KI-Revolution: Diese Jobs sind gefährdet, diese Fähigkeiten gefragt

KI-Revolution: Diese Jobs sind gefährdet, diese Fähigkeiten gefragt

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Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert den Arbeitsmarkt grundlegend. Während einige Berufsfelder zunehmend automatisiert werden, integrieren Unternehmen KI-Lösungen immer tiefer in ihre täglichen Abläufe, was die Nachfrage nach spezifischen menschlichen Fähigkeiten drastisch erhöht.

KI-Automatisierung: Welche Jobs sind am stärksten betroffen?

Olivier Godement, Leiter der Geschäftsprodukte bei OpenAI, identifiziert drei Berufsfelder, die in den kommenden Jahren von der Automatisierung betroffen sein könnten. Auf dem Podcast "Unsupervised Learning" nannte er die Biowissenschaften, die Computertechnik und den Kundenservice als Bereiche, die vor großen Veränderungen stehen.

Im Bereich der Biowissenschaften und Pharmaunternehmen, wie Amgen, mit denen Godement zusammenarbeitet, sieht er großes Automatisierungspotenzial bei administrativen Prozessen. Die Zeit von der Entwicklung eines Medikaments bis zur Markteinführung, die Monate oder Jahre dauern kann, könnte durch KI verkürzt werden, da Modelle gut darin sind, strukturierte und unstrukturierte Daten zu aggregieren und zu konsolidieren.

Auch die Softwareentwicklung ist betroffen. Obwohl die vollständige Automatisierung der Arbeit eines Softwareingenieurs noch nicht erreicht ist, sieht Godement eine klare Entwicklung in diese Richtung. Eine Studie von Indeed vom Oktober zeigt, dass Softwareingenieure, Qualitätssicherungsingenieure, Produktmanager und Projektmanager zu den Tech-Jobs gehören, die am häufigsten von Entlassungen betroffen waren.

Zuletzt nennt Godement kundenorientierte Rollen wie Vertrieb und Kundenerfahrung. Er berichtet von der Zusammenarbeit mit T-Mobile in den USA, wo bereits gute Ergebnisse bei der Verbesserung des Kundenerlebnisses erzielt werden. Er erwartet, dass die Menge der zuverlässig automatisierbaren Aufgaben in den nächsten ein bis zwei Jahren überraschend hoch sein wird. Geoffrey Hinton, bekannt als "Godfather of AI", ergänzt, dass "banale intellektuelle Arbeit" wie die von Paralegals oder Callcenter-Mitarbeitern stark gefährdet sei, während Berufe mit physischer Manipulation, wie der eines Klempners, vorerst sicherer sind.

Von Piloten zu tiefen Integrationen: KI im Unternehmenseinsatz

Laut OpenAI hat sich der Einsatz von KI in Unternehmen von Pilotprojekten zu tiefen Workflow-Integrationen entwickelt. Firmen weisen den Modellen nun komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe zu, anstatt nur Textzusammenfassungen anzufordern. Diese Entwicklung zeigt einen grundlegenden Wandel in der Nutzung generativer Modelle.

Mit über 800 Millionen wöchentlichen Nutzern und mehr als einer Million Geschäftskunden treibt ein "Flywheel"-Effekt die Vertrautheit der Verbraucher mit KI in professionelle Umgebungen. Die Produktivitätsgewinne sind konkret: Nutzer sparen durchschnittlich 40 bis 60 Minuten pro aktivem Tag durch die Technologie. Für Datenwissenschaftler, Ingenieure und Kommunikationsfachleute liegen die Einsparungen sogar bei 60 bis 80 Minuten täglich.

Die Komplexität der Aufgaben ist ein entscheidender Indikator für die Reife des Unternehmenseinsatzes. Während das ChatGPT-Nachrichtenvolumen im Jahresvergleich um das Achtfache gestiegen ist, hat der Verbrauch von API-Reasoning-Tokens pro Organisation um das 320-fache zugenommen. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen intelligentere Modelle systematisch in ihre Produkte integrieren, um Logik statt nur grundlegende Anfragen zu bearbeiten.

Die Nutzung von Custom GPTs und Projekten, die es Mitarbeitern ermöglichen, Modelle mit spezifischem institutionellem Wissen zu instruieren, ist in diesem Jahr um das 19-fache gestiegen. Etwa 20 Prozent aller Unternehmensnachrichten werden über diese maßgeschneiderten Umgebungen verarbeitet. Darüber hinaus sind Coding-Anfragen in allen Geschäftsfunktionen gestiegen, auch außerhalb von Ingenieur-, IT- und Forschungsrollen um durchschnittlich 36 Prozent in den letzten sechs Monaten. Dies ermöglicht nicht-technischen Teams Analysen, die zuvor spezialisierte Entwickler erforderten.

Der Wandel der Skill-Anforderungen: Menschliche Fähigkeiten im Fokus

Während KI Routinearbeiten und Einstiegspositionen automatisiert, verschwinden viele traditionelle "Lernrollen", die früher grundlegende Erfahrungen vermittelten. Ein Bericht von Cornerstone OnDemand zeigt einen starken Rückgang der Nachfrage nach traditionellen menschlichen Fähigkeiten, die an Routineaufgaben gebunden sind:

  • Kundenservice: –45 %
  • Administrative Unterstützung: –38 %
  • Vertrieb und Marketing: –22 %

Im Gegensatz dazu steigt die Nachfrage nach menschlich-zentrierten Fähigkeiten, die es Mitarbeitern ermöglichen, Komplexität und Störungen zu bewältigen:

  • Emotionale Intelligenz: +95 %
  • Resilienz und Flexibilität: +42 %
  • Führung und sozialer Einfluss: +28 %
  • Kreatives Denken: +18 %

Zusätzlich zur digitalen Transformation treibt der globale Wandel hin zur Nachhaltigkeit die Nachfrage nach technischen Fähigkeiten in diesem Bereich stark an. Kompetenzen im Zusammenhang mit grünen Technologien (+156 %), Nachhaltigkeitsmanagement (+180 %) und erneuerbaren Energiesystemen (+165 %) gehören zu den am schnellsten wachsenden weltweit. Auch im Gesundheitswesen steigt die Nachfrage nach Fähigkeiten für registrierte Krankenpfleger (+278 %), Patientenversorgung (+79 %) und Biotechnologie (+145 %).

Der Bericht warnt davor, dass Organisationen ohne erneute Investitionen in strukturiertes Lernen, Ausbildungsprogramme und Talententwicklungspfade riskieren, kurzfristige Effizienz auf Kosten langfristiger Fähigkeiten zu verfolgen. Urteilsvermögen, Kreativität, Empathie und Anpassungsfähigkeit werden zu den wahren Differenzierungsmerkmalen.

Strategische Partnerschaften treiben KI-Adoption voran

Um die Einführung von KI in Unternehmen zu beschleunigen, gehen führende Akteure strategische Partnerschaften ein. Accenture und OpenAI haben eine Zusammenarbeit angekündigt, um Unternehmenskunden dabei zu unterstützen, neue Innovations- und Wachstumspotenziale durch den Einsatz von agentischen KI-Systemen zu erschließen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Accenture Zehntausende seiner Fachkräfte mit ChatGPT Enterprise ausstatten und es in der Beratung, im Betrieb und in der Bereitstellung nutzen.

Julie Sweet, Chair und CEO von Accenture, betont, dass die Kombination von OpenAIs bahnbrechenden Technologien mit Accentures Branchen- und Funktionskenntnissen sowie globalen Lieferkapazitäten die Unternehmensneuerfindung und Geschäftsergebnisse für Kunden beschleunigen wird. Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, hebt hervor, dass Accenture eine wichtige Rolle bei der Einführung von Technologien spielt, die jede neue Ära definieren.

Ein neues Flaggschiff-KI-Programm wird OpenAI-Unternehmensprodukte mit Accentures KI-Expertise und Branchenkenntnissen kombinieren. Dieses Programm wird Accenture mit den neuesten Implementierungs-Playbooks, Anwendungsfällen, Sicherheits- und Bereitstellungsinformationen sowie praktischem Fachwissen ausstatten. Es soll Unternehmen in Branchen wie Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, öffentlicher Sektor und Einzelhandel dabei helfen, veraltete Prozesse in KI-gestützte Workflows umzuwandeln. Accenture wird beispielsweise OpenAI AgentKit nutzen, um Kunden bei der schnellen Entwicklung, dem Testen und der Bereitstellung benutzerdefinierter KI-Agenten zu unterstützen, die Arbeitsabläufe automatisieren und die Entscheidungsfindung verbessern.

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