
Krypto-Milliardär Justin Sun attackiert World Liberty Financial wegen Machtzentralisierung
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Der Krypto-Milliardär Justin Sun, Gründer von Tron (CRYPTO: TRX), hat seine Angriffe auf die mit der Trump-Familie verbundene Plattform World Liberty Financial (WLFI) intensiviert. Sun behauptet, die Governance-Struktur von WLFI sei "von innen ausgehöhlt" und kritisiert die angebliche Zentralisierung der Macht innerhalb des Projekts.
Vorwürfe der Machtzentralisierung
In einem Post auf X (ehemals Twitter) äußerte Justin Sun den Vorwurf, dass nur eine einzige Person innerhalb von World Liberty Financial die "einseitige Macht besitzt, die Vermögenswerte jedes Token-Inhabers einzufrieren". Diese Behauptung stützt sich auf eine Analyse des On-Chain-Ermittlers banteg, die aufzeigte, dass ein einzelnes "Guardian Externally Owned Account" (EOA) Suns Wallet bereits im vergangenen Jahr auf eine schwarze Liste gesetzt hatte.
Solche "Guardian"-Rollen in Token-Kontrakten sind mit Administratorrechten ausgestattet, die unter anderem die Möglichkeit umfassen, eine Blacklist-Funktion aufzurufen. Sun behauptet weiter, dass das Einfrieren von Vermögenswerten eine 3-von-5-Multisig-Abstimmung erfordert, was bedeutet, dass ein Vorschlag von mindestens drei der fünf autorisierten Schlüsselhalter unterzeichnet und genehmigt werden muss. Laut Sun ist "jeder Vorschlag, jede Abstimmung, jede Behauptung dezentraler Entscheidungsfindung Theater".
Der Blacklisting-Mechanismus
Sun beschuldigt World Liberty Financial, einen verborgenen "Backdoor"-Mechanismus in den Smart Contract des WLFI-Tokens integriert zu haben. Diese Funktion soll es den Betreibern des Krypto-Projekts ermöglichen, Investoren-Tokens nach Belieben einzufrieren, einzuschränken oder sogar zu beschlagnahmen, ohne vorherige Warnung oder Begründung. Er bezeichnete diese undeklarierte Fähigkeit als "Falle, die als offene Tür vermarktet wird" und die den Kernprinzipien der Dezentralisierung widerspricht, die das Projekt angeblich vertritt.
Justin Sun, der sich selbst als "erstes und größtes Opfer" dieser Praktiken bezeichnet, nachdem sein eigenes WLFI-Wallet 2025 auf die schwarze Liste gesetzt wurde, fordert die Offenlegung der Identität der Personen, die diese Macht innehaben. Er betonte: "Jeder Investor hat das Recht zu wissen, wer die Macht hat, seine Vermögenswerte einzufrieren."
Forderung nach Transparenz und rechtliche Drohungen
Als Reaktion auf Suns Anschuldigungen hat World Liberty Financial diese als "haltlose Behauptungen" zurückgewiesen, die dazu dienten, Suns eigenes Fehlverhalten zu verschleiern. Das Unternehmen drohte öffentlich mit rechtlichen Schritten und erklärte auf X: "Wir sehen uns vor Gericht, Kumpel. Wir haben die Beweise. Wir haben die Wahrheit."
Die Auseinandersetzung eskalierte, nachdem Suns Wallet im September letzten Jahres eingefroren wurde, nachdem er WLFI-Tokens im Wert von über 9 Millionen US-Dollar an eine unbekannte Adresse transferiert hatte. Sun ist weiterhin ein Top-Halter von WLFI-Tokens, mit Beständen von über 44 Millionen US-Dollar, wie Arkham Intelligence berichtet.
Hintergrund der Auseinandersetzung
Justin Sun war ein früher und bedeutender Unterstützer von World Liberty Financial und investierte mindestens 75 Millionen US-Dollar in den WLFI-Token sowie etwa 18 Millionen US-Dollar in den TRUMP-Memecoin. Er hatte sich in der Vergangenheit positiv über die pro-Krypto-Politik von Donald Trump geäußert und war bei Konferenzen und privaten Veranstaltungen mit Mitgliedern der Trump-Familie aufgetreten.
Die Beziehung hat sich jedoch verschlechtert, wobei Sun nun das Projekt als "Falle, die als Tür getarnt ist" bezeichnet. Er wirft dem WLFI-Team vor, die Krypto-Community wie einen "persönlichen Geldautomaten" zu behandeln und Gelder ohne Transparenz oder ordnungsgemäße Verfahren einzufrieren.
Marktgeschehen und weitere Kritik
Der WLFI-Token wurde zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei 0,08156 US-Dollar gehandelt und verzeichnete in den letzten 24 Stunden einen Anstieg von 3,54 %, laut Daten von Benzinga Pro. Trotz dieses kurzfristigen Anstiegs liegt der Token 75 % unter seinem Höchststand vom September.
Kritiker bemängeln zudem die ungleiche Token-Verteilung des Projekts, bei der ein großer Anteil an Insider und Partner ging. Die Kontroverse wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden Spannungen um Transparenz und Vertrauen in Krypto-Projekte, die mit wichtigen politischen Persönlichkeiten in den USA verbunden sind. Smart-Contract-Backdoors, oft als "Admin-Keys" oder "Owner-Funktionen" bezeichnet, stellen ein bekanntes Risiko im DeFi-Bereich dar.