KI formt die Karriere neu: Von der Leiter zur Kletterwand im Job

KI formt die Karriere neu: Von der Leiter zur Kletterwand im Job

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Die traditionelle Karriereleiter, die über Jahrzehnte den Weg für Angestellte in Bürojobs vorgab, scheint ausgedient zu haben. Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt grundlegend, indem sie nicht ganze Berufe ersetzt, sondern Aufgaben neu definiert und Mitarbeiter zwingt, ihre berufliche Entwicklung neu zu denken.

KI verändert die traditionelle Karriereleiter

Jahrzehntelang folgten Angestellte einem vorhersehbaren Muster: Studium, Job, stetiger Aufstieg auf der Karriereleiter. Doch diese Logik wird durch KI auf den Kopf gestellt, wie Aneesh Raman, Chief Economic Opportunity Officer bei LinkedIn, kürzlich in einem Interview mit Business Insider erklärte. Die Technologie zerlegt ganze Rollen in einzelne Aufgaben, automatisiert einige davon, formt andere um und erfordert von Arbeitnehmern ein Umdenken ihrer Karriereplanung.

Raman betont, dass diese Disruption nicht von oben nach unten oder von Systemen ausgeht. Stattdessen werden Arbeitnehmer zukünftig eine "Wand erklimmen, keine Leiter". Diese Metapher beschreibt eine nicht-lineare Karriereentwicklung, die sich in verschiedene Richtungen bewegen kann, abhängig von den individuellen Fähigkeiten und Entscheidungen.

Vom Aufstieg zur Kletterwand: Eine neue Karriere-Metapher

Aneesh Raman und LinkedIn CEO Ryan Roslansky vertiefen diese Idee in ihrem neuen Buch "Open to Work: How to Get Ahead in the Age of AI". Die "Kletterwand" symbolisiert ein Modell, in dem Karrieren nicht mehr linear oder vorhersehbar sind. Stattdessen können sie sich in mehrere Richtungen entwickeln. Raman verweist auf seine eigene Karriere, die ihn von einem CNN-Korrespondenten im Nahen Osten über ein unbezahltes Praktikum bei Barack Obamas Präsidentschaftskampagne 2008 zu einer Rolle bei LinkedIn führte, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab.

Diese Verlagerung hin zu nicht-linearen Karrieren kann zunächst verunsichernd wirken und Stress verursachen, da sich die Regeln ändern. Raman sieht darin jedoch auch eine Chance für mehr Kontrolle: "An der Wand haben Sie viel mehr Kontrolle über Ihre Karriere", so Raman. Dies ermögliche es Menschen, Wege zu gestalten, die sich um ihre "einzigartigen Fähigkeiten und Neugierden" drehen. Die Meinungen über die Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze sind geteilt; während Computerwissenschaftler wie Geoffrey Hinton vor erheblichen Jobverlusten warnen, sehen andere, wie Perplexity CEO Aravind Srinivas, in Jobkürzungen neue Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen wie IBM und Salesforce haben bereits KI-bedingte Entlassungen vorgenommen.

Praktische Schritte für die KI-Ära

Der Übergang zur "Kletterwand" erfordert von Arbeitnehmern, ihre Aufgaben zu analysieren und zu überlegen, wie KI dabei eingesetzt werden kann. Raman rät, sich zu fragen: "Was kann ich der KI überlassen?" Dies könnte die Erstellung von schnellen Zusammenfassungen oder ersten Entwürfen umfassen. Gleichzeitig sollten Arbeitnehmer diese Tools nutzen, um sich von Routineaufgaben zu entlasten und mehr Zeit für kollaborative Arbeit im Team, intensiveren Kundenkontakt oder die Entwicklung neuer Ideen in Besprechungen zu gewinnen.

"Niemand wird an Ihre Tür klopfen und sagen: 'Wir haben herausgefunden, was Ihr Job im KI-Zeitalter ist'", so Raman. "Das müssen Sie selbst herausfinden." LinkedIn-Daten vom Januar zeigen, dass sich bis 2030 voraussichtlich 70 % der in den meisten Berufen benötigten Fähigkeiten ändern werden, hauptsächlich aufgrund von KI. Daher empfiehlt Raman, sich auf die Echtzeit-Anpassung zu konzentrieren, anstatt Fünf- oder Zehnjahrespläne zu schmieden. "Machen Sie sich keine Sorgen, das 10-Jahres-Problem zu lösen, denn das ist nicht einmal möglich", sagte er. "Konzentrieren Sie sich einfach darauf, das heutige Ich zum morgigen Ich zu entwickeln."

Fähigkeiten im Fokus: Die Zukunft der beruflichen Entwicklung

LinkedIn CEO Ryan Roslansky bekräftigt diese Ansicht. In Microsofts Podcast "Tools and Weapons" betonte er, dass es "keine lineare Karriereentwicklung" mehr gebe. Er forderte Arbeitnehmer auf, sich weniger auf Titel und mehr auf die Weiterentwicklung von Fähigkeiten zu konzentrieren. Roslansky schlägt vor, sich zu fragen: "Was dachte ich, dass ich nicht tun könnte, was ich jetzt, wenn ich KI wirklich nutze, tatsächlich mehr tun kann?" Dies sei eine Neudefinition dessen, was eine Karriere historisch ausmachte.

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