Kreditkarten-Bonusprogramme: Ackman kritisiert Subventionierung von Geringverdienern

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Milliardär Bill Ackman hat die Struktur von Kreditkarten-Bonusprogrammen scharf kritisiert, da sie Geringverdiener dazu zwinge, die Vorteile wohlhabender Karteninhaber zu subventionieren. Diese Diskussion fällt zusammen mit einer breiteren Debatte über eine mögliche Zinsdeckelung für Kreditkarten, die von Donald Trump vorgeschlagen wurde.

Versteckte Kosten: Ackmans Kritik an Kreditkarten-Bonusprogrammen

Bill Ackman, der Gründer von Pershing Square Capital Management und bekannt für seine strategischen Markt-Timing-Investitionen, äußerte am Samstag Bedenken hinsichtlich der Kreditkarten-Bonusprogramme. Er argumentiert, dass die aktuelle Struktur Geringverdiener unfairerweise dazu zwingt, die Vorteile wohlhabender Karteninhaber zu subventionieren. Ackman schrieb auf X: „Das scheint mir nicht richtig zu sein.“

Wie das System funktioniert: Eine Umverteilung der Kosten

Ackman erklärte, dass Punkte- und Bonusprogramme als Rabatte auf Einkäufe fungieren. Diese Rabatte werden durch Händlergebühren finanziert, die von den Kreditkartenunternehmen erhoben werden. Die Gebühren variieren stark: Für einfache Karten ohne Boni liegen sie bei etwa 1,5 %, während sie für Premium-Karten wie „Black“ oder „Platinum“ 3,5 % oder höher betragen können.

Da Einzelhändler unabhängig von der Zahlungsmethode einheitliche Preise verlangen, zahlen Verbraucher ohne Bonus-Karten effektiv einen Aufschlag von etwa 2 %. Dieser Aufschlag dient dazu, die Vorteile für Premium-Karteninhaber zu decken. Dies stellt eine strukturelle Problematik in der Konsumentenfinanzierung dar, bei der Millionen von Geringverdienern wohlhabende Karteninhaber durch höhere, in den Einzelhandelspreisen enthaltene Händlergebühren subventionieren. Große Kartenherausgeber wie Visa Inc. (NYSE:V) und Mastercard Inc. (NYSE:MA) betreiben diese gestuften Bonussysteme.

Die Debatte um Zinsdeckel: Trump, Ackman und weitere Stimmen

Ackmans Kommentare fallen in eine Zeit, in der auch eine breitere Reformdebatte über Kreditkarten geführt wird. Präsident Donald Trump schlug eine Obergrenze von 10 % für Kreditkartenzinsen vor, die ab dem 20. Januar für ein Jahr gelten soll. Dieser Schritt, der auch vom Weißen Haus angekündigt wurde, zielt darauf ab, die „Erschwinglichkeit“ für Amerikaner zu verbessern und zu verhindern, dass die Öffentlichkeit von Kreditkartenunternehmen „abgezockt“ wird.

Trumps Vorschlag, der Monate vor den US-Zwischenwahlen kommt, ist nicht neu und war bereits ein zentrales Wahlversprechen seiner Kampagne 2024. Ähnliche Vorschläge für eine 10%-Obergrenze wurden in der Vergangenheit von US-Gesetzgebern wie Senator Bernie Sanders, Senator Josh Hawley und Abgeordneten wie Alexandria Ocasio-Cortez gemacht.

Ackmans Bedenken zum Zinsdeckel

Bill Ackman bezeichnete Trumps Vorschlag einer Zinsdeckelung ebenfalls als Fehler. Er warnte, dass Kreditkartenanbieter ohne die Möglichkeit, ausreichende Zinsen zur Deckung von Verlusten und zur Erzielung einer angemessenen Eigenkapitalrendite zu verlangen, Millionen von Verbrauchern die Karten kündigen würden. Diese Verbraucher müssten sich dann an „Kredithaie“ wenden, die höhere Zinsen und schlechtere Konditionen bieten würden.

Als alternative Lösungen schlug Ackman vor, dass mehr Innovation und Wettbewerb unter Kreditkartenanbietern notwendig seien, um die Kreditkartenzinsen zu senken. Er fügte hinzu, dass regulatorische Änderungen, die neuen Marktteilnehmern den Eintritt ermöglichen, zu einer Reduzierung der Zinssätze führen könnten.

Politische Reaktionen und Alternativen

Trumps Vorschlag stieß auf gemischte Reaktionen. Senator Bernie Sanders, der zuvor einen ähnlichen Vorschlag befürwortet hatte, kritisierte Trumps aktuellen Vorstoß. Die US-Demokratische Senatorin Elizabeth Warren, Mitglied des Senatsbankenausschusses, bezeichnete den Aufruf als bedeutungslos ohne ein offizielles, vom Kongress verabschiedetes Gesetz. Sie kommentierte: „Kreditkartenunternehmen anzuflehen, nett zu sein, ist ein Witz.“ Warren hatte bereits ein Jahr zuvor erklärt, dass sie an einem Gesetzentwurf zur Zinsdeckelung mitarbeiten würde, wenn Trump es ernst meinen würde.

Unmittelbar nach Trumps Ankündigung gaben große amerikanische Banken oder Kreditkartenherausgeber wie American Express, Bank of America, Capital One Financial Corp, Citigroup und JPMorgan keine Stellungnahme ab.