
Leerverkäufe im Fokus: Avis Budget, Lucid und Co. als Short Squeeze Kandidaten
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Aktuelle FINRA-Daten zeigen einen signifikanten Anstieg der Leerverkaufspositionen bei zahlreichen Mid- und Large-Cap-Aktien, was die Aufmerksamkeit von Tradern auf stark geshortete Namen lenkt. Insbesondere Unternehmen aus dem Reise-, Automobil- und Technologiesektor weisen ein erhöhtes Short Interest auf, was sie zu potenziellen Kandidaten für einen Short Squeeze macht. Der S&P 500 stieg im viertägigen Handelszeitraum bis zum 9. April um 3,7 %, der Nasdaq Composite um 4,3 %.
Bärenwetten im Fokus: Steigendes Short Interest
Die jüngsten Daten von FINRA offenbaren zweistellige Zuwächse bei den bärischen Positionierungen. Dies führt dazu, dass Trader gezielt Aktien mit hohem Short Interest ins Visier nehmen. Unternehmen wie der Elektrofahrzeughersteller Lucid Group (NASDAQ:LCID) sowie eine Reihe von Reise-, Krypto- und Halbleiterunternehmen werden aufgrund ihres erhöhten Short Interest und ihrer beachtlichen Marktkapitalisierung als potenzielle Squeeze-Kandidaten eingestuft. Benzinga Pro identifizierte am 14. April 2026 die Top 10 der am stärksten geshorteten Aktien, basierend auf Marktkapitalisierungen über 2 Milliarden US-Dollar, einem durchschnittlichen 14-Tages-Volumen über 5 Millionen und einem Free Float über 5 Millionen.
Reise- und Automobilsektor unter Druck
Leerverkäufer konzentrieren sich verstärkt auf Namen aus dem Reise- und Automobilsektor. Der Hotelfranchisegeber Choice Hotels und der Autovermieter Avis Budget weisen beide ein Short Interest von deutlich über 50 % des Free Floats auf. Ein solches Niveau zieht oft Trader an, die bei einer Trendwende auf einen Short Squeeze spekulieren.
Die Beteiligung von Lucid und Hertz Global Holdings (NASDAQ:HTZ) fügt den bärischen Wetten eine Elektrofahrzeug- und Mietflotten-Perspektive hinzu. Dies deutet auf Skepsis hinsichtlich der Nachfragestärke und des Kapitalbedarfs im weiterhin unbeständigen Zyklus der EV-Adoption hin.
Avis Budget Group: Ein Rekordhoch der Leerverkäufe
Das von Ortex gemeldete Short Interest bei der Avis Budget Group ist in dieser Woche weiter stark angestiegen, von 67,7 % auf ein neues Rekordhoch von 86,9 %. Gleichzeitig sank die Days-to-Cover-Ratio von 10,7 auf 8,2, hauptsächlich aufgrund eines Anstiegs des Handelsvolumens. Die Aktie von Avis Budget stieg in dieser Woche um weitere 56 % und hat sich innerhalb von nur drei Wochen im Preis verdreifacht.
Die schnellen Kursgewinne wurden vor zwei Wochen auf eine erhöhte Nachfrage an den Mietwagenschaltern aufgrund einer teilweisen US-Regierungsstilllegung zurückgeführt. Die Spannung zwischen den Momentum-Käufern und den Leerverkäufern, die auf einen unvermeidlichen Rückgang wetten, hat sich seitdem nur noch verstärkt. Trotz einer bewertungsbedingten Herabstufung durch die Deutsche Bank setzte die Aktie ihren Aufwärtstrend fort.
Weitere Hoch-Beta-Werte und Thematische Spiele
Abseits des Reise- und Automobilsektors konzentrieren sich Leerverkäufer auf wachstumsstarke Hoch-Beta-Werte und thematische Spiele. In dieser Gruppe liegt das Short Interest gebündelt über 40 %. Jeder positive Katalysator – wie optimistische Prognosen, sektorweite Rallyes oder Makrodaten, die Rezessionsängste mildern – könnte ein schnelles Eindecken der Positionen erzwingen und starke Short Squeezes auslösen.
Trader werden die nächsten Quartalsberichte und Makro-Schlagzeilen genau beobachten, um abzuschätzen, ob die Bären die Kontrolle behalten oder aus diesen überfüllten Trades herausgedrängt werden. Auch bei der VNET Group stieg das Short Interest laut Ortex im zweiten aufeinanderfolgenden Woche um fünf Prozentpunkte auf 30,7 % – ein neues Rekordhoch. Die Days-to-Cover-Ratio erhöhte sich leicht von 5,6 auf 5,7. Die Aktien des chinesischen Rechenzentrumsanbieters stiegen im viertägigen Zeitraum um etwa 3 %, sind jedoch seit Jahresbeginn unverändert. Bei Vital Farms stieg das Short Interest auf 26,6 %, den höchsten Stand seit Ende Februar, nachdem es vor etwa zwei Wochen bei 21 % lag. Die Aktie des Produzenten von Eiern aus Freilandhaltung stieg im viertägigen Zeitraum um etwa 3 %, ist aber seit Jahresbeginn um 59 % gefallen.