KPMG Australien: Partner wegen KI-Betrugs in Schulung bestraft – Branchenweite Sorge

KPMG Australien: Partner wegen KI-Betrugs in Schulung bestraft – Branchenweite Sorge

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KPMG Australien hat einen Partner mit einer Geldstrafe von über 10.000 A$ (rund 7.000 US$) belegt, weil dieser KI-Tools während eines internen Schulungskurses über künstliche Intelligenz missbraucht hat. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall, sondern reiht sich in 28 weitere Fälle ein, in denen Mitarbeiter seit Juli KI für interne Prüfungen nutzten, was die zunehmenden Herausforderungen im Umgang mit KI in der Wirtschaftsprüfungsbranche verdeutlicht.

KI-Missbrauch bei KPMG Australien aufgedeckt

Ein ungenannter Partner von KPMG Australien, der auch als zugelassener Wirtschaftsprüfer registriert ist, wurde für den Missbrauch von KI-Tools während eines internen KI-Trainingskurses bestraft. Die Geldstrafe beläuft sich auf über 10.000 A$ seines zukünftigen Einkommens. Der Partner musste den Test wiederholen, und der Vorfall wurde den Chartered Accountants ANZ zur Prüfung gemeldet.

KPMG hat seit Juli 28 weitere Fälle identifiziert, in denen Mitarbeiter auf Manager-Ebene oder darunter KI für interne Prüfungen eingesetzt haben. Das Unternehmen hat daraufhin seine Überwachungstools zur Erkennung von KI-Missbrauch in Tests verstärkt, aufbauend auf früheren Maßnahmen nach weitverbreitetem Betrug bei internen Bewertungen zwischen 2016 und 2020.

Details zum Vorfall und den Konsequenzen

Der Partner absolvierte im Juli eine KI-Schulung, die die Teilnehmer anwies, ein Referenzhandbuch herunterzuladen. Er verstieß jedoch gegen die Regeln von KPMG, indem er dieses Referenzdokument in ein KI-Tool hochlud, um Prüfungsfragen zu beantworten. Interne Überwachungssysteme von KPMG entdeckten diese Aktivität im August.

Nach einer internen Untersuchung entschied KPMG, den Partner mit einer Geldstrafe von über 10.000 A$ zu belegen. KPMG hat die Angelegenheit auch freiwillig der Australian Securities and Investments Commission (ASIC) gemeldet, als Teil ihres laufenden Austauschs mit der Aufsichtsbehörde.

Branchenweite Herausforderungen und frühere Skandale

Der aktuelle Vorfall bei KPMG Australien ist symptomatisch für eine breitere Herausforderung in der Wirtschaftsprüfungsbranche. Bereits 2021 wurde KPMG Australien mit 615.000 A$ belegt, nachdem "weitverbreitetes" Fehlverhalten aufgedeckt wurde, bei dem über 1.100 Partner zwischen 2016 und 2020 Antworten bei internen Tests teilten. KI-Tools haben nun neue Möglichkeiten für Regelverstöße geschaffen.

Die Association of Chartered Certified Accountants (ACCA), der größte Wirtschaftsprüfungsverband Großbritanniens, verlangt inzwischen Präsenzprüfungen, da KI-gestützter Betrug bei Fernprüfungen zu schwer zu verhindern ist. Helen Brand, CEO der ACCA, sprach von einem "Wendepunkt", da der Einsatz von KI-Tools die Schutzmaßnahmen gegen Betrug übertreffe. Auch Deloitte Australien musste im vergangenen Jahr der Regierung Gelder zurückerstatten, nachdem ein Bericht KI-generierte Fehler enthielt, darunter fabrizierte Gerichtszitate und erfundene akademische Forschung. Greens Senatorin Barbara Pocock äußerte sich während einer australischen Senatsanfrage "extrem enttäuscht" über die geringe Strafe und kritisierte das System als "zahnlos".

Die Rolle von KI in der Wirtschaftsprüfung und interne Reaktionen

KPMG generiert einen wachsenden Anteil seines globalen Umsatzes von 57 Milliarden A$ aus KI-bezogenen Beratungsleistungen. Unternehmen wie KPMG und PricewaterhouseCoopers (PwC) fordern ihre Mitarbeiter aktiv auf, KI bei der Arbeit einzusetzen, um Gewinne zu steigern und Kosten zu senken. Ab 2026 werden KPMG-Partner in ihren Leistungsbeurteilungen auf ihre Fähigkeit zur Nutzung von KI-Tools hin bewertet. Niale Cleobury, globaler KI-Leiter bei KPMG, betonte: "Wir alle haben die Verantwortung, KI in all unsere Arbeit einzubringen."

Andrew Yates, CEO von KPMG Australien, räumte ein: "Wie die meisten Organisationen ringen wir mit der Rolle und dem Einsatz von KI im Zusammenhang mit internen Schulungen und Tests." Er fügte hinzu: "Es ist sehr schwer, dies in den Griff zu bekommen, angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Gesellschaft sie angenommen hat." Ein Kommentator auf LinkedIn, Iwo Szapar, merkte an, dass KPMG möglicherweise die KI-Einführung bekämpfe, anstatt die Schulungsmethoden zu überdenken, und sprach von einem "Schulungsproblem" statt einem "Betrugsproblem".

Transparenz und zukünftige Maßnahmen

KPMG plant, KI-bezogene Betrugsfälle separat in seinen Jahresergebnissen zu veröffentlichen. Dies soll die bestehenden Offenlegungen von Fehlverhalten ergänzen und einen höheren Transparenzstandard in der gesamten Branche der professionellen Dienstleistungsunternehmen schaffen.

Das Unternehmen beabsichtigt zudem zu überprüfen, ob die Mitarbeiter ihrer Pflicht zur Selbstmeldung von Fehlverhalten an ihre Berufsverbände nachgekommen sind. Diese Maßnahmen unterstreichen den Versuch von KPMG, die Integrität und Compliance in einer sich schnell entwickelnden technologischen Landschaft zu gewährleisten.