Larry Fink: Iran-Krieg führt zu Wachstum oder globaler Rezession

Larry Fink: Iran-Krieg führt zu Wachstum oder globaler Rezession

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Larry Fink, CEO von BlackRock, hat zwei extreme Zukunftsszenarien für die Weltwirtschaft skizziert, die maßgeblich vom Ausgang des Iran-Krieges abhängen. Entweder führt eine globale Akzeptanz Irans zu sinkenden Ölpreisen und starkem Wachstum, oder eine anhaltende Bedrohung durch den Iran treibt die Ölpreise in die Höhe und löst eine schwere Rezession aus. Es gebe, so Fink, keinen Mittelweg.

Zwei extreme Szenarien für die Weltwirtschaft

Larry Fink, der CEO des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock, äußerte sich in einem Interview im BBC-Podcast "Big Boss Interview" zu den potenziellen Auswirkungen des Iran-Krieges auf die globale Ökonomie. Er betonte am Mittwoch, dass es keine mittlere Lösung geben werde, sondern nur zwei extreme Ausgänge.

Ein positives Szenario sieht vor, dass der Iran von der Weltgemeinschaft akzeptiert wird und sein Öl wieder auf den Markt bringt. Dies könnte das Angebot erheblich steigern und die Ölpreise auf Vorkriegsniveau, möglicherweise sogar auf 40 US-Dollar pro Barrel, senken. Ein solcher Ausgang würde laut Fink "Überfluss und Wachstum" für die Weltwirtschaft bedeuten.

Das gegenteilige Szenario prognostiziert, dass der Iran weiterhin eine Bedrohung für den Handel, die Straße von Hormus und die regionale Stabilität darstellt. In diesem Fall könnten die Ölpreise langfristig über 100 US-Dollar verharren und sogar auf 150 US-Dollar pro Barrel ansteigen. Die Konsequenz wären "tiefgreifende Auswirkungen" und wahrscheinlich eine "starke und steile Rezession" für die globale Wirtschaft.

Die Rolle des Irans und des Ölmarktes

Die USA haben seit 1979 aufgrund jahrzehntelanger Sanktionen keine nennenswerten Mengen an Rohöl oder Erdölprodukten aus dem Iran importiert, wie die Energy Information Administration berichtet. Fink zufolge könnte eine offenere iranische Regierung "iranisches Öl zurück auf den Markt bringen" und so die Kosten für Verbraucher und Unternehmen senken.

Die jüngsten Ereignisse, darunter Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran vor über drei Wochen sowie iranische Gegenschläge auf Israel, Golfstaaten, US-Basen und Frachtschiffe in der Straße von Hormus, haben die Lage verschärft. Die Straße von Hormus ist eine entscheidende Passage, durch die 20 % des weltweiten Öl- und LNG-Angebots transportiert werden.

Seit Beginn des Krieges sind die Ölpreise um bis zu 60 % gestiegen und schwanken je nach wahrgenommener Wahrscheinlichkeit von Friedensverhandlungen. Eskalationen lassen die Preise steigen, während die Aussicht auf eine Lösung sie fallen lässt.

Steigende Energiepreise als 'regressive Steuer'

Larry Fink bezeichnete steigende Energiepreise als eine "sehr regressive Steuer". Er erklärte, dass sie die Armen stärker treffen als die Reichen, da Energiekosten einen größeren Anteil ihres Budgets ausmachen. Die Auswirkungen der Ölpreisspitzen sind bereits weltweit spürbar, von den Kraftstoffpreisen an der Zapfsäule bis hin zu Flugtickets.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat am vergangenen Freitag Maßnahmen vorgeschlagen, die Regierungen, Unternehmen und Haushalte ergreifen könnten, um die Auswirkungen von Störungen auf dem Ölmarkt abzumildern. Dazu gehören die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, und die Vermeidung von Flugreisen.

Finks Plädoyer für erneuerbare Energien

Trotz der aktuellen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen betonte Fink, dass Länder wie die USA zwar ihr vorhandenes Öl und Gas nutzen sollten, aber gleichzeitig "aggressiv" auf alternative Energiequellen setzen müssten. Er selbst sei ein Befürworter der Solarenergie und forderte, dass die USA "Solar vollständig annehmen" sollten.

Bereits in seinem Brief an CEOs aus dem Jahr 2022 hatte Fink prognostiziert, dass die nächsten 1.000 Einhörner Unternehmen sein werden, die den "Energiewandel für alle Verbraucher erschwinglich machen". Dies unterstreicht seine langfristige Vision für eine nachhaltigere Energiezukunft.

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