
Kone übernimmt TK Elevator: Milliarden-Deal schafft größten Aufzugbauer
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Der finnische Aufzug- und Rolltreppenhersteller Kone hat sich mit dem deutschen Rivalen TK Elevator auf eine Übernahme geeinigt. Der Deal hat einen Wert von 29,4 Milliarden Euro (34,4 Milliarden US-Dollar) und markiert eine der größten Übernahmevereinbarungen Europas der letzten Jahre. Durch diese Fusion entsteht der weltweit größte Aufzugshersteller, der Konkurrenten wie das US-Unternehmen Otis und die Schweizer Schindler übertrifft.
Einigung und strategische Bedeutung
Die Vereinbarung, die als Bar- und Aktienabkommen strukturiert ist, war bereits in den letzten Tagen Gegenstand von Gerüchten. Kone erwartet durch die Übernahme geschätzte jährliche Synergien von 700 Millionen Euro. Dies unterstreicht das Potenzial für Effizienzsteigerungen und eine stärkere Marktposition.
Philippe Delorme, CEO von Kone, äußerte sich positiv zu der Fusion: „Seit über einem Jahrhundert haben sowohl KONE als auch TKE ihre Geschäfte erfolgreich im Einklang mit einer urbanisierenden Welt entwickelt. Durch die Vereinigung legen wir den Grundstein für ein noch innovativeres Unternehmen, das für langfristigen Erfolg gut positioniert ist.“ Auch Uday Yadav, CEO von TK Elevator, begrüßte die Ankündigung und betonte den tiefen Respekt, den die beiden Unternehmen teilen.
Unterstützung und Hintergründe
Kone-Aktionäre, die etwas mehr als 40 % aller ausstehenden Aktien und rund 74,3 % der gesamten Stimmrechte halten, haben ihre Unterstützung für den Deal zugesagt. Dies signalisiert eine breite Akzeptanz innerhalb des Unternehmens für die strategische Entscheidung.
TK Elevator wurde 2020 als eigenständiges Unternehmen von Thyssenkrupp abgespalten. Damals erwarben die Private-Equity-Firmen Advent und Cinven TK Elevator für rund 17 Milliarden Euro. Die Nachricht von der aktuellen Übernahme ließ die Aktien des deutschen Stahlkonzerns Thyssenkrupp um 14 % steigen. Ein TK Elevator Aufzug war zuletzt am Montag, den 20. April 2026, auf der Hannover Messe am Stand der Microsoft Corp. zu sehen.
Erwartete kartellrechtliche Prüfung
Die vorgeschlagene Fusion wird voraussichtlich einer intensiven Prüfung durch die Kartellbehörden unterzogen. Schindler, ein direkter Konkurrent, hatte bereits Ende letzten Monats gegenüber Reuters erklärt, bereit zu sein, einen solchen Deal vor den Kartellbehörden anzufechten. Dies deutet auf mögliche regulatorische Hürden hin, die es im weiteren Verlauf des Übernahmeprozesses zu überwinden gilt.