
Ken Griffin: US-Regulierung zwischen Belastung und Notwendigkeit
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Der milliardenschwere Gründer und CEO von Citadel, Ken Griffin, hat sich jüngst kritisch zur Regulierungspolitik in den Vereinigten Staaten geäußert. Während er die Biden-Administration für einen "Regulierungsansturm" verantwortlich macht, der die US-Wirtschaft teuer zu stehen gekommen sei, lobt er die Entlastung unter der Trump-Administration. Gleichzeitig mahnt Griffin zur Vorsicht bei Eingriffen in die Unabhängigkeit der Federal Reserve und betont die Wichtigkeit bestimmter Schutzvorschriften.
Griffins Kritik an Biden-Ära-Regulierungen
Ken Griffin sprach auf dem Weltwirtschaftsforum und der Milken Institute Global Conference über die Auswirkungen der Regulierungspolitik der Biden-Administration. Er beschrieb den Ansatz als "schmerzhaft" und "erschöpfend" für Unternehmen wie seine Firma Citadel. Griffin äußerte, man könne sich "nicht vorstellen, wie schmerzhaft es jeden einzelnen Tag unter der Biden-Administration war, zu sehen, welcher neue verrückte Vorschlag zur Lösung eines Problems, das nicht einmal existierte, umgesetzt wurde."
Die "ständige Reibung" mit der Regierung in zahlreichen Aspekten seines Geschäfts sei "erschöpfend" gewesen und habe die US-Wirtschaft "teuer gekostet". Als konkretes Beispiel nannte Griffin die Entscheidung des Justizministeriums, die geplante Übernahme von Spirit Airlines durch JetBlue Airways aus kartellrechtlichen Gründen zu blockieren. Griffin merkte an, dass Citadel ein Gläubiger von Spirit war und Spirit heute insolvent ist. Das Justizministerium argumentierte, die Fusion hätte den Wettbewerb eingeschränkt und zu höheren Flugpreisen für Verbraucher geführt.
Erleichterung für Unternehmer unter Trump
Der Citadel-CEO begrüßte die Kehrtwende in der Regulierungspolitik unter der Trump-Administration. Er beschrieb das Ende des "Regulierungsansturms" als eine "außerordentliche Erleichterung" und einen "Boom für amerikanische Unternehmen". Griffin zufolge sei die größte Veränderung, die er bei amerikanischen Führungskräften beobachtet habe, ein "riesiger Seufzer der Erleichterung" gewesen, der es ihnen ermögliche, sich wieder auf den Aufbau ihrer Geschäfte zu konzentrieren.
Obwohl die Fortschritte bei der Deregulierung unter der Trump-Administration bisher langsam seien, sei das bloße Ende der Flut neuer Vorschriften "unglaublich wirkungsvoll für das amerikanische Unternehmertum". Griffin betonte, dass der "Regulierungsansturm, der amerikanische Innovation und Kreativität erdrückte, an einem Tag aufhörte. Aufhörte."
Nuancierte Sicht auf Regulierung
Trotz seiner Kritik an übermäßiger Regulierung vertritt Ken Griffin eine nuancierte Position zur Rolle von Vorschriften in einer Gesellschaft. Er räumte ein, dass viele Regulierungen wichtigen Zwecken dienen. "Ein Teil davon, eines der wohlhabendsten Länder der Welt zu sein, ist, dass wir eine Regierung wollen, die sicherstellt, dass wir unsere Umwelt schützen", erklärte Griffin.
Er nannte Lebensmittelsicherheitsvorschriften als Beispiel für notwendige Aufsicht, die sich mit den sich entwickelnden gesellschaftlichen Prioritäten deckt. Griffin betonte, dass die Bürger in einem "reicheren und wohlhabenderen" Amerika bestimmte Schutzmaßnahmen erwarten, darunter "gesunde Lebensmittel, saubere Flüsse, saubere Luft, sichere Schulen, sichere Straßen". Vieles davon gehe mit Regulierung einher. Er äußerte jedoch Zweifel, wie viel von der bestehenden Regulierung tatsächlich zurückgenommen werden kann.
Warnung vor Eingriffen in die Fed-Unabhängigkeit
In einem Meinungsartikel im Wall Street Journal, den Ken Griffin zusammen mit Anil Kashyap, einem Wirtschaftsprofessor der University of Chicago, verfasste, äußerte er Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Griffin, ein bedeutender Spender der Republikaner, warnte, dass Präsident Trumps Drängen auf niedrigere Zinssätze und seine Angriffe auf den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell "erhebliche Kosten" verursachen könnten.
Obwohl Griffin anerkannte, dass die Bekämpfung der Inflation eine Priorität der Trump-Administration sei, argumentierte er, dass "Aussagen und Handlungen, die die Unabhängigkeit der Fed untergraben, das Risiko bergen, sowohl höhere Inflation als auch höhere langfristige Zinsen zu schüren." Er führte aus, dass Trumps Strategie, die Fed öffentlich zu kritisieren und auf eine nachsichtigere Haltung gegenüber der Inflation zu drängen, Inflationserwartungen erhöhen, Marktrisikoprämien steigern und das Vertrauen der Anleger in US-Institutionen schwächen könnte. Trump hatte Powell zuvor als "langsam", "inkompetent" und "politisch motiviert" bezeichnet und dessen Rücktritt gefordert. Auch andere globale Führungspersönlichkeiten, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, äußerten Bedenken über mögliche wirtschaftliche Risiken durch eine Beeinträchtigung der Fed-Unabhängigkeit.