
KI-Revolution: Neue Anlagechancen jenseits von Big Tech in Energie und Infrastruktur
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Künstliche Intelligenz (KI) ist längst keine Nischentechnologie mehr, die sich auf Chips und Software beschränkt. Sie gestaltet Energiemärkte, Infrastrukturausgaben und die Portfoliokonstruktion grundlegend neu. Anleger, die sich ausschließlich auf traditionelle Tech-Giganten konzentrieren, könnten die nächste Phase der Wertschöpfung verpassen.
KI als Treiber für Energie und Infrastruktur
Die rasante Skalierung von KI-Anwendungen ist eng mit ihren physischen Anforderungen verbunden. Stromversorgung, Kühlung, Netzstabilität und die Effizienz von Datenzentren sind zu entscheidenden Engpässen geworden. Diese Entwicklung schafft neue Möglichkeiten für Unternehmen, die diese kritischen Bedürfnisse adressieren.
Ein bemerkenswertes Beispiel ist Bloom Energy. Nach Jahren des Kampfes um eine Rendite über dem IPO-Preis von 2018, schossen die Aktien des Unternehmens seit letztem Jahr um über 500 % in die Höhe. Dies geschah, als die Nachfrage nach ihren Brennstoffzellen für Datenzentren stark anstieg, wodurch Bloom Energy eine Marktkapitalisierung von über 30 Milliarden US-Dollar erreichte.
Aufstieg der Small- und Mid-Caps
Viele der neuen Chancen entstehen in Small- und Mid-Cap-Unternehmen. Firmen, die einst außerhalb des Marktfokus lagen, "bewegen sich sehr schnell in der Kapitalstruktur nach oben", erklärte Jennifer Grancio, Global Head of Distribution bei der TCW Group, in der CNBC-Sendung "ETF Edge". Diese Unternehmen agieren oft in engen Segmenten mit begrenztem Wettbewerb, was eine schnellere Verbesserung der Fundamentaldaten ermöglicht, als es die Anlegerwahrnehmung vermuten lässt.
Energiezuverlässigkeit und der Nuklear-Shift
Die Energiezuverlässigkeit ist ein zentrales Thema. Während in den letzten Jahren die Debatte um die Regelmäßigkeit erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft dominierte, hat KI die Diskussion verschoben. Datenzentren können keine Unterbrechungen tolerieren und benötigen eine konstante Stromversorgung, um Ausfallzeiten zu vermeiden.
Diese Realität hat zu einem "massiven Wandel hin zur Kernenergie" geführt, so Grancio. Dazu gehören erneute Investitionen in die Wartung bestehender Anlagen und die Entwicklung kleiner modularer Reaktoren. Solche Projekte fördern neue Zulieferer und beschleunigen das Wachstum spezialisierter Akteure, die vor den Versorgungsunternehmen und Hyperscalern angesiedelt sind.
Anleger, die sich für diesen Sektor interessieren, finden verschiedene spezialisierte ETFs:
- First Trust Bloomberg Nuclear Power ETF (RCTR)
- VanEck Uranium and Nuclear ETF (NLR)
- Themes Uranium & Nuclear ETF (URAN)
- Range Nuclear Renaissance Index ETF (NUKZ)
- Global X Uranium ETF (URA)
Effizienz in Datenzentren und Marktstrukturen
Ebenso entscheidend ist die Effizienz innerhalb der Datenzentren. Mit der Ausweitung von KI-Workloads sind Kühlung und Energiemanagement zu Engpässen geworden. Anleger wenden sich zunehmend Unternehmen zu, die "eins oder zwei in ihrem Bereich" sind und "die Besten in einer bestimmten Technologie", insbesondere dort, wo Alternativen begrenzt sind, so Grancio.
Die Struktur dieser Märkte spielt eine wichtige Rolle. In einigen Fällen gibt es "nur wenige Anbieter", was an Oligopole grenzt, bemerkte Grancio. Diese Konzentration schafft operative Hebelwirkung, bedeutet aber auch, dass Fehltritte kostspielig sein können.
Aktive ETFs und Risikomanagement
Infolgedessen gewinnen aktiv verwaltete ETFs an Bedeutung. Während passive Indizes breite Marktrenditen abbilden und neue Unternehmen aufnehmen, wenn sie skalieren, zielen aktive Strategien darauf ab, diese Unternehmen früher zu identifizieren und sie durch mehrere Wachstumsphasen zu halten.
Die Risiken können jedoch erheblich sein. Teile der KI-gestützten Ökosysteme umfassen "kleine, finanziell schwache Unternehmen", die stark von der Stromnachfrage abhängen, warnte Jan van Eck, CEO von VanEck. "Das bedeutet auch, dass man unterwegs viel Volatilität erlebt", fügte er hinzu.
Daher sollte kein einzelnes KI-Thema die Vermögensallokation eines Anlegers dominieren. "Man möchte sie nicht im Portfolio übergewichten", riet Van Eck. Er beschrieb, dass der Nuklear-ETF von VanEck letztes Jahr auf "schwindelerregenden Niveaus" gehandelt wurde, bevor er zu einem vernünftigeren Einstiegspunkt für neue Anleger zurückkehrte.
Für das Jahr 2026 empfehlen die ETF-Experten, dass Anleger das KI-Thema gezielter in ihre Portfoliokonstruktion integrieren. Aktives Rebalancing und klare Risikoerwartungen werden es Anlegern ermöglichen, investiert zu bleiben, ohne Höchstständen hinterherzujagen oder bei Rückgängen in Panik zu geraten.