Ken Griffin investiert in Quantencomputing: Rigetti und D-Wave im Fokus der Wall Street

Ken Griffin investiert in Quantencomputing: Rigetti und D-Wave im Fokus der Wall Street

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Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin, Leiter des erfolgreichen Hedgefonds Citadel Advisors, hat im dritten Quartal des Jahres kleine Positionen in zwei Quantencomputing-Unternehmen erworben: Rigetti Computing und D-Wave Quantum. Diese Investitionen fallen auf, da alle Wall-Street-Analysten, die diese Unternehmen beobachten, für das kommende Jahr einen Kursanstieg erwarten, obwohl die Bewertungen als extrem hoch gelten.

Citadel Advisors hat in den letzten drei Jahren den S&P 500 um sieben Prozentpunkte übertroffen und gilt laut LCH Investments als der profitabelste Hedgefonds seit seiner Gründung. Griffins Team tätigte im dritten Quartal Hunderte von Transaktionen, doch der Kauf von 51.700 Aktien von Rigetti Computing und 122.600 Aktien von D-Wave Quantum sticht hervor.

Rigetti Computing: Technologie und Analystenprognosen

Rigetti Computing spezialisiert sich auf supraleitendes Quantencomputing. Dabei werden mikroskopische supraleitende Schaltkreise auf Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt gekühlt, um Qubits zu erzeugen – die grundlegenden Einheiten der Quanteninformation. Diese Qubits können mehr Informationen kodieren und ermöglichen es Quantencomputern, bestimmte Probleme effizienter zu lösen als klassische Computer.

Das Unternehmen profitiert von vertikaler Integration, was Kosteneffizienzen durch eine strenge Kontrolle der Lieferkette ermöglicht. Rigetti stellt Quantenprozessoren her und entwickelt die Hardware- und Software-Infrastruktur für cloudbasierte Quantendienste. Zudem hat das Unternehmen den ersten Multi-Chip-Quantenprozessor entwickelt, was einen Vorteil beim Skalieren fehlertoleranter Systeme bieten könnte.

Die Wall Street zeigt sich optimistisch: Von sieben Analysten, die Rigetti Computing verfolgen, liegt das mittlere Kursziel bei 40 US-Dollar pro Aktie, was einem Aufwärtspotenzial von 42 % gegenüber dem Kurs von 28 US-Dollar am 6. Dezember entspricht. Das höchste Ziel liegt bei 51 US-Dollar (82 % Aufwärtspotenzial), das niedrigste bei 35 US-Dollar (25 % Aufwärtspotenzial).

D-Wave Quantum: Ein anderer Ansatz und finanzielle Entwicklung

D-Wave Quantum verfolgt einen anderen Ansatz im Quantencomputing, indem es sich auf Quanten-Annealer konzentriert. Obwohl das Unternehmen ebenfalls supraleitende Schaltkreise zur Erzeugung von Qubits verwendet, baut es primär Annealing-Systeme anstelle von Gate-basierten Systemen. Annealer sind eine Nischentechnologie, die nicht die Mehrheit der Quantenalgorithmen ausführen kann, aber hervorragend zur Lösung von Optimierungsproblemen geeignet ist.

Gate-basierte Architekturen werden langfristig mehr praktische Anwendungen haben, sind aber heute weniger fehlertolerant und weniger skalierbar. D-Wave baut derzeit Annealing-Systeme mit über 4.000 physikalischen Qubits, während Rigettis Roadmap 1.000-Qubit-Systeme erst für 2027 vorsieht. Dies bedeutet, dass D-Wave-Systeme heute einen größeren, wenn auch noch sehr begrenzten, Nutzen haben.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz von D-Wave um 100 % auf 3,7 Millionen US-Dollar, der Non-GAAP-Nettoverlust belief sich jedoch auf 18,1 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen verfügt über ausreichend Barmittel, hat aber Verluste durch die Verwässerung der Aktionäre ausgeglichen. Die Anzahl der ausstehenden Aktien stieg in diesem Jahr um 31 % und in den letzten zwei Jahren um 117 %.

Auch für D-Wave Quantum sind die Analystenprognosen positiv: Von elf Wall-Street-Analysten liegt das mittlere Kursziel bei 40 US-Dollar pro Aktie, was einem Aufwärtspotenzial von 48 % gegenüber dem Kurs von 27 US-Dollar am 6. Dezember entspricht. Das höchste Ziel liegt bei 48 US-Dollar (77 % Aufwärtspotenzial), das niedrigste bei 35 US-Dollar (30 % Aufwärtspotenzial).

Herausforderungen und Bewertungen im Quantencomputing-Markt

Trotz der positiven Analystenmeinungen sind viele Experten der Ansicht, dass nützliche, fehlertolerante Quantencomputer, die kommerziell relevante Probleme lösen können, noch ein bis zwei Jahrzehnte entfernt sind. Laut Grand View Research wird der Quantencomputing-Markt im Jahr 2030 immer noch 450-mal kleiner sein als der Markt für künstliche Intelligenz.

Ein großes Problem für beide Unternehmen ist die Bewertung. Rigetti Computing weist ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) von 1.080 auf, was etwa zehnmal höher ist als das teuerste Unternehmen im S&P 500, Palantir. Der Autor der Quelle bezeichnet dies als nicht nachhaltig und prognostiziert, dass die Rigetti-Aktien zu einem späteren Zeitpunkt um 80 % bis 90 % fallen könnten.

D-Wave Quantum wird mit dem 325-fachen des Umsatzes gehandelt. Obwohl dies im Vergleich zu Rigetti günstiger erscheinen mag, werden beide Aktien als unangemessen teuer eingestuft, insbesondere da der Quantencomputing-Markt bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich nur um 21 % pro Jahr wachsen wird. Der Autor der Quelle äußert die Erwartung, dass die D-Wave-Aktie irgendwann um 80 % bis 90 % fallen wird. Investoren sollten demnach auf einen deutlich günstigeren Einstiegspunkt warten oder Positionen sehr klein halten.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Analystenteam von The Motley Fool Stock Advisor Rigetti Computing nicht zu den zehn besten Aktien zählt, die sie derzeit zum Kauf empfehlen.

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