
Krugman warnt vor K-förmiger Wirtschaft: Biden-Boom weicht Trump-Freeze
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Der renommierte Ökonom Paul Krugman warnt, dass die Vereinigten Staaten von einer inklusiven, arbeitnehmerfreundlichen Erholung der Joe Biden-Jahre zu einem stratifizierten "Trump-Freeze" übergegangen sind. Dies schaffe eine neue K-förmige Wirtschaft, in der Wohlhabende florieren, während die Arbeiterklasse ins Hintertreffen gerät. Krugman hinterfragt dabei den "faulen Zynismus", dass wirtschaftliche Ungleichheit eine unveränderliche Konstante im amerikanischen Leben sei.
Krugmans Analyse: Wandel der US-Wirtschaft
In einer neuen Analyse verweist Krugman auf Daten der Atlanta Fed, die zeigen, dass die Biden-Präsidentschaft eine seltene "Große Kompression" erlebte. Zwischen 2021 und 2023 übertraf das Lohnwachstum für die unteren 25 % der Verdiener konsequent das der oberen 25 %. Dies wurde durch einen angespannten Arbeitsmarkt begünstigt, der gering bezahlten Arbeitskräften mehr Verhandlungsmacht verlieh.
Dieser Trend hat sich unter der aktuellen Regierung seit Ende 2024 stark umgekehrt. Die Kluft hat sich wieder vergrößert; Gutverdiener, insbesondere jene mit Aktienportfolios, verzeichnen Gewinne, während das Lohnwachstum für Geringverdiener stagniert und kaum die Inflation übertrifft.
Der "eingefrorene" Arbeitsmarkt und seine Folgen
Krugman identifiziert einen "eingefrorenen" Arbeitsmarkt als Hauptursache für diese Entwicklung. Im Gegensatz zum einfachen Einstellungsumfeld von 2023 sind Arbeitgeber heute durch Unsicherheit gelähmt. Krugman argumentiert, dass die erratischen Zollpolitiken von Präsident Donald Trump Unternehmen zögern lassen, neue Mitarbeiter einzustellen.
"Trump mag behaupten, dass wir wirtschaftlich 'das heißeste Land der Welt' sind, aber die Wahrheit ist, dass wir zuletzt 2023-4 einen heißen Arbeitsmarkt hatten", schreibt Krugman. Die Folgen dieses "Einfrierens" treffen marginalisierte Gruppen überproportional. Während die Gesamtarbeitslosigkeit auf 4,6 % gestiegen ist, ist die Arbeitslosigkeit unter Schwarzen seit Sommer 2025 "stark angestiegen". Krugman schlussfolgert, dass diese Ungleichheit nicht unvermeidlich war, da die Biden-Jahre bewiesen hätten, dass bewusste politische Entscheidungen Vollbeschäftigung fördern und die Vermögenslücke verringern können.
Kritik an der Wirtschaftspolitik der aktuellen Regierung
Krugman hinterfragt Präsident Trumps Einschätzung der US-Wirtschaft, die dieser mit "A-plus-plus-plus-plus-plus" bewertete. Er bezeichnete Trumps "Affordability Tour" als desaströsen Start und kritisierte, dass die Preise trotz Trumps Wahlversprechen, sie ab "Tag eins" zu senken, weiter steigen. Krugman meint, dass Präsident Trump politisch in einer viel besseren Verfassung wäre, hätte er Bidens Politik fortgesetzt.
Er fügt hinzu, dass Entscheidungen wie die "Liberation Day"-Zölle und Störungen im Zusammenhang mit dem Department of Government Efficiency Chaos in den Vereinigten Staaten verursacht hätten. Krugman kritisiert Trumps Aussage, dass die Preise "tatsächlich stark sinken" würden, und bezeichnet dies als eine "selbstzerstörerische politische Strategie".
Aktienmärkte zeigen gemischtes Bild
Trotz der wirtschaftlichen Bedenken Krugmans zeigten sich die US-Aktienmärkte teilweise robust. Am Heiligabend schlossen sowohl der S&P 500 als auch der Dow Jones Index auf Rekordniveau. Der S&P 500 lag im Jahresvergleich 18,12 % höher, während der Nasdaq Composite und der Dow Jones um 22,47 % bzw. 14,95 % zulegten.
Der SPDR S&P 500 ETF Trust (NYSE:SPY) und der Invesco QQQ Trust ETF (NASDAQ:QQQ), die den S&P 500 Index bzw. den Nasdaq 100 Index abbilden, schlossen am Mittwoch höher. Der SPY stieg um 0,35 % auf 690,38 US-Dollar, während der QQQ um 0,29 % auf 623,93 US-Dollar zulegte, basierend auf Benzinga Pro-Daten. Die Futures der Dow Jones-, S&P 500- und Nasdaq 100-Indizes waren am Freitag jedoch niedriger. An einem anderen Mittwochmorgen zeigten sich die US-Aktienmärkte gemischt, wobei der SPY um 0,09 % stieg, der QQQ um 0,22 % fiel und der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF Trust (DIA) um 0,5 % zulegte.