
KI-Hype: Experten warnen vor Überbewertung und potenziellen Gefahren
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Der erfahrene Händler und Ökonom Steve Hanke warnt vor einem übermäßigen Hype um Künstliche Intelligenz (KI), der seiner Meinung nach schlecht enden könnte. Er stimmt dem ehemaligen Chef-KI-Wissenschaftler von Meta und KI-Pionier Yann LeCun zu, der Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT als nicht revolutionär einschätzt. Hanke, Professor für angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Johns Hopkins University, sieht KI als "überbewertet und potenziell gefährlich" an.
Skepsis gegenüber dem KI-Hype
Steve Hanke, der 1995 als Präsident von Toronto Trust Argentina den weltweit besten Investmentfonds leitete und als Wirtschaftsberater von Präsident Ronald Reagan tätig war, äußerte bereits im Oktober, dass die Rationalität der Markteuphorie "weitgehend davon abhängen würde, ob die spektakulären Umsatzprognosen der KI-Firmen Bestand haben". Er riet: "Es könnte ratsam sein, sich anzuschnallen."
LeCuns Kritik an Large Language Models
Yann LeCun, der im Frühjahr 2024 eine Rede hielt, wird von Hanke zitiert: "Wir lassen uns leicht täuschen, dass sie intelligent sind, weil sie fließend mit Sprache umgehen können, aber in Wirklichkeit ist ihr Verständnis der Realität sehr oberflächlich." LeCun fügte hinzu, dass Chatbots zwar ihre Anwendungen hätten, aber "auf dem Weg zu menschlicher Intelligenz ist ein LLM im Grunde eine Abzweigung, eine Ablenkung, eine Sackgasse." LeCun verließ kürzlich Meta, um AMI Labs in Paris zu gründen und Open-Source-KI zu entwickeln, die die physische Welt wirklich verstehen und modellieren kann, nicht nur Sprache.
Warnungen von weiteren Experten
Hanke ist nicht der Einzige, der vor dem KI-Boom warnt. Michael Burry, bekannt aus "The Big Short", hat davor gewarnt, dass Tech-Giganten übermäßig in Mikrochips investieren könnten, die schnell obsolet werden und enttäuschende Renditen liefern könnten. Jeremy Grantham, ein Blasen-Experte und langfristiger Investmentstratege bei GMO, hat darauf hingewiesen, dass frühere transformative Technologien wie Eisenbahnen und das Internet von anfänglichen Blasen geprägt waren, die unweigerlich platzten. Er erwartet, dass dasselbe mit KI geschehen wird.
Der KI-Boom und massive Investitionen
Trotz dieser Bedenken scheint der KI-Boom stark zu sein. OpenAI steht Berichten zufolge kurz davor, über 100 Milliarden US-Dollar zu einem potenziellen Wert von 850 Milliarden US-Dollar aufzunehmen. Der Hersteller von ChatGPT überschritt im vergangenen Jahr einen annualisierten Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar. Die sogenannten "Hyperscaler", die die Infrastruktur für den KI-Boom aufbauen, prognostizieren ebenfalls enorme Ausgaben:
- Meta, Amazon und Alphabet prognostizierten kürzlich, dass ihre Kapitalausgaben für 2026 zusammen 520 Milliarden US-Dollar erreichen könnten.
- Microsoft ist auf dem besten Weg, in diesem Kalenderjahr über 100 Milliarden US-Dollar zu investieren.
Befürworter der KI-Revolution
Auf der anderen Seite stehen KI-Befürworter wie Elon Musk und Sam Altman, die vorhersagen, dass die Technologie die Produktivität erheblich steigern und enorme Gewinne generieren wird. Ihrer Ansicht nach sind die aktuellen Bewertungen mehr als gerechtfertigt. Die Debatte über die Zukunft und das wahre Potenzial der Künstlichen Intelligenz bleibt somit ein zentrales Thema in der Finanzwelt.