KI-Ära: Workday CTO wechselt zu Anthropic – Prestige für technische Rollen

KI-Ära: Workday CTO wechselt zu Anthropic – Prestige für technische Rollen

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Peter Bailis, ehemals Chief Technology Officer (CTO) bei Workday, hat seine Führungsposition aufgegeben, um bei Anthropic, einem führenden KI-Labor, als "Member of Technical Staff" (MTS) tätig zu werden. Dieser bemerkenswerte Karriereschritt unterstreicht einen wachsenden Trend in der KI-Branche, bei dem flachere, technisch fokussierte Rollen an Prestige und finanzieller Attraktivität gewinnen, während KI-Startups den etablierten Softwaremarkt umgestalten.

Prominenter Wechsel: Workday CTO zu Anthropic

Im März wechselte Peter Bailis zu Anthropic als "Member of Technical Staff", weniger als ein Jahr nachdem er bei Workday als CTO angefangen hatte. Workdays Präsident für Produkt und Technologie, Gerrit Kazmaier, hatte Bailis bei seiner Einstellung als Teil der "All-in"-KI-Initiative des HR-Unternehmens bezeichnet. Zuvor war Bailis laut seinem LinkedIn-Profil etwa anderthalb Jahre lang VP bei Google.

Ein Sprecher von Workday bestätigte Bailis' Weggang und erklärte: "Wir sind dankbar für Peters Beiträge und wünschen ihm alles Gute für sein nächstes Kapitel." Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass Gabe Monroy die Rolle des Chief Technology Officer bei Workday übernommen hat, um das nächste Kapitel der KI-Innovation zu leiten. Ein Sprecher von Anthropic bestätigte Bailis' Wechsel und gab an, dass er dort im Bereich Reinforcement Learning Engineering arbeiten wird.

Der Aufstieg des 'Member of Technical Staff' (MTS)

Die Bezeichnung "Member of Technical Staff" (MTS) ist in führenden KI-Laboren wie Anthropic und OpenAI sowie in größeren Unternehmen für technische Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung weit verbreitet. Dieser Titel hebt eine funktionsübergreifende und nicht-hierarchische Struktur hervor. Obwohl die Bezeichnung keine Führungsposition auf Vorstandsebene impliziert, genießt sie hohes Ansehen und ist oft mit dem Versprechen verbunden, neue Produkte zu entwickeln.

Anthropic betont auf seiner Karriereseite, dass "Ingenieure hier viel Forschung betreiben und Forscher viel Engineering", und fügt hinzu, dass Ingenieure "genauso viel Einfluss auf die Richtung von Anthropic haben werden wie jeder andere". Greg Brockman, Präsident von OpenAI, erklärte 2023 ebenfalls, dass das KI-Startup Menschen nicht in "Forscher und Ingenieure" einteilen wollte und sich stattdessen für den MTS-Titel entschied. Auch Mike Krieger, Mitbegründer und CTO von Instagram, wechselte nach der Gründung einer Nachrichten-Aggregator-App zu Anthropic als Chief Product Officer und später in eine technische Mitarbeiterrolle bei Anthropic's Labs, die an Claude Code arbeiten.

Attraktive Vergütung und Beteiligungsmöglichkeiten

Eine MTS-Rolle kann auch mit einer hohen Vergütung einhergehen. Im Jahr 2025 berichtete Business Insider unter Berufung auf H-1B-Visumsanträge beim Arbeitsministerium, dass ein "Member of Technical Staff" bei Anthropic zwischen 300.000 und 405.000 US-Dollar verdienen kann. Bei OpenAI lag die Spanne für eine vergleichbare Position laut dem Bericht zwischen 210.000 und 530.000 US-Dollar.

Die rasant steigende Bewertung von Anthropic bietet zudem die Aussicht, durch Eigenkapital zu Multimillionären zu werden, da das Startup eine Post-Money-Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar anstrebt. Diese finanziellen Anreize tragen maßgeblich zur Attraktivität der MTS-Rolle in einem führenden KI-Labor bei.

KI-Startups fordern etablierte Software-Giganten heraus

Der potenzielle Reiz der MTS-Rolle in einem führenden KI-Labor kommt zu einer Zeit, in der KI-native Startups größere Softwareunternehmen disruptieren. Im Februar löste die Einführung von Anthropic's Claude Cowork und branchenspezifischen Plugin-Tools einen Ausverkauf im Softwaresektor aus. Diese Reaktion wurde als "SaaSpocalypse" bezeichnet und spiegelte die Befürchtung wider, dass KI-Labore wie Anthropic Tools entwickeln, die so fortschrittlich sind, dass sie Unternehmen, die sich Software-Dienstleistungen widmen, überflüssig machen könnten.

Anthropic's Ambitionen im HR-Bereich

Der Wechsel von Peter Bailis zu Anthropic könnte auch im Kontext von Anthropic's möglichen Expansionsplänen im Bereich HR-Software gesehen werden. Laut The Information hat Anthropic Interesse an der Entwicklung eigener HR-Produkte gezeigt. Kürzlich wurde eine Stellenausschreibung für einen Engineering Manager veröffentlicht, der die Entwicklung von "People Products" wie neue Einstellungs-, Schulungs- und Entwicklungs- sowie Beförderungsmanagement-Tools beaufsichtigen soll. Dies sind Kernfunktionen, die von Workday-Anwendungen abgedeckt werden.

Es ist derzeit nicht bestätigt, ob Peter Bailis an der Entwicklung von HR-Produkten bei Anthropic beteiligt sein wird. Interessanterweise war Anthropic bis Februar selbst ein Workday-Kunde, und eine Stellenausschreibung vom Januar besagte, dass Kandidaten mit Erfahrung in Workday, Salesforce und NetSuite bevorzugt werden.

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