Kolumbien und Venezuela: Petro und Rodríguez stärken Grenzsicherheit und Energiehandel

Kolumbien und Venezuela: Petro und Rodríguez stärken Grenzsicherheit und Energiehandel

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Kolumbiens Präsident Gustavo Petro besucht am Freitag Venezuela für entscheidende Gespräche über Grenzsicherheit und Handel mit der amtierenden Präsidentin des Landes, Delcy Rodríguez. Dieses erste Treffen der beiden Staatsoberhäupter findet Monate nach der Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau durch das US-Militär im Januar statt.

Grenzsicherheit und Handel im Fokus

Die Agenda des Treffens in Caracas umfasst zentrale Themen wie die Grenzsicherheit und die Intensivierung des Handels zwischen den Nachbarländern. Ein wesentlicher Punkt der Diskussion ist die Präsenz illegaler bewaffneter Gruppen und der Drogenhandel entlang der gemeinsamen Grenze.

Präsident Petro kündigte an, dass seine Delegation, zu der auch hochrangige Militär- und Polizeibeamte gehören, die Grenzsicherheit mit Rodríguez erörtern wird. Der Fokus liegt dabei auf der Region Catatumbo, wo rivalisierende bewaffnete Gruppen um die territoriale Kontrolle kämpfen. Petro betonte die Notwendigkeit einer „engen Zusammenarbeit in der Geheimdiensttätigkeit“, um zu verhindern, dass „Bomben an den falschen Stellen landen... und am Ende Zivilisten töten.“

Energiekooperation und US-Interessen

Ein weiteres zentrales Thema ist die Energiekooperation. Kolumbien bemüht sich aktiv darum, ein Käufer von venezolanischem Gas zu werden. Bereits im letzten Monat wurde eine Ausnahme von den US-Sanktionen beantragt, um in venezolanische Stromprojekte und Erdgasvorhaben zu investieren. Dies könnte die Wiedereröffnung einer Gaspipeline zwischen den beiden südamerikanischen Ländern beinhalten.

Petros Regierung hat zudem Vereinbarungen mit dem staatlichen venezolanischen Ölunternehmen PDVSA getroffen, um die Pipeline im kolumbianischen Abschnitt zu ersetzen. Ronal Rodríguez Durán, Forscher am Venezuela Observatory der Universidad del Rosario, kommentierte die Situation: „Die Vereinigten Staaten haben ein Interesse daran, dass Kolumbien zum Käufer von venezolanischem Gas wird.“ Er fügte hinzu, dass „Kolumbien aufgrund seiner geografischen Lage der Kunde werden würde, der Venezuela unter US-Aufsicht schnell Einnahmen verschaffen könnte.“

Dieses Thema war auch Teil eines fast zweistündigen Treffens zwischen Präsident Petro und US-Präsident Donald Trump im Februar im Weißen Haus. Laut Petro wurden dabei Wege zur Wiederbelebung der venezolanischen Wirtschaft mit kolumbianischer Unterstützung sowie die Rolle der USA besprochen. Der kolumbianische Staatschef forderte dabei die „Aufhebung der Sanktionen“ gegen Venezuela. Die Trump-Regierung zielt darauf ab, die venezolanische Wirtschaft durch ausländische Investitionen in ihre riesigen natürlichen Ressourcen, insbesondere Öl, wiederzubeleben, nachdem das Land unter der Maduro-Regierung jahrelang einen Niedergang erlebte und mindestens 7,7 Millionen Menschen zur Migration gezwungen wurden.

Politische Dimensionen und Herausforderungen

Die Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela waren lange Zeit angespannt. Obwohl Petro Nicolás Maduro nach den umstrittenen Wahlen im Juli 2024, die Proteste und weitreichende Repression auslösten, nicht als legitimen Präsidenten Venezuelas anerkannte, pflegte er diplomatische Beziehungen zu Caracas. Die kolumbianische Regierung erklärte, das aktuelle Treffen ziele darauf ab, „zu einer Lösung der politischen Krise Venezuelas beizutragen.“

Es bleibt jedoch unklar, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Rodríguez Durán wies darauf hin, dass Petros Einfluss als Vermittler begrenzt sei, da seine Amtszeit im August endet. Zukünftige Beziehungen zu Venezuela werden wahrscheinlich auch davon beeinflusst, wer als Nächstes in Kolumbien an die Macht kommt. Ein zuvor geplantes Treffen zwischen Petro und Rodríguez im letzten Monat an der gemeinsamen Grenze wurde von beiden Regierungen wegen „höherer Gewalt“ abgesagt, ohne nähere Erläuterungen. Vor diesem abgesagten Treffen hatten mehrere venezolanische Nichtregierungsorganisationen einen offenen Brief an Petro gerichtet, in dem sie Kolumbien aufforderten, zur „Förderung demokratischer Prinzipien und Menschenrechte“ beizutragen, einschließlich der Freilassung „aller politischen Gefangenen“ und eines Endes der „Verfolgung“.

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