
KI-Investitionen: Alphabet und Amazon trotzen der Skepsis – Analyst sieht 30% bis 50% Potenzial
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Ein Wall Street Analyst sieht die Bedenken bezüglich der KI-Infrastrukturausgaben als überzogen an. Nick Jones von BNP Paribas ist optimistisch für Alphabet und Amazon, trotz steigender Investitionspläne und anfänglicher Skepsis am Markt. Er argumentiert, dass die Ausgaben notwendig sind und die Unternehmen durch Effizienz und eigene Chip-Entwicklungen profitieren.
KI-Infrastruktur: Überzogene Ängste oder berechtigte Sorgen?
Analyst Nick Jones von BNP Paribas hat kürzlich eine optimistische Einschätzung zu Alphabet (NASDAQ: GOOGL, NASDAQ: GOOG) und Amazon (NASDAQ: AMZN) veröffentlicht. Er vertritt die Ansicht, dass die Befürchtungen hinsichtlich der Ausgaben für die Künstliche Intelligenz (KI)-Infrastruktur "überzogen" seien. Die Investitionen in Rechenzentren sind zu Beginn des Jahres zu einem kritischen Thema geworden, da einige Investoren die Wirtschaftlichkeit dieser Ausgaben hinterfragen.
Zu den Skeptikern gehört auch der bekannte Investor Michael Burry, bekannt aus dem Film "The Big Short". Burry argumentierte bereits im letzten Herbst, dass die Nutzungsdauer von Grafikprozessoren (GPUs) und anderen KI-Chips eher kurzlebig sei. Demnach würden Hyperscaler wie Alphabet und Amazon aus ihren hohen Ausgaben keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen können.
Steigende Investitionen und Skepsis der Anleger
Trotz dieser Bedenken haben Alphabet und Amazon ihre Investitionspläne (Capex) für das laufende Jahr deutlich erhöht. Alphabet kündigte im Februar an, dass seine Capex in diesem Jahr zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar liegen werden, von zuvor 91,4 Milliarden US-Dollar. Wenige Tage später zog Amazon nach und erhöhte seine Capex auf 200 Milliarden US-Dollar, gegenüber 131,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Diese Ankündigungen stießen bei den Anlegern nicht auf Gegenliebe, was zu Kursrückgängen bei beiden Aktien führte. Alphabet Inc., ein amerikanischer multinationaler Technologiekonzern mit Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien, wurde am 2. Oktober 2015 durch eine Umstrukturierung von Google gegründet und ist an der Nasdaq unter den Ticker-Symbolen GOOGL und GOOG gelistet.
Cloud-Giganten im Fokus: AWS und Google Cloud
Amazon und Alphabet gehören zusammen mit Microsoft zu den drei größten Cloud-Computing-Anbietern weltweit. Amazon Web Services (AWS) hält die Marktführerschaft in diesem Bereich und hat Mitte der 2000er Jahre die Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Branche ins Leben gerufen. Heute ist AWS das profitabelste und am schnellsten wachsende Segment von Amazon.
Alphabets Google Cloud belegt den dritten Platz im Marktanteil, hinter Microsofts Azure. Die Investitionen in die Cloud-Infrastruktur sind entscheidend für die Bereitstellung und Skalierung von KI-Diensten.
Analyst Nick Jones: Effizienz und Nachfrage als Treiber
In seiner Analyse argumentiert Nick Jones, dass die Verhältnisse von Auftragsbestand zu Investitionsausgaben (Backlog-to-Capex-Ratios) zeigen, dass keines der Unternehmen übermäßig viel ausgibt. Vielmehr seien die aktuellen Investitionen notwendig, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Jones hebt zudem hervor, dass beide Unternehmen effizienter werden. Dies zeige sich daran, dass ihre Kennzahlen für den Umsatz pro Mitarbeiter (Revenue per Employee) steigen.
Der Vorteil kundenspezifischer Chips
Neben diesen Kennzahlen verfügen Alphabet und Amazon über einen weiteren strategischen Vorteil, der ihre Investitionen in KI-Infrastruktur untermauert: die Entwicklung kundenspezifischer Chips. Sowohl Alphabet als auch Amazon haben eigene KI-ASICs (Application-Specific Integrated Circuits) entwickelt. Diese speziell angefertigten Chips sind darauf ausgelegt, bestimmte KI-bezogene Aufgaben zu bewältigen.
Da ASICs zweckgebunden sind, sind sie tendenziell energieeffizienter und weisen geringere Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) auf. Dies verschafft beiden Unternehmen einen strukturellen Kostenvorteil. Alphabet ist in diesem Bereich führend mit seinen Tensor Processing Units (TPUs).
Kursziele mit deutlichem Potenzial
Basierend auf seiner Analyse hat Nick Jones von BNP Paribas ehrgeizige Kursziele für die beiden Tech-Giganten festgelegt. Für Alphabet sieht er ein Kursziel von 390 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 30 Prozent entspricht.
Für Amazon setzt der Analyst ein Kursziel von 320 US-Dollar, was bei Erreichen einen Zuwachs von rund 50 Prozent bedeuten würde.