
Krypto-Staking: Republikaner drängen auf Aufhebung umstrittener IRS-Steuerregeln
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Eine umstrittene IRS-Regel aus dem Jahr 2023, die Krypto-Staking-Belohnungen bei Erhalt besteuert, sorgt in Washington D.C. für politischen Druck. Eine Gruppe republikanischer Abgeordneter fordert die sofortige Aufhebung dieser Richtlinie, um eine höhere Steuerlast für Investoren ab dem Steuerjahr 2026 zu verhindern. Die Debatte spitzt sich zu, da die Frist für eine Änderung Ende 2025 abläuft.
Republikaner fordern sofortige Aufhebung der IRS-Regel
Neunzehn republikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses haben Ende letzter Woche einen Brief an Finanzminister Scott Bessent geschickt. Darin fordern sie die sofortige Aufhebung der 2023 erlassenen IRS-Richtlinie, die Staking-Belohnungen als steuerpflichtiges Einkommen bei Erhalt behandelt. Die Abgeordneten argumentieren, dass die Regel, sollte sie bis Ende 2025 bestehen bleiben, für die Steuererklärungen des Jahres 2026 festgeschrieben wird.
Die Regel betrifft Proof-of-Stake-Netzwerke wie Ethereum (CRYPTO: ETH) und besteuert Belohnungen zu ihrem fairen Marktwert, sobald Steuerzahler die Möglichkeit haben, diese zu verkaufen oder zu übertragen. Temporäre Sperrfristen können die Besteuerung verzögern, aber nicht aufheben.
Die Kontroverse um die Staking-Besteuerung
Nach der aktuellen IRS-Richtlinie werden Staking-Belohnungen gemäß Abschnitt 61 des Steuergesetzbuches als gewöhnliches Einkommen behandelt. Branchenvertreter argumentieren seit Langem, dass dieser Ansatz Investoren auf Vermögenswerte besteuert, bevor Gewinne realisiert werden. Dies erzeugt Liquiditätsdruck, wenn Belohnungen erhalten, aber nicht verkauft werden.
Der Abgeordnete Mike Carey aus Ohio, der die Initiative im Repräsentantenhaus anführte, äußerte, dass der aktuelle Rahmen die Teilnahme an der Netzwerksicherheit durch erhöhten Verwaltungsaufwand und Steuerbelastung entmutigt. Er und andere Gesetzgeber fordern, dass Staking-Belohnungen als neu geschaffenes Eigentum behandelt und erst beim Verkauf besteuert werden sollten, ähnlich wie Kapitalanlagen.
Argumente der Befürworter und Gegner
Die republikanischen Abgeordneten betonen die Bedeutung von Krypto-Staking für die Netzwerksicherheit und die amerikanische Führungsposition. In ihrem Schreiben an Finanzminister Bessent heißt es: „Netzwerksicherheit – und amerikanische Führung – erfordert, dass diese Steuerzahler diese Token staken, aber heute entmutigen der administrative Aufwand und die Aussicht auf Überbesteuerung diese Teilnahme.“
Senator Todd Young aus Indiana, ebenfalls Republikaner, hat das IRS zuvor aufgefordert, die Staking-Richtlinie von 2023 zu überprüfen. Er warnte, dass die Regel Unsicherheit für Steuerzahler schafft und die bevorstehende Gesetzgebung für digitale Vermögenswerte erschweren könnte. Demokratische Abgeordnete wie Senatorin Tina Smith aus Minnesota verteidigen hingegen die Position des IRS. Sie argumentieren, dass Staking-Belohnungen als Vergütung für Dienstleistungen fungieren und die Besteuerung bei Erhalt mit der Behandlung anderer Vergütungsformen im US-Steuerrecht übereinstimmt.
Institutionelles Interesse und die Dringlichkeit der Situation
Die Debatte hat sich intensiviert, da Staking immer zentraler für die Kryptowirtschaft wird. Erst letzten Monat genehmigte das US-Finanzministerium Staking-Aktivitäten innerhalb bestimmter an der Wall Street gehandelter Kryptoprodukte. Dies wird voraussichtlich die Attraktivität solcher Produkte erheblich steigern.
Branchenlobbyisten betonen, dass eine Aufhebung der Richtlinie vor Jahresende den Gesetzgebern mehr Flexibilität geben würde, Anfang 2026 einen umfassenderen Krypto-Steuerrahmen zu entwerfen. Ohne sofortiges Handeln könnte die bestehende Regel die Gesetzgebung standardmäßig prägen. Die Trump-Administration hat zwar eine Bereitschaft zur Überarbeitung der Staking-Steuerregeln signalisiert, aber noch keine konkreten Schritte unternommen.
Breitere Debatte um Krypto-Steuerpolitik
Die Diskussion um die Staking-Besteuerung ist Teil einer größeren Herausforderung für die US-Gesetzgeber, die Kryptowährungs-Steuerpolitik zu modernisieren. Senator Mike Crapo aus Idaho, Vorsitzender des US-Senats-Finanzausschusses, warnte, dass anhaltende Steuerunsicherheit die USA als Geschäfts- und Investitionsstandort weniger attraktiv macht und die Steuereinhaltung beeinträchtigt.
Er betonte, dass der US-Steuerkodex seine Behandlung an neue und vielfältige Kryptowährungsprodukte und -funktionen anpassen muss. Die Gesetzgeber stehen unter wachsendem Druck, legislative Lösungen zu finden, die sowohl den Steuerzahlern als auch der Wirtschaft zugutekommen. Das IRS hat zudem neue Vorschriften erlassen, die ab 2025 von Depotbrokern die Meldung von Verkäufen und Tauschvorgängen digitaler Vermögenswerte verlangen, ähnlich wie bei Aktien. Dies zeigt eine zunehmende Fokussierung auf die Besteuerung von Kryptowährungen, die als Eigentum und nicht als Währung klassifiziert sind.