Larry Fink kritisiert Kapitalismus und warnt vor KI-Ungleichheit in Davos

Larry Fink kritisiert Kapitalismus und warnt vor KI-Ungleichheit in Davos

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Larry Fink, CEO und Chairman von BlackRock sowie Co-Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums, eröffnete das diesjährige Treffen in Davos mit einer scharfen Kritik am Kapitalismus. Er betonte, dass trotz beispielloser Vermögensbildung seit dem Fall der Berliner Mauer kein breiter Wohlstand entstanden sei, und warnte vor einer ähnlichen Entwicklung durch Künstliche Intelligenz.

Finks Kapitalismuskritik in Davos

Larry Fink, der im August 2025 zum interimistischen Co-Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums ernannt wurde, stellte am Dienstag in Davos die Funktionsweise des Kapitalismus infrage. Er stellte fest, dass seit dem Fall der Berliner Mauer mehr Vermögen geschaffen wurde als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Dieses Vermögen habe sich jedoch nicht in geteilten Wohlstand übersetzt.

Fink äußerte sich besorgt über die Konzentration des Reichtums: „In fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat sich dieser Reichtum auf einen weitaus geringeren Anteil der Menschen verteilt, als jede gesunde Gesellschaft letztendlich aufrechterhalten kann.“ Diese Entwicklung sei für die Gesellschaft nicht nachhaltig.

Die Schattenseite der Vermögensverteilung

Die Zahlen untermauern Finks Kritik an der Vermögensverteilung. Laut dem im Dezember 2025 veröffentlichten World Inequality Report 2026, der auf Daten von 200 Forschern basiert, besitzen die reichsten 10 % der Weltbevölkerung etwa 75 % des globalen Vermögens. Im Gegensatz dazu hält die ärmste Hälfte der Bevölkerung nur etwa 2 % des weltweiten Reichtums.

Diese Diskrepanz zeigt, wie stark die Vermögenskonzentration in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Fink sieht darin eine grundlegende Herausforderung für die Gesellschaft und die Wirtschaft.

KI: Eine Wiederholung der Ungleichheit?

Der BlackRock-CEO warnte eindringlich davor, dass sich das Muster der ungleichen Vermögensverteilung im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) wiederholen könnte. Er beobachtet, dass die frühen Gewinne aus der KI-Entwicklung bereits an bestimmte Akteure fließen.

„Frühe Gewinne fließen an die Eigentümer von Modellen, Eigentümer von Daten und Eigentümer von Infrastruktur“, erklärte Fink. Er stellte die entscheidende Frage: „Was passiert mit allen anderen? Wenn KI mit Angestellten das tut, was die Globalisierung mit Arbeitern getan hat, müssen wir uns dem heute direkt stellen.“

Ein Aufruf zur Neudefinition von Wohlstand

Angesichts dieser Herausforderungen forderte Fink die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums auf, die Definition von Wohlstand zu überdenken. Er plädierte für die Schaffung eines „glaubwürdigen Plans“ zur breiten Teilhabe an den Vorteilen, die KI liefern kann.

Fink sieht eine Chance für den Kapitalismus, sich weiterzuentwickeln: „Das wird der Test sein. Der Kapitalismus kann sich entwickeln, um mehr Menschen zu Eigentümern des Wachstums zu machen, anstatt zu Zuschauern, die zusehen, wie es geschieht.“ Er räumte auch ein, dass das Weltwirtschaftsforum an Vertrauen verloren habe und „nicht mehr im Einklang mit dem Moment“ sei. Fink betonte, dass „Davos ein Elitetreffen ist, das versucht, eine Welt zu gestalten, die allen gehört“, und forderte mehr Transparenz.

Für Fink ist Wohlstand mehr als nur aggregiertes Wachstum oder das Bruttoinlandsprodukt (BIP). „Wohlstand ist nicht nur das Wachstum im Aggregat. Es ist nicht nur das BIP. Er kann nicht am BIP oder den Marktkapitalisierungen von Unternehmen gemessen werden. Er muss von vielen Menschen beurteilt werden, die ihn sehen, ihn anfassen, ihn fühlen und ihre eigene Zukunft darauf aufbauen können“, so Fink.

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