
Kryptomarkt unter Druck: US-Iran-Spannungen belasten Bitcoin & Altcoins
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Die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben den Kryptomarkt in den letzten Tagen stark beeinflusst. Während Bitcoin und Ethereum eine vergleichsweise geringe Volatilität aufwiesen, verzeichneten Altcoins wie XRP und Dogecoin deutliche Rückgänge, was die Anlegerstimmung auf "extreme Angst" drückte.
Kryptomarkt unter Druck durch Geopolitik
Der Kryptomarkt zeigte sich am Mittwoch geschwächt, während die Aktienmärkte deutlich zulegten. Berichte, wonach die Trump-Administration einem militärischen Konflikt mit dem Iran näher rückt, führten zu einer Risikoaversion bei Krypto-Investoren. Die globale Kryptowährungskapitalisierung sank innerhalb von 24 Stunden um 1,91 % auf 2,32 Billionen US-Dollar. Ein weiterer Bericht vom 6. Februar 2026 zeigte einen noch deutlicheren Rückgang des Gesamtwertes um 5,2 % auf 2,28 Billionen US-Dollar, was einem Verlust von rund 120 Milliarden US-Dollar innerhalb eines Tages entspricht und den tiefsten Stand seit Ende 2024 markiert.
Bitcoin (CRYPTO: BTC) schwankte am Mittwoch zwischen den oberen 65.000 US-Dollar und den unteren 68.000 US-Dollar und verzeichnete einen Rückgang von 0,93 % auf 66.540,09 US-Dollar (Stand 8:25 p.m. ET). Ethereum (CRYPTO: ETH) zeigte ebenfalls geringe Volatilität und bewegte sich knapp unter 2.000 US-Dollar, mit einem Minus von 0,85 % auf 1.959,54 US-Dollar. Deutlichere Einbußen mussten XRP (CRYPTO: XRP) mit einem Rückgang von 3,40 % auf 1,41 US-Dollar und Dogecoin (CRYPTO: DOGE) mit einem Minus von 2,33 % auf 0,09837 US-Dollar hinnehmen. Auch Solana (CRYPTO: SOL) verlor 3,23 % und notierte bei 81,68 US-Dollar.
Marktdaten und Liquidierungen
Die Marktstimmung ist laut dem Crypto Fear & Greed Index auf "Extreme Fear" gefallen, mit einem Wert von 13. Dies spiegelt die allgemeine Unsicherheit wider, die durch geopolitische Risiken und die Ungewissheit über Zinssenkungen der Federal Reserve nach jüngsten Inflationsdaten verstärkt wird. Innerhalb von 24 Stunden wurden über 220 Millionen US-Dollar vom Markt liquidiert, wobei Long-Positionen den Großteil der Verluste trugen.
Das Open Interest von Bitcoin stieg in den letzten 24 Stunden um 1,31 %. Ein steigendes Open Interest in Verbindung mit fallenden Preisen deutet oft auf einen Aufbau von Short-Positionen hin, was ein starkes bärisches Sentiment signalisiert. Auch Aktien von Kryptowährungsunternehmen wie Strategy Inc. (NASDAQ:MSTR) und BitMine Immersion Technologies, Inc. (NYSE:BMNR) schlossen mit Verlusten von 3,89 % bzw. 3,86 %.
Kontrast zu traditionellen Märkten
Während der Kryptomarkt schwächelte, zeigten sich die traditionellen Aktienmärkte am Mittwoch robust. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 129,47 Punkte oder 0,26 % auf 49.662,66. Der S&P 500 legte um 0,56 % auf 6.881,31 zu, und der technologieintensive Nasdaq Composite gewann 0,78 % und schloss bei 22.753,63.
Besonders Verteidigungsaktien verzeichneten starke Zuwächse, nachdem Berichte über eine mögliche größere Militäroperation gegen den Iran bekannt wurden. Der SPDR S&P Aerospace & Defense ETF (NYSE:XAR) und der Global X Defense Tech ETF (NYSE:SHLD) schlossen mit einem Plus von 1,76 % bzw. 2,56 %. Edelmetalle blieben hingegen in einer engen Spanne; Spotgold sank um 0,33 % auf 4.961 US-Dollar pro Unze, während Spot-Silber um 0,74 % auf 76,61 US-Dollar pro Unze fiel. Analyst Ted bemerkte, dass Gold, Silber und Öl aufgrund des US-Iran-Konflikts steigen, während Bitcoin wie erwartet fällt.
Analystenmeinungen und Prognosen
Die Frage, ob Bitcoin seinen Tiefpunkt erreicht hat, wird unter Analysten kontrovers diskutiert. Der bekannte Krypto-Analyst und Trader Ali Martinez verglich die aktuelle Marktsituation von Bitcoin mit dem Rückgang von 2022 und prognostiziert weitere Rückgänge auf mindestens 51.000 US-Dollar. Er stellte die Annahme, dass der "Boden erreicht ist", in Frage.
Michaël van de Poppe, ein weiterer prominenter Krypto-Kommentator, erwartet nach einer Phase geringer Volatilität eine "große Bewegung am Horizont" für Bitcoin. Er erklärte: "Wenn wir fallen, werde ich definitiv ein großer Käufer sein." Sollte der Kurs jedoch steigen, würde er bei einem Test von 80.000 bis 85.000 US-Dollar Gewinne mitnehmen, um dem Trend zu folgen. Noelle Acheson, Autorin des Newsletters "Crypto is Macro Now", fasste die Stimmung zusammen: "Das Sentiment ist in den Kryptomärkten eindeutig düster."
Historische Parallelen und Polymarket-Quoten
Historische Ereignisse zeigen, wie schnell Kryptowährungen bei geopolitischen Spannungen fallen können. Während der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf iranische Nuklearanlagen im Jahr 2025 fiel der Bitcoin-Preis im anfänglichen Ausverkauf um etwa 2 % bis 4 %, teilweise unter 100.000 US-Dollar oder nahe 105.000 US-Dollar. Ethereum verzeichnete in derselben Zeit stärkere Verluste zwischen 7 % und 8 %.
Die Wahrscheinlichkeit eines US-Iran-Konflikts wird auch auf Prognosemärkten wie Polymarket höher eingeschätzt. Die Daten zeigten eine 40%ige Wahrscheinlichkeit bis zum 28. Februar, die bis zum 31. März auf 66 % stieg. Für längere Zeiträume kletterten die Quoten weiter: 71 % bis zum 30. Juni und 76 % bis zum 31. Dezember. Diese Zahlen spiegeln die wachsende Besorgnis wider.
US-Warnung und diplomatische Bemühungen
Die US-Regierung hat eine dringende Sicherheitswarnung herausgegeben und ihre Bürger aufgefordert, den Iran umgehend zu verlassen. Als Gründe wurden erhöhte Risiken für zivile Unruhen, logistische Ausfälle wie weit verbreitete Straßensperrungen und Störungen des öffentlichen Verkehrs, Kommunikationsausfälle durch Internetbeschränkungen sowie Einschränkungen im Flugverkehr genannt.
Diese Warnung erfolgte, während wichtige diplomatische Gespräche im Oman, an denen der US-Sondergesandte Steve Witkoff, Jared Kushner und der iranische Außenminister Abbas Araghchi beteiligt waren, Berichten zufolge Schwierigkeiten hatten, eine formelle Agenda festzulegen. Laut Axios gibt es Hinweise auf einen "unmittelbaren" US-Krieg mit dem Iran, wobei Israel sich auf ein Szenario eines "Krieges innerhalb weniger Tage" vorbereitet. Milk Road berichtete zudem, dass die Trump-Administration eine größere Militärkampagne gegen den Iran erwägt.