Kryptomarkt unter Druck: Nahost-Krise und Makrodaten belasten Bitcoin und Ethereum

Kryptomarkt unter Druck: Nahost-Krise und Makrodaten belasten Bitcoin und Ethereum

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Der Kryptowährungsmarkt zeigte sich zuletzt volatil, wobei führende digitale Assets wie Bitcoin und Ethereum auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten und makroökonomische Daten reagierten. Während Aktienmärkte Verluste verzeichneten, stabilisierten sich einige Kryptowährungen, andere gaben nach.

Kryptomärkte unter Druck: Geopolitik und Makroökonomie belasten

Der globale Kryptowährungsmarkt verzeichnete in den letzten 24 Stunden einen Rückgang der Marktkapitalisierung um 3,60 % auf 2,44 Billionen US-Dollar, wobei andere Berichte die Gesamtkapitalisierung bei 2,51 Billionen US-Dollar sahen. Dieses Minus ist auf eine Kombination aus geopolitischen und makroökonomischen Bedenken zurückzuführen, die die Risikobereitschaft der Anleger dämpften. Das Marktgefühl wurde laut dem Crypto Fear & Greed Index von "Extremer Angst" dominiert.

Ein wesentlicher Faktor war die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten. Berichte über einen israelischen Cyber- und Drohnenangriff auf Irans größte Gasanlage, South Pars, sowie weitere Angriffe auf Energieanlagen in Katar, Abu Dhabi, Kuwait und Saudi-Arabien, führten zu einer Verunsicherung. Gleichzeitig trugen heißere US-Produzentenpreisdaten (PPI) und Äußerungen der Federal Reserve, die die Erwartungen an Zinssenkungen dämpften, zur negativen Marktstimmung bei.

Bitcoin und Ethereum: Konsolidierung und Liquidierungen

Nach einem starken Rückgang stabilisierte sich Bitcoin (BTC) im Bereich von 70.000 US-Dollar, wobei das Handelsvolumen niedrig blieb. Die Bitcoin-Dominanz lag bei etwas über 58 % der gesamten Kryptomarktkapitalisierung. Das Open Interest bei Bitcoin-Futures fiel in den letzten 24 Stunden um 0,36 %, was den Rückgang des Spotpreises widerspiegelte. Trotzdem blieben Derivatehändler auf Binance, sowohl Kleinanleger als auch Wale, optimistisch für die führende Kryptowährung.

Ethereum (ETH) pendelte sich nach einem Rückgang von 2.300 US-Dollar bei rund 2.100 US-Dollar ein und machte 10,7 % der gesamten Kryptomarktkapitalisierung aus. Die On-Chain-Analysefirma CryptoQuant hob hervor, dass über 75 % des Ethereum-Engagements auf Binance gehebelt ist. Dies deutet darauf hin, dass ein Großteil der jüngsten Kursgewinne aus dem Derivatehandel und nicht aus Spotkäufen stammt, was kurzfristig eine Fortsetzung unterstützen kann, aber auch die Wahrscheinlichkeit von Volatilitätsspitzen und erzwungenen Deleveraging erhöht.

In den letzten 24 Stunden wurden laut Coinglass-Daten über 400 Millionen US-Dollar aus dem Kryptowährungsmarkt liquidiert, hauptsächlich Long-Positionen. Andere Berichte sprechen von bis zu 588 Millionen US-Dollar an liquidierten gehebelten Positionen, davon 492 Millionen US-Dollar aus Long-Trades. Allein bei Bitcoin-Wetten gingen rund 222 Millionen US-Dollar verloren, gefolgt von fast 180 Millionen US-Dollar bei Ethereum-Wetten.

Der breitere Kryptomarkt und traditionelle Assets

Neben Bitcoin und Ethereum verzeichneten auch andere große Kryptowährungen wie XRP, BNB, Solana und Dogecoin Verluste zwischen 3 % und 6 %. Zcash (ZEC), Worldcoin (WLD) und LayerZero (ZRO) erlitten einige der stärksten Einbußen.

Die Auswirkungen der globalen Unsicherheit waren auch an den traditionellen Finanzmärkten spürbar. Aktienmärkte weltweit, darunter der Dow Jones Industrial Average (-0,44 % auf 46.021,43), der S&P 500 (-0,27 % auf 6.606,49) und der Tech-lastige Nasdaq Composite (-0,28 % auf 22.090,69), verzeichneten Verluste. Auch asiatische Benchmarks wie der Nikkei 225 und der Hang Seng fielen um über 2 %.

Edelmetalle zeigten ebenfalls eine gemischte Performance: Spot-Gold konsolidierte um 4.650 US-Dollar pro Unze, während Spot-Silber um 0,31 % auf 73,03 US-Dollar pro Unze zulegte. Allerdings fielen Gold um 2,1 % und Silber um 3,5 % an einem Tag, was Zweifel am Status von Gold als sicherer Hafen aufkommen ließ. Wenn Gold- und Kryptowährungspreise gleichzeitig fallen, deutet dies typischerweise darauf hin, dass Anleger eher in Bargeld flüchten, anstatt zwischen alternativen Anlagen zu rotieren.

Ölpreise im Fokus der Nahost-Krise

Die Ölpreise entwickelten sich gegen den Trend und stiegen aufgrund der Störungen an wichtigen Energieversorgungsrouten im Nahen Osten auf neue Höchststände. Brent-Rohöl sprang um 3 % auf ein neues Rekordhoch von 112 US-Dollar pro Barrel. Später stiegen die Brent-Ölpreise sogar auf 119 US-Dollar, nachdem Angriffe auf Energieanlagen im Persischen Golf gemeldet wurden. Ein iranisches Geschoss beschädigte eine große LNG-Anlage in Katar, Trümmer eines abgefangenen Angriffs zwangen eine Gasanlage in Abu Dhabi zur Abschaltung, und Drohnenangriffe setzten zwei Ölraffinerien in Kuwait in Brand. Saudi-Arabien bewertete Schäden nach einem Angriff nahe des Roten Meeres.

Analystenblick: Bitcoin vor dem nächsten Bullenzyklus?

Trotz der kurzfristigen Turbulenzen blicken Analysten optimistisch auf die langfristige Entwicklung von Bitcoin. Der führende Krypto-Analyst und Trader Ali Martinez erklärte, dass Bitcoin sich einer Trendlinie zwischen 60.000 und 56.000 US-Dollar nähert, die seit 2017 die "bedeutendste" Unterstützung darstellt. Martinez zufolge hat diese Unterstützung den Bitcoin-Preis neun Jahre lang geschützt, und jeder erneute Test löste "parabolische Rallyes" aus. "Wenn dieser Boden hält, sehen wir nicht nur einen Aufschwung. Tatsächlich sehen wir das potenzialle Startfeld für den nächsten großen Bullenzyklus", fügte der Analyst hinzu.

Krypto-Analyst CrypFlow legte auf X dar, dass Bitcoin sich in den frühen Phasen der Bildung eines großen Zyklusbodens befinden könnte. Basierend auf mehrjährigen Trendlinien, dem Zyklusverhalten und dem Stochastic RSI-Indikator könnte Oktober 2026 den Startpunkt für den nächsten umfassenden Bullenlauf markieren. Bitcoin respektiert demnach eine mehrjährige Trendlinie, die die Tiefpunkte von 2018 und 2022 verbindet und nun 2026 erneut als Unterstützung dient. Die alte Widerstandszone um 69.000 US-Dollar vom Zyklushöchststand 2021 wird nun als Unterstützung getestet. Sollte Bitcoin über der aktuellen Zone nahe 69.000 US-Dollar bleiben, ohne in den Bereich von 50.000 US-Dollar zu fallen, würde dies die Struktur des Tiefs von 2022 widerspiegeln.

CrypFlow weist darauf hin, dass der Stochastic RSI in den Zyklen 2018/2019 und 2022/2023 jeweils etwa ein Jahr unter der Nulllinie verbrachte, bevor der nächste Bullenmarkt begann. Im aktuellen Zyklus war der Indikator jedoch erst etwa 120 Tage unter Null. Dies deutet darauf hin, dass Bitcoin möglicherweise später in diesem Jahr, voraussichtlich um Oktober 2026, einen Doppelboden bilden könnte, bevor der nächste große Bullenlauf beginnt. Dies impliziert laut CrypFlow nicht unbedingt einen weiteren Absturz, sondern vielmehr, dass die Preisentwicklung die "langsame, mühsame Arbeit", auf der wahre Zyklusböden aufgebaut sind, noch nicht abgeschlossen hat.