
Larry Page zieht nach Miami: Milliardärs-Exodus wegen Kaliforniens Reichensteuer
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Google-Mitbegründer Larry Page hat seinen Umzug aus Kalifornien mit dem Kauf von zwei Luxusimmobilien in Miami für insgesamt 173,4 Millionen US-Dollar untermauert. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer drohenden Vermögenssteuer in Kalifornien und spiegelt einen breiteren Trend unter Superreichen wider, den Golden State zu verlassen.
Larry Page investiert massiv in Miami
Larry Page, Mitbegründer von Google, hat Berichten zufolge zwei Immobilien im Raum Miami für zusammen 173,4 Millionen US-Dollar erworben. Im Dezember zahlte Page 101,5 Millionen US-Dollar für ein Anwesen am Wasser, das zuvor dem verstorbenen Gastronomen Jonathan Lewis gehörte. Am 5. Januar folgte der Kauf eines weiteren, nahegelegenen Hauses für 71,9 Millionen US-Dollar von Sloan Lindemann Barnett und ihrem Ehemann. Quellen zufolge soll auch Pages Google-Kollege Sergey Brin sich in Gesprächen über einen Immobilienkauf in Miami befinden.
Die erste Immobilie in Coconut Grove umfasst 4,5 Hektar am Biscayne Bay und gilt als eine der exklusivsten Gemeinden Miamis. Das Anwesen besteht aus zwei Haupthäusern: einem im mediterranen Stil der 1920er Jahre, das für den ehemaligen Außenminister William Jennings Bryan entworfen wurde, und einem moderneren Bau aus dem Jahr 2002. Die zweite Immobilie war ein Off-Market-Deal und liegt weniger als eine Meile vom größeren Anwesen entfernt.
Kaliforniens Reichensteuer als Katalysator
Pages Umzug aus Kalifornien wird direkt mit einer dort vorgeschlagenen Vermögenssteuer in Verbindung gebracht. Dieser Vorschlag, unterstützt von der Service Employees International Union–United Healthcare Workers West, sieht eine einmalige 5%ige Steuer auf das Nettovermögen von Kalifornien-Residenten vor, das 1 Milliarde US-Dollar übersteigt. Obwohl die Initiative noch nicht für die Abstimmung im November 2026 qualifiziert ist, ist der 1. Januar 2026 als Stichtag für die Residenz an die vorgeschlagene Steuer geknüpft.
Öffentliche Unterlagen zeigen, dass mehrere mit Page verbundene Geschäftseinheiten, darunter sein Family Office Koop LLC und sein Grippeforschungsfonds Flu Lab LLC, im Dezember aus Kalifornien verlegt wurden. Sein Flugauto-Unternehmen One Aero listet Florida nun als Hauptadresse. Larry Pages Nettovermögen wird auf rund 270 Milliarden US-Dollar geschätzt, was bei Inkrafttreten der Steuer Kosten von über 13 Milliarden US-Dollar bedeuten könnte. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat sich gegen die Maßnahme ausgesprochen.
Miami: Der neue Hotspot für Superreiche
Dina Goldentayer von Douglas Elliman bezeichnet Miamis Anziehungskraft als "Lifestyle-Spiel und Finanzstrategie". Sie betont, dass Milliardäre aus Kalifornien und New York hohe Steuern und starke Regulierung satt haben und stattdessen Privatsphäre, Effizienz und Freiheit suchen. Miami biete all dies, zusätzlich zu einem Weltklasse-Lebensstandard.
Michael Martinez von ONE Sotheby’s International Realty berichtet von einem 19%igen Anstieg des Web-Traffics aus Kalifornien seit der Ankündigung der Steuer. Käufer suchen demnach Privatsphäre, Sicherheit und schlüsselfertige Immobilien am Wasser oder Anwesen. Goldentayer fügt hinzu, dass die neueste Welle von der Westküste kommt, von Menschen, die der vorgeschlagenen kalifornischen Milliardärssteuer zuvorkommen und sich jetzt in Florida niederlassen wollen.
Coconut Grove wird als einer der begehrtesten Stadtteile Miamis beschrieben, bekannt für seine Privatsphäre, Begehbarkeit und den "Old-Miami-Charme". Die Gemeinde Camp Biscayne, in der sich Pages Anwesen befindet, bietet Zugang zu Restaurants, Geschäften und Schulen, während sie gleichzeitig höchste Privatsphäre hinter Toren gewährleistet.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Der Kauf von Larry Page hat den Immobilienmarkt in Coconut Grove neu kalibriert, wobei Preise von bis zu 7.000 US-Dollar pro Quadratfuß erreicht werden. Dieser Trend sei bereits in Miami Beach, Bal Harbour und Golden Beach zu beobachten gewesen und zeige sich nun auch in Coconut Grove, so Goldentayer. Experten weisen darauf hin, dass das Inventar an "Trophy Estates" in Miami begrenzt ist, was die Attraktivität für vermögende Käufer weiter erhöht.
Der U-Haul "Growth Index" listet Texas und Florida erneut als Top-Staaten für Zuzug, was den Trend der Abwanderung aus anderen Staaten unterstreicht. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Staaten mit günstigeren Steuerbedingungen für Hochvermögende.
Ein Trend mit weitreichenden Folgen
Die Entscheidung von Larry Page und das Interesse anderer Superreicher an Florida verdeutlichen die Sensibilität von Hochvermögenden gegenüber Steuerpolitik und regulatorischem Umfeld. Während einige Tech-Milliardäre wie Elon Musk bereits 2020 nach Texas zogen, zeigen andere wie Jensen Huang von Nvidia sich unbesorgt über mögliche Steuererhöhungen. Die Entwicklung in Kalifornien und die Reaktion der Milliardäre könnten weitreichende Folgen für die Wirtschaft und die Steuerbasis des Staates haben, sollte die vorgeschlagene Vermögenssteuer tatsächlich umgesetzt werden.