KI-Boom verschiebt Rechenzentrums-Karte: Mittlerer Westen und Texas im Fokus

KI-Boom verschiebt Rechenzentrums-Karte: Mittlerer Westen und Texas im Fokus

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Der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) zeichnet die Landkarte der amerikanischen Rechenzentren neu. Texas und der Mittlere Westen entwickeln sich zu den zentralen Knotenpunkten für die größten und leistungsstärksten Rechenzentren für Cloud- und KI-Computing, wodurch sich der Schwerpunkt der Branche von Nord-Virginia verlagert.

Verschiebung der Rechenzentrumslandschaft

Ein neuer Bericht des IT-Marktforschungsunternehmens Synergy zeigt, dass Texas und der Mittlere Westen bis Ende 2025 ein Drittel der Hyperscale-Rechenzentrumskapazität ausmachen werden. Für die kommenden Jahre wird erwartet, dass diese beiden Regionen 53 % der neu entstehenden Hyperscale-Rechenzentrumskapazität stellen. Nord-Virginia diente lange als primärer Rechenzentrums-Hub für Big Tech, doch die Verfügbarkeit von Strom treibt die Verlagerung ins Landesinnere voran. Unternehmen, die die größten und leistungsstärksten Anlagen bauen, suchen nach Standorten mit leicht zugänglicher Elektrizität.

Der Aufstieg des Mittleren Westens

Der Mittlere Westen gewinnt schnell an Bedeutung. Wisconsin, Indiana, Michigan und Missouri sind die treibenden Kräfte dieses Wachstums.

  • Wisconsin hat große Rechenzentrumsprojekte von Meta, OpenAI und Microsoft angezogen.
  • Michigan beherbergt ein von Oracle unterstütztes Stargate-Rechenzentrum.
  • Amazon und Google errichten massive Rechenzentrumscampus im Norden Indianas.

Ohio ist bereits einer der größten Rechenzentrums-Märkte des Landes. Rechenzentren in diesem Bundesstaat haben großzügige Steueranreize erhalten, darunter in einigen Fällen 30-jährige Grundsteuererleichterungen. Bis 2030 soll Columbus, Ohio, New York City überholen und nach Chicago zum zweitgrößten Rechenzentrums-Hub in der Region der Großen Seen aufsteigen. Die Region der Großen Seen, die acht Bundesstaaten umfasst, hatte 2024 bereits 525 Rechenzentren, weitere 224 sind bis 2030 geplant. Ohio allein verfügt über mehr als 100 operative Rechenzentren, und 77 weitere sind bis 2030 vorgesehen.

Texas als führender Standort

Texas führt das Land bei der Entwicklung neuer Rechenzentren mit großem Vorsprung an. Ein Faktor für den Boom in Texas ist das Phänomen "BYOP" (bring your own power). Eine Reihe von Rechenzentren im Bundesstaat, darunter der Stargate-Campus in Abilene, umgehen das Stromnetz vollständig und bauen eigene Vor-Ort-Kraftwerke, die hauptsächlich mit Erdgas betrieben werden.

Herausforderungen für die Energieversorgung

Der massive Ausbau der Rechenzentren in den USA belastet das alternde Stromnetz des Landes und schürt Bedenken hinsichtlich steigender Stromkosten. Hyperscale-Rechenzentren, wie die bestehenden Amazon-, Meta- und Google-Anlagen in Ohio, verbrauchen laut João Ferreira, amtierender Direktor des Center for Economic and Policy Studies der University of Virginia, durchschnittlich 30 % mehr Strom als ältere, kleinere Rechenzentren. Diese Anlagen, die die Größe von fünf bis sieben Walmarts erreichen können, laufen 24/7, um Computer-Lernmodelle zu trainieren.

In Ohio wird erwartet, dass der Anteil der Branche am Energieverbrauch des Bundesstaates in den nächsten vier Jahren von 5,3 % auf 10,9 % ansteigen wird. Obwohl Ohio den Bedarf durch den Kauf von Energie aus anderen Bundesstaaten decken könnte, würde dies wahrscheinlich zu weiteren Energiepreiserhöhungen für die Bewohner Ohios führen, so Ferreira.

Wirtschaftliche Auswirkungen und lokale Bedenken

Rechenzentren bringen wirtschaftliche Vorteile mit sich, insbesondere durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, die jedoch hauptsächlich während der Bauphase anfallen. In Ohio wurden bis 2024 rund 22.300 kurzfristige Arbeitsplätze geschaffen, aber nur etwa 4.500 dauerhafte. Der eigentliche wirtschaftliche Nutzen liegt laut Ferreira in den Grundsteuereinnahmen für staatliche und lokale Regierungen. Ohio's Rechenzentrumsbetriebe trugen 128 Millionen US-Dollar an lokalen und 123 Millionen US-Dollar an staatlichen Steuereinnahmen bei. Allerdings können Steuerbefreiungen, die zur Anziehung von Rechenzentren gewährt werden, diesen wirtschaftlichen Nutzen mindern.

Einige lokale Gemeinden im Mittleren Westen wehren sich gegen geplante Rechenzentrumsprojekte.

  • In Indianapolis, Indiana, stieß eine geplante 500-Millionen-Dollar-Anlage von Metrobloks auf erheblichen Widerstand der mehrheitlich schwarzen Gemeinde, die Bedenken hinsichtlich Umweltverschmutzung, Strompreisen und mangelnder lokaler Arbeitsplatzschaffung äußerte. Das Projekt verspricht jedoch 10 Millionen US-Dollar jährliche Grundsteuereinnahmen und eine Zusage von Metrobloks über 2,5 Millionen US-Dollar für Infrastruktur und bezahlbaren Wohnraum.
  • Ein 800-Millionen-Dollar-Rechenzentrumsprojekt in Michigan City, Indiana, das sich bereits im Bau befindet, sieht sich weiterhin mit Gegenwind konfrontiert, da Bedenken hinsichtlich der Luftverschmutzung durch seine Dieselgeneratoren bestehen.
  • Aktivisten und Gemeinden in Wisconsin kämpfen ebenfalls gegen Rechenzentrums-Entwicklungen, da sie befürchten, dass deren hoher Energiebedarf die Stromrechnungen der Haushalte erhöhen könnte.

Rechenzentren sind das Rückgrat der Künstlichen Intelligenz und der Big-Tech-Industrie und werden bestehen bleiben, so Ferreira. Er betont jedoch die Notwendigkeit besserer politischer Maßnahmen, um zu verhindern, dass kleine Unternehmen und einkommensschwache Bewohner die Kosten tragen müssen.