KI-Aktien im Sturm: Zwischen Makro-Turbulenzen und Margen-Druck

KI-Aktien im Sturm: Zwischen Makro-Turbulenzen und Margen-Druck

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Das zweite Quartal des Jahres begann mit der wohl volatilsten makroökonomischen Situation seit 2020. Brent Rohöl ist auf 141 US-Dollar pro Barrel gestiegen, wobei Lieferengpässe im Nahen Osten die Schocks zu verlängern drohen. Gleichzeitig beschleunigen sich die Inflationsrisiken, die Wachstumserwartungen sinken und die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigt.

Eine mögliche Erklärung für die aktuelle Marktentwicklung könnte eine Kapitalrotation im zweiten Quartal sein, da institutionelle Anleger ihre Bücher nach dem ersten Quartal neu ausbalancieren. Angesichts der fundamentalen Daten erscheint die Rallye jedoch zunehmend als spekulativer Rückzugsort und weniger als ein Spiegelbild verbesserter Marktbedingungen.

Makroökonomische Turbulenzen prägen den Marktstart

Die Federal Reserve befindet sich in einem Dilemma, gefangen zwischen den erneuten Inflationsängsten, die durch die Energievolatilität ausgelöst werden, und einer steigenden Rezessionswahrscheinlichkeit, die Goldman Sachs auf 30 % beziffert. Die Leitzinsen verharren bei 3,5 % bis 3,75 %, was die Flexibilität der Zentralbank einschränkt. Diese Realität lässt die Rallye bei Speicher- und Halbleiteraktien als fundamental fragil erscheinen.

Unternehmen wie Micron und Western Digital profitieren zwar von der KI-getriebenen Nachfrage, insbesondere im Bereich des Rechenzentrumsausbaus und der Speicherbedürfnisse. Diese Unternehmen sind jedoch stark dem zyklischen Unternehmensausgaben ausgesetzt, die tendenziell zurückgehen, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sich verlangsamt. Goldman Sachs hat seine US-Wachstumsprognose bereits auf 2,1 % gekürzt, ein Niveau, das historisch gesehen Investitionen in Hardware unter Druck gesetzt hat. Steigende Energiekosten belasten zudem die Margen entlang der gesamten Lieferkette.

Hohe Bewertungen und das Beispiel Lumentum

Der starke Anstieg bei Lumentum verdeutlicht die breitere Dynamik und die Bereitschaft der Anleger, alles, was mit der KI-Infrastruktur in Verbindung steht, als Chance zu begreifen. Es zeigt auch, wie weit das Kapital bereit ist, zu jagen. Während Micron, Western Digital und SanDisk mit Kurs-Umsatz-Verhältnissen (P/S) von 7x bis 12x gehandelt werden, liegt das Verhältnis von Lumentum bei 27,7x. Anleger zahlen hier fast 28 US-Dollar für jeden US-Dollar Umsatz, den das Unternehmen generiert.

BCA Research: KI als Margenkiller?

BCA Research bietet einen kritischen Gegenentwurf zum vorherrschenden KI-Optimismus. In ihrem März-Bericht argumentiert das Unternehmen, dass Künstliche Intelligenz letztendlich die Gewinnmotoren großer Technologieunternehmen eher untergraben als stärken könnte. Obwohl Produktivitätsgewinne wahrscheinlich sind, deutet die Geschichte darauf hin, dass eine schnellere Produktivität nicht zwangsläufig höhere Gewinne garantiert. BCA sieht Parallelen zur Periode von 1995 bis 2005, als die Effizienz stark anstieg, die Margen jedoch nicht proportional zunahmen.

KI bedroht traditionelle Wettbewerbsvorteile wie Skaleneffekte, Netzwerkeffekte und proprietäre Technologien. Software könnte zu einem Massenprodukt werden, während Plattformen Gefahr laufen, zu bloßen Content-Repositories zu verkommen. Angesichts der Tatsache, dass Technologieaktien mittlerweile fast die Hälfte der Marktkapitalisierung des S&P 500 ausmachen, sind die Auswirkungen einer solchen Margenkompression erheblich.