KI-Boom: Datenzentren überflügeln Bürobau in den USA mit Rekordinvestitionen

KI-Boom: Datenzentren überflügeln Bürobau in den USA mit Rekordinvestitionen

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Der Bau von Datenzentren in den USA erlebt einen beispiellosen Boom, angetrieben durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Erstmals übertreffen die Investitionen in digitale Infrastruktur die traditionelle Büroflächenentwicklung und markieren einen fundamentalen Wandel in der US-Wirtschaftslandschaft. Diese Verschiebung wird maßgeblich durch die aggressiven Kapitalausgaben (CapEx) großer Technologieunternehmen, sogenannter Hyperscaler, vorangetrieben.

KI treibt beispiellosen Bauboom bei Datenzentren an

Die Künstliche Intelligenz-Revolution ist der direkte Motor für den beispiellosen Anstieg im Bau von Datenzentren. Um ressourcenintensive KI-Modelle zu unterstützen, haben Hyperscaler ihre Kapitalausgaben massiv erhöht. Dieser Trend beschleunigte sich nach dem öffentlichen Debüt der generativen KI erheblich. Seit November 2022, dem Start von ChatGPT, stieg der Bau von Datenzentren um 228%, wie The Kobeissi Letter feststellte, und schlussfolgerte, dass "KI die US-Wirtschaft neu gestaltet".

Die Ausgaben für den Bau von Datenzentren erreichten im Gesamtjahr 2025 41 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 32% gegenüber 2024 und ein Wachstum von über 100% innerhalb von zwei Jahren. Bis November 2025 beliefen sich die Ausgaben bereits auf 53,7 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 138,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Im Januar 2026 wurde mit 25,2 Milliarden US-Dollar ein neuer monatlicher Rekord bei den Baubeginnen verzeichnet, der höchste Wert seit Beginn der separaten Erfassung von Datenzentren durch das Census Bureau im Jahr 2020.

Historischer Wandel in der US-Immobilienlandschaft

Im Dezember 2025 übertrafen die Ausgaben für den Bau von Datenzentren in den USA erstmals die Ausgaben für den Bau von Bürogebäuden. Mit einer annualisierten Rate von über 45 Milliarden US-Dollar für Datenzentren gegenüber rund 43 Milliarden US-Dollar für Bürobauten, laut Bloomberg unter Berufung auf Daten des Census Bureau, markiert dies eine strukturelle Neuausrichtung der Kapitalallokation in Amerika.

Während der digitale Infrastruktursektor floriert, befindet sich der traditionelle Bürobau weiterhin in einem starken Abschwung. Der Wert der im Bau befindlichen allgemeinen Bürogebäude ist im letzten Jahr um 13% gesunken und liegt nun bei nur noch 43,5 Milliarden US-Dollar, dem niedrigsten Stand seit Oktober 2015. Der Kontrast ist frappierend: Im exakt gleichen Zeitraum, in dem der Bau von Datenzentren um über 200% in die Höhe schnellte, ist der Bau von allgemeinen Bürogebäuden um 38% eingebrochen.

Milliardeninvestitionen der Hyperscaler

Fünf große Technologieunternehmen – Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle – haben für 2026 Kapitalausgaben von insgesamt 700 Milliarden US-Dollar angekündigt, die größtenteils in KI-bezogene Infrastruktur fließen sollen. Moody’s Ratings erwartet, dass die gesamten Kapitalausgaben der sechs größten US-Hyperscaler (Microsoft, Amazon Web Services (AWS), Meta Platforms, Alphabet, Oracle und CoreWeave) in diesem Jahr rund 700 Milliarden US-Dollar erreichen werden, was fast dem Sechsfachen des Niveaus von 2022 entspricht.

Meta Platforms allein wird voraussichtlich über 70 Milliarden US-Dollar an Kapitalausgaben im Jahr 2025 tätigen, wobei Analysten für 2026 sogar 100 Milliarden US-Dollar prognostizieren. Ein Beispiel ist Metas Prometheus-Anlage in New Albany, Ohio, die sich im Bau befindet und ein 200-MW-Erdgasstromerzeugungsprojekt vor Ort umfasst, das bis November 2026 betriebsbereit sein soll.

Nebius Group profitiert von Meta-Megadeal

Meta Platforms, als einer der großen Hyperscaler, finanziert maßgeblich die Infrastruktur für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Kürzlich schloss die Nebius Group (NBIS) einen Fünfjahresvertrag mit Meta ab, um Kapazitäten in mehreren ihrer Datenzentren bereitzustellen. Dieser Vertrag hat einen Wert von 12 Milliarden US-Dollar und umfasst die nächste Generation von Nvidias Grafikprozessoren (GPUs) und die Vera Rubin-Plattform.

Zusätzlich wird Meta in den nächsten fünf Jahren weitere Rechenkapazitäten im Wert von bis zu 15 Milliarden US-Dollar in anderen neu eröffneten Nebius-Datenzentren erwerben. Der Gesamtwert des Vertrags zwischen Nebius und Meta beläuft sich somit auf bis zu 27 Milliarden US-Dollar. Nebius, das Datenzentren mit Nvidias neuesten Plattformen und GPUs baut und diese an Unternehmen vermietet, die KI einsetzen, hatte bereits Ende 2025 eine erste Vereinbarung mit Meta über 3 Milliarden US-Dollar Kapazität getroffen.

Dieser neue Meta-Deal hat das Potenzial, größer zu sein als eine frühere Vereinbarung von Nebius mit Microsoft, die sich auf 19,4 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre belaufen könnte. Die Vereinbarung mit Meta, die 2027 in Kraft treten soll, könnte Nebius' Jahresumsatz um 2,4 Milliarden US-Dollar erhöhen (gleichmäßig verteilt) und die jährliche wiederkehrende Umsatzrate (ARR) konservativ auf über 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 steigern. Analysten erwarten für Nebius einen Gesamtumsatz von rund 9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 und 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028, wobei diese Schätzungen durch den Meta-Deal nun als "sehr übertreffbar" gelten.

Herausforderungen und Investorenbedenken

Der massive Anstieg der Kapitalausgaben, obwohl er das Umsatzwachstum beschleunigt, belastet die historisch starken freien Cashflows der Unternehmen und führt zu einer erhöhten Abhängigkeit von Fremdkapital. Moody’s Ratings zufolge testen diese Ausgaben die finanzielle Stärke der Hyperscaler. Die Nachfrage nach Rechenkapazität zur Schulung neuer KI-Modelle und zur Unterstützung des explosionsartigen Wachstums von Inferenz- und Agenten-Anwendungen übersteigt weiterhin das Angebot.

Die gesamte Branche bleibt kapazitätsbeschränkt, da der Mangel an sofort verfügbarer Elektrizität für Datenzentren und die Bauzeit die KI-Kapazität einschränken. Es wird erwartet, dass das Angebot die Nachfrage bis 2027 nicht decken kann. Die Skalierung und das Tempo der Ausgaben haben auch eine Debatte unter Investoren über die potenziellen Renditen von KI-Infrastrukturinvestitionen ausgelöst. Während Hyperscaler KI-Investitionen als strategische Notwendigkeit und einmalige Chance sehen, befürchten einige Investoren, dass aggressive Ausgaben zu Überkapazitäten und schwächeren Renditen führen könnten.

Raj Joshi, Senior Vice President der Moody’s Corporate Finance Group, betonte jedoch, dass Hyperscaler versuchen, langfristige Risiken zu begrenzen, indem sie den Ausbau von Datenzentren stufenweise planen und Investitionen enger an die vertraglich vereinbarte Nachfrage anpassen. Er beschrieb die Denkweise vieler neuer KI-Infrastrukturprojekte mit den Worten: "Ich werde nur bauen, wenn ich feste Zusagen oder Verträge oder Nachfrage sehe."