KI-Industrie investiert Millionen in US-Vorwahlen und erzielt Erfolge

KI-Industrie investiert Millionen in US-Vorwahlen und erzielt Erfolge

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Die KI-Branche hat begonnen, erhebliche Summen in US-Wahlen zu investieren, was sich bisher größtenteils auszahlt. Zwei konkurrierende Super-PAC-Netzwerke, "Leading the Future" und "Public First", die von KI-Führungskräften und Unternehmen unterstützt werden, gaben zusammen fast 7 Millionen US-Dollar in 11 Kongressvorwahlen aus. In zehn dieser elf Rennen konnten die von der KI-Branche unterstützten Kandidaten die nächste Wahlrunde erreichen.

Dies ist der erste Wahlzyklus, in dem die KI-Industrie aktiv in die Wahlpolitik eingreift. Die Gruppen konzentrieren sich dabei auf offene Vorwahlen in Wahlkreisen, die voraussichtlich entweder demokratisch oder republikanisch bleiben, was bedeutet, dass der Gewinner der Vorwahl wahrscheinlich Mitglied des Kongresses wird.

Zwei rivalisierende Visionen für KI-Regulierung

Obwohl beide Super-PAC-Netzwerke die KI-Industrie repräsentieren, verfolgen sie unterschiedliche Ansätze bezüglich der KI-Regulierung. Diese Meinungsverschiedenheiten führen zu einem "Bürgerkrieg" innerhalb der Branche, der sich in den Wahlkämpfen widerspiegelt.

Auf der einen Seite steht "Leading the Future", ein Super-PAC-Netzwerk, das von einer Reihe von KI-Spendern finanziert wird. Dazu gehören OpenAI-Präsident Greg Brockman und seine Frau Anna, sowie Marc Andreessen und Ben Horowitz von Andreessen Horowitz. Diese Gruppe befürwortet generell eine leichtere Regulierung der KI und unterstützt Kandidaten, die die Branche und technologische Innovation umfassend fördern.

Erfolge von "Leading the Future"

"Leading the Future" hat in den jüngsten Vorwahlen beachtliche Erfolge erzielt. In Texas investierte die Gruppe insgesamt 1,4 Millionen US-Dollar, um Kandidaten in vier Wahlkreisen zu unterstützen. Chris Gober und Jessica Steinmann gewannen ihre jeweiligen Vorwahlen, während Tom Sell und Jace Yarbrough in die Stichwahl am 26. Mai einzogen. Yarbroughs Gegner zog sich später zurück, wodurch Yarbrough effektiv zum Kandidaten wurde.

In Illinois gab "Leading the Future" 1,1 Millionen US-Dollar aus, um die ehemalige demokratische Abgeordnete Melissa Bean zu unterstützen, die ihre Vorwahl gewann. Ebenso war die Gruppe in North Carolina erfolgreich, wo sie 509.000 US-Dollar für die GOP-Kandidatin Laurie Buckhout bereitstellte, die ebenfalls siegreich war. Der einzige Misserfolg für "Leading the Future" war im 2. Bezirk von Illinois, wo fast 1,4 Millionen US-Dollar für Jesse Jackson Jr. ausgegeben wurden, aber Cook County Commissioner Donna Miller stattdessen gewann.

"Public First" setzt auf stärkere Regulierung

Auf der anderen Seite des Spektrums steht "Public First", ein Super-PAC-Netzwerk, das teilweise von Anthropic finanziert wird. Diese Gruppe unterstützt Kandidaten, die einen stärkeren Regulierungsansatz für KI befürworten.

Der bisher größte Erfolg von "Public First" in diesem Jahr war in North Carolina, wo die Gruppe über 1,6 Millionen US-Dollar ausgab, um die demokratische Abgeordnete Valerie Foushee zu unterstützen. Foushee setzte sich erfolgreich gegen ihre Herausforderin Nida Allam durch. Foushee wurde Ende letzten Jahres zur Co-Vorsitzenden einer demokratischen Kommission für künstliche Intelligenz ernannt. In Texas hatte "Public First" ebenfalls Erfolg, indem es rund 830.000 US-Dollar für die Unterstützung von zwei republikanischen Kandidaten, Alex Mealer und Carlos De La Cruz, sowie dem ehemaligen demokratischen Abgeordneten Colin Allred ausgab. Alle drei Kandidaten sind in die Stichwahl am 26. Mai eingezogen.

Jesse Hunt, ein Sprecher von "Leading the Future", kommentierte, dass "Public First" "Schwierigkeiten hatte, seinen bevorzugten Kandidaten zu helfen, Stichwahlen zu vermeiden und Rennen zu gewinnen", während "Leading the Future" eine "unübertroffene Erfolgsbilanz" vorweisen könne. Anthony Rivera-Rodriguez, ein Sprecher von "Public First", konterte, dass ihre PACs "Gewinner machen", während "Leading the Future" "nur offensichtliche Gewinner unterstützt, um eine 'Erfolgsbilanz' zu erzielen."

Der "Bürgerkrieg" der KI-Super-PACs in New York

Trotz ihrer Rivalität traten "Leading the Future" und "Public First" in den meisten der bisherigen 11 Vorwahlen nicht direkt gegeneinander an. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet jedoch der 12. Kongressbezirk von New York, der einen Großteil Manhattans umfasst.

In diesem Rennen hat "Leading the Future" über 2,2 Millionen US-Dollar für Anzeigen ausgegeben, um Alex Bores zu bekämpfen. Bores ist ein New Yorker Staatsabgeordneter und ehemaliger Software-Ingenieur, der Gesetzesentwürfe zur Regulierung von KI im Bundesstaat vorangetrieben hat. Als direkte Reaktion darauf hat "Public First" 477.000 US-Dollar zur Unterstützung von Bores investiert. Die Vorwahl in New York State ist für den 23. Juni angesetzt.

Öffentliche Skepsis und die Notwendigkeit der Einflussnahme

Die Öffentlichkeit steht der künstlichen Intelligenz und der Verbreitung von Rechenzentren, die für deren Betrieb benötigt werden, zunehmend skeptisch gegenüber. Eine Umfrage des Pew Research Center vom letzten Jahr ergab, dass 50 Prozent der Amerikaner besorgter als begeistert über den zunehmenden Einsatz von KI sind. Eine Marquette University-Umfrage vom letzten Monat zeigte zudem, dass 70 Prozent der registrierten Wähler in Wisconsin die Kosten von Rechenzentren höher einschätzen als deren Nutzen. Eine der Hauptsorgen der Wähler ist der Einfluss von Rechenzentren auf die Energiepreise, da die US Energy Information Administration Ende letzten Jahres feststellte, dass die Strompreise seit Ende 2021 um 28 Prozent gestiegen sind.

Brad Carson, Co-Leiter von Public First Action, einer gemeinnützigen Organisation, die eine Gruppe von Super-PACs mit 20 Millionen US-Dollar von Anthropic finanziert, erklärte, dass die öffentliche Wahrnehmung die Ausgaben für KI in den Zwischenwahlen umso notwendiger mache. Carson sagte: "Die Mistgabeln kommen. Die Scheiterhaufen werden errichtet. Und wenn die Menschen nicht sehen, dass KI für den sozialen Nutzen eingesetzt werden kann, werden sie es nicht tolerieren." Insgesamt haben KI-Giganten wie OpenAI und Anthropic bereits über 185 Millionen US-Dollar in die Zwischenwahlen 2026 investiert, um die Regulierung der KI zu beeinflussen.

Gemischte Ergebnisse für Tech-PACs in Illinois

Die KI- und Kryptowährungsindustrien investierten in den Vorwahlen in Illinois erhebliche Summen, erlitten aber auch Rückschläge. Die Unternehmen setzten Millionen in den demokratischen Vorwahlen ein, um Kandidaten zu fördern, die einen "leichten" Regulierungsansatz für Technologien befürworten.

Der Krypto-Super-PAC Fairshake gab über 10 Millionen US-Dollar gegen die Vizegouverneurin von Illinois, Juliana Stratton, aus, die dennoch die demokratische Nominierung gewann. Fairshake und Protect Progress, ebenfalls mit der Kryptoindustrie verbunden, unterstützten auch erfolglos Strattons Hauptrivalen, die US-Abgeordneten Raja Krishnamoorthi und Robin Kelly.

Im 2. Bezirk von Illinois, wo "Leading the Future" (über seine Tochtergesellschaft Think Big) fast 1,4 Millionen US-Dollar für Jesse Jackson Jr. ausgab, gewann Cook County Commissioner Donna Miller. Interessanterweise setzte auch Jobs and Democracy PAC, eine mit "Public First" verbundene Gruppe, etwa 1 Million US-Dollar für eine negative Kampagne gegen Jackson ein. Staatsabgeordneter La Shawn Ford, der Gesetze zur Regulierung der KI- und Kryptoindustrien unterstützt hatte, gewann die demokratische Vorwahl, obwohl Fairshake fast 2,5 Millionen US-Dollar gegen seine Kandidatur ausgab.

Erwähnte Persönlichkeiten