroverse um "Tax-the-Rich"-Video
Am 15. April, dem sogenannten Tax Day, veröffentlichte New York City Mayor Zohran Mamdani ein Kampagnenvideo, das vor Ken Griffins Penthouse in Manhattan gedreht wurde. Mamdani, ein demokratischer Sozialist, nutzte die Rekordimmobilie des Citadel-CEOs, um seine vorgeschlagene "Pied-à-terre"-Steuer zu bewerben. In dem Video erklärte Mamdani: "Als ich für das Bürgermeisteramt kandidierte, sagte ich, ich würde die Reichen besteuern. Nun, heute besteuern wir die Reichen."
Griffins Penthouse am 220 Central Park South, das er 2019 für $238 Millionen erwarb, stellte damals einen US-Rekord für den höchsten Hausverkauf auf. Die gezielte Ansprache und die Nutzung des privaten Wohnsitzes als Kulisse stießen bei Griffin und anderen prominenten Investoren auf scharfe Kritik. Mamdani erwähnte Griffin in seinem Video namentlich.
Die geplante Pied-à-terre-Steuer
Die von Mamdani und New York Gov. Kathy Hochul unterstützte Pied-à-terre-Steuer ist eine jährliche Abgabe auf hochwertige Wohnimmobilien, die nicht als Hauptwohnsitz genutzt werden. Sie soll Luxuswohnungen im Wert von über $5 Millionen betreffen, die leer stehen oder nur selten bewohnt werden. Ziel ist es, leerstehende Luxusimmobilien zu entmutigen und kommunale Einnahmen zu generieren.
Die Befürworter erwarten, dass diese Steuer bis zu $500 Millionen jährliche Einnahmen für die Stadt generieren könnte. Mamdani erklärte, die Steuer ziele auf die "reichsten der Reichen" ab, die ihr Vermögen in New York City lagern, aber nicht tatsächlich dort leben.
Citadel droht mit Rückzug des Milliardenprojekts
Als direkte Reaktion auf Mamdanis Video warnte Citadel COO Gerald Beeson in einer internen E-Mail, die vom Wall Street Journal und Forbes eingesehen wurde, dass das Unternehmen ein geplantes $6 Milliarden schweres Sanierungsprojekt am 350 Park Avenue möglicherweise nicht fortsetzen werde. Dieses Projekt ist von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für New York City. Es wird erwartet, dass es 6.000 Bauarbeitsplätze schafft und über 15.000 dauerhafte Arbeitsplätze sichert.
Beeson betonte in seiner E-Mail, dass Citadel-Prinzipale und Teammitglieder, einschließlich Nicht-Einwohner, in den letzten fünf Jahren fast $2.3 Milliarden an Stadt- und Staatssteuern gezahlt haben. Zudem habe Ken Griffin persönlich $650 Millionen an wohltätige Zwecke in New York City gespendet. Citadel beschäftigt derzeit etwa 2.500 Mitarbeiter in der Stadt. Beeson bezeichnete Mamdanis Nennung Griffins namentlich als "schändlich" und sagte, Mamdani glaube, dass auswärtige Hausbesitzer "nicht genug zum Gemeinwohl beitragen".
Wirtschaftliche Auswirkungen und politische Risiken
Der Vorfall verdeutlicht die zunehmende Reibung zwischen wohlhabenden Investoren und progressiven politischen Führern. Es wachsen die Bedenken, dass aggressive Steuerpolitiken Arbeitsplätze, Kapital und große Entwicklungsprojekte aus New York vertreiben könnten. Ken Griffin selbst hatte bereits 2022 den Hauptsitz von Citadel von Chicago nach Miami verlegt, da er Hochsteuerumgebungen kritisch gegenübersteht.
Mamdani versuchte später, die Wogen zu glätten, indem er auf einer Pressekonferenz in Brooklyn betonte, sein Vorstoß sei nicht "von einer einzelnen Person motiviert". Reporter fragten ihn jedoch, ob er es bereue, Griffins Penthouse in seinem Video hervorgehoben zu haben.
Reaktionen aus der Finanzwelt
Die Drohung von Citadel und die Debatte um die Pied-à-terre-Steuer haben in der Finanzwelt breite Resonanz gefunden. Milliardär-Investor Bill Ackman unterstützte Griffin öffentlich und warnte, dass weitere politische Reibereien hochbezahlte Arbeitsplätze nach Florida verlagern könnten.
Auch der "Shark Tank"-Investor Kevin O’Leary äußerte sich auf X (ehemals Twitter) kritisch. Er sprach Bedenken hinsichtlich der persönlichen Sicherheit aus, da das Video vor Griffins Privatresidenz gedreht wurde. O’Leary argumentierte, dass Besitzer von Pied-à-terre-Immobilien Bau- und Wartungsarbeitsplätze schaffen, Grundsteuern zahlen und keine städtischen Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Er nannte die Politik "wirklich dumm" und bezeichnete Mamdanis Video als "die beste Werbung für Miami Beach Immobilien, die ich je gesehen habe".