
KI-Wettlauf: Googles Werberisiko vs. Microsofts Azure-Wachstum im Fokus
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Der Wettlauf um Künstliche Intelligenz (KI) spitzt sich zu, und Marktanalysten sind sich uneins über die zukünftigen Aussichten der Tech-Giganten Alphabet Inc. (NASDAQ:GOOG) (NASDAQ:GOOGL) und Microsoft Corp. (NASDAQ:MSFT). Während Googles Vorstoß in generative KI sein Kerngeschäft im Werbebereich untergraben könnte, sehen Experten Microsoft durch sein stabiles Cloud-Wachstum im Vorteil.
Googles Suchparadoxon: KI als Risiko für das Kerngeschäft
Google steht laut Cory Johnson, Chief Market Strategist bei Epistrophy Capital Research, vor einer existenziellen Bedrohung. Um relevant zu bleiben, muss das Unternehmen sein eigenes, hochprofitables Geschäftsmodell stören. Traditionell generiert Google Einnahmen durch Suchlinks, die Nutzer anklicken. Generative KI liefert jedoch direkte Antworten und macht diese Klicks überflüssig.
Johnson erklärte gegenüber Schwab Network, dass dies Googles Geschäft "kannibalisiert". Wenn Google KI-Ergebnisse präsentiert, bietet es Antworten statt Links, was direkt in den primären Umsatzstrom eingreift. Daten deuten darauf hin, dass Nutzer deutlich seltener zu anderen Websites wechseln, wenn sie eine KI-generierte Antwort erhalten, im Vergleich zu traditionellen Suchergebnissen. Corey Johnson betonte, dass Googles Geschäft durch die Kannibalisierung der KI einem inhärenten Risiko ausgesetzt ist, da KI die Kernangebote zur Umsatzgenerierung durch Klicks untergräbt.
Microsofts relative Sicherheit und Azure-Wachstum
Im Gegensatz dazu bevorzugt John Freeman, Mitbegründer von Ravenswood Partners, Microsoft für die Jahre 2025 und 2026. Freeman argumentiert, dass Microsoft durch seine Azure-Cloud-Plattform, die kürzlich ein Wachstum von 35 % verzeichnete, ein erhebliches KI-Potenzial bietet, ohne die gleichen internen Störungsrisiken wie Google. Er hob hervor, dass Kern-Profitmotoren wie Windows und Microsoft 365 kurzfristig unwahrscheinlich von KI gestört werden.
Freeman sieht Microsoft als die sicherere relative Wette, da das Unternehmen nicht das Abwärtsrisiko einer generativen KI-Disruption hat. Er betonte zudem, dass Azure nicht nur der führende KI-Cloud-Anbieter ist, sondern auch einen starken Einfluss auf die Entwicklergemeinschaft ausübt, was seine Position im KI-Markt weiter stärkt. Microsoft baut seine Cloud- und KI-Infrastruktur massiv aus und plant, zwischen 2023 und 2027 19 Milliarden CAD (13,85 Milliarden USD) in Kanada zu investieren, um die Rechenzentrumskapazität zu erhöhen und die digitale Souveränität sowie KI-Fähigkeiten zu fördern.
Der Infrastruktur-Boom: Profiteure im Hintergrund
Jenseits der Software-Giganten sind sich beide Analysten einig, dass die unmittelbare Investitionsmöglichkeit im massiven Infrastrukturaufbau liegt, der zur Stromversorgung der KI erforderlich ist. Johnson konzentriert sich auf die breiten Ausgaben für Rechenzentren, Netzwerke und Energie.
Freeman hob speziell den "Memory Trade" hervor. Er empfahl Micron Technology Inc. (NASDAQ:MU) und Lam Research Corp. (NASDAQ:LRCX) als Hauptprofiteure der steigenden Nachfrage nach den enormen Mengen an DRAM-Speicher, die von immer größeren KI-Modellen benötigt werden.
Analysten uneins über Googles Zukunft
Die Beobachtungen der Analysten spiegeln die jüngsten Entwicklungen im KI-Bereich wider. Dan Ives, Analyst bei Wedbush, ist der Ansicht, dass die Wall Street Microsoft unterschätzt. Er argumentiert, dass das Unternehmen trotz seiner Positionierung für erhebliches KI-getriebenes Wachstum im Jahr 2026 "keinen Respekt" erhält, wobei sein Cloud-Geschäft als wichtiger Gewinner bei strategischen KI-Implementierungen gilt.
Allerdings sind nicht alle Analysten so pessimistisch in Bezug auf Google. Landon Swan, Mitbegründer von LikeFolio, ist sehr optimistisch hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens, die Technologie zu nutzen. Einige Analysten sind der Meinung, dass die Wall Street KI nicht mehr als Bedrohung für Googles Suchgeschäft, sondern als "riesige Chance" betrachtet.
Alphabet und Microsoft im Vergleich
Alphabet’s Class A Aktien (GOOGL) stiegen in den letzten sechs Monaten um 76 % und im letzten Jahr um 65 %. Am Montag stieg der Kurs um 0,44 % auf 316,54 USD pro Aktie. Benzinga’s Edge Stock Rankings zeigen, dass GOOGL kurz-, mittel- und langfristig einen stärkeren Preistrend aufweist, jedoch eine schlechte Wertbewertung hat.
Microsofts Edge Rankings platzieren das Unternehmen im 81. Perzentil für Qualität und im 52. Perzentil für Momentum, was seine starke Leistung in beiden Bereichen widerspiegelt. Googles Qualitätsbewertung ist mit dem 94. Perzentil höher.