LinkedIn forciert CTV-Werbung: Partnerschaft mit The Trade Desk im Fokus

LinkedIn forciert CTV-Werbung: Partnerschaft mit The Trade Desk im Fokus

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

LinkedIn, die führende Plattform für berufliche Netzwerke, strebt einen deutlich größeren Anteil am Geschäft mit Streaming-TV-Werbung an. In einem strategischen Schritt hat das Unternehmen The Trade Desk als ersten Demand-Side-Platform (DSP)-Partner für Connected TV (CTV)-Anzeigen gewonnen. Diese Kooperation ermöglicht es Werbetreibenden, die umfangreichen Daten von LinkedIn zu nutzen, um ihre Zielgruppe von über einer Milliarde Fachkräften auch beim Fernsehen präzise zu erreichen.

LinkedIn's Strategie im CTV-Werbemarkt

Das professionelle Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, B2B-Marken eine effektive Möglichkeit zu bieten, Entscheidungsträger auf dem großen Bildschirm zu erreichen. Seit 2024 bietet LinkedIn bereits Connected TV-Anzeigen an. Die Partnerschaft mit The Trade Desk soll die Automatisierung dieser Anzeigenkäufe vereinfachen und potenziell einen größeren Kreis von Werbetreibenden ansprechen. Aktuell befindet sich die Zusammenarbeit in einer Testphase mit einer kleinen Gruppe von Marken. LinkedIn arbeitet zudem mit Microsofts Supply-Side-Platform (SSP) Monetize zusammen, um seine CTV-Anzeigen zu platzieren.

Matt Derella, VP von LinkedIn Marketing Solutions, betont die Bedeutung von Video in einer zunehmend von Large Language Models (LLM) geprägten Welt: "Der breitere Trend, den ich höre und beobachte, ist, dass B2B-Marken insbesondere wissen, dass sie entdeckt werden müssen – also bewegen sie sich zu Video."

Die Rolle von The Trade Desk

The Trade Desk ist ein führendes Adtech-Unternehmen, das Werbetreibenden ermöglicht, ihre Anzeigenkäufe zu automatisieren und Zielgruppen über verschiedene Websites, Apps und Plattformen hinweg anzusprechen. Durch die Integration der LinkedIn-Daten können Werbetreibende nun beispielsweise Chief Marketing Officers oder IT-Entscheidungsträger gezielt mit Streaming-TV-Anzeigen erreichen. LinkedIn wählte The Trade Desk aufgrund seiner Position als wichtiger Akteur und Innovator in der Branche.

Die Partnerschaft ist auch für The Trade Desk von Bedeutung. Will Doherty, SVP of Inventory Development bei The Trade Desk, sieht darin ein Signal, dass "das offene Internet größer geworden ist". The Trade Desk positioniert sich als unabhängige Adtech-Plattform, die Werbetreibenden hilft, im "offenen Internet" – dem Ökosystem außerhalb geschlossener Plattformen wie Meta und Google – einzukaufen.

Der wachsende CTV-Markt und LinkedIn's Vorteile

Der Streaming-TV-Markt ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Werbegeschäft. EMARKETER prognostiziert, dass die US-Werbeausgaben für Connected TV in diesem Jahr um 14% auf über 37 Milliarden US-Dollar steigen werden. Für LinkedIn bietet CTV Werbetreibenden die Möglichkeit, wichtige Geschäftsleute auf einem großen Bildschirm mit Ton zu erreichen, was die Markenbekanntheit steigert und Produktfunktionen erklärt. Zudem können diese Nutzer später mit Follow-up-Anzeigen in ihren LinkedIn-Newsfeeds erneut angesprochen werden.

LinkedIn hat sich zu einem mächtigen B2B-Werbe-Ökosystem entwickelt, mit über einer Milliarde Mitgliedern weltweit und 67 Millionen Entscheidungsträgern. LinkedIn Ads steigern die Kaufabsicht um 33% im Vergleich zu anderen Plattformen, und B2B-Marketer verzeichnen doppelt so hohe Konversionsraten. 40% der B2B-Marketer identifizieren LinkedIn als ihren effektivsten Kanal für hochwertige Leads. Die Plattform ermöglicht präzises Targeting nach Jobtitel, Unternehmensgröße, Branche, Fähigkeiten und Hierarchieebene.

LinkedIn Video 2026: Entwicklung und Messung

Video auf LinkedIn hat sich zu einem eigenständigen Inhaltsformat entwickelt, das sich durch spezifische Merkmale auszeichnet: prägnante Hooks, klare Botschaften und ein starker Fokus auf professionellen Nutzen. Videos, die lehren, diagnostizieren oder Prozesse zeigen, erzielen tendenziell bessere Ergebnisse als vage "Thought Leadership"-Clips. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs sind die ersten zwei bis drei Sekunden eines Videos entscheidend, und die Bildunterschrift muss auch für stille Betrachter Kontext bieten.

Die Messung des Videoerfolgs hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Führungskräfte erwarten, dass Video zu Leads, Meetings oder Rekrutierungserfolgen beiträgt, nicht nur zu Aufrufen. Wichtige Kennzahlen umfassen:

  • Reach: Die Anzahl der einzelnen Personen, die den Inhalt mindestens einmal gesehen haben.
  • Impressions: Die Gesamtzahl der Anzeigen, einschließlich wiederholter Aufrufe.
  • Engagement Rate: Engagements geteilt durch Impressions oder Reach.
  • CPM: Kosten pro 1.000 Impressions.
  • CPV: Kosten pro View.
  • CPA: Kosten pro Akquisition (Lead, Anmeldung, Demo-Anfrage).

LinkedIn's Werbegeschäft im Überblick

LinkedIn verfügt über ein beachtliches Werbegeschäft. EMARKETER prognostiziert, dass der US-Werbeumsatz von LinkedIn im Jahr 2026 um 8,9% auf 5,3 Milliarden US-Dollar ansteigen wird. WARC Media prognostiziert für den gesamten Werbeumsatz von LinkedIn 8,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 (ein Anstieg von 18,3%), 9,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 (ein Anstieg von 18,5%) und 11,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 (ein Anstieg von 16,2%). Damit übertrifft LinkedIn andere mittelgroße Plattformen wie Snapchat, Pinterest und Reddit.

Geschäfts- und Industriesektoren machen den größten Teil der Werbeausgaben auf LinkedIn aus, gefolgt von Technologie und Elektronik sowie Regierungs- und Non-Profit-Organisationen. Generative KI-Unternehmen sind besonders aktive Werbetreibende und weisen 12% ihres gesamten digitalen Werbebudgets LinkedIn zu, verglichen mit einem Durchschnitt von 3% in anderen Kategorien. LinkedIn-Nutzer sind zudem die am schnellsten wachsende Social-Media-Gruppe, die KI-Tools nutzt, wobei 41% die Verwendung von ChatGPT angeben. Die Zielgruppe von LinkedIn hat eine doppelt so hohe Kaufkraft wie das durchschnittliche Web-Publikum, mit 10 Millionen C-Level-Entscheidungsträgern.

Herausforderungen und Chancen für The Trade Desk

Die Partnerschaft mit LinkedIn kommt für The Trade Desk zu einer turbulenten Zeit. Die Aktien des Unternehmens sind im letzten Jahr um über 50% gefallen, und es sieht sich einem erhöhten Wettbewerb sowie Störungen durch den Aufstieg der KI und Amazons Bemühungen im DSP-Bereich gegenüber. Die französische Werbeagentur Publicis Groupe hat kürzlich angekündigt, The Trade Desk ihren Kunden nicht mehr zu empfehlen, was The Trade Desk jedoch als falsch zurückweist. Die Zusammenarbeit mit LinkedIn könnte The Trade Desk einen wichtigen Schub verleihen und seine Position im Markt stärken.

Der breitere Streaming-Markt: Konsolidierung und Wettbewerb

Die TV-Landschaft befindet sich in einem ständigen Wandel, geprägt von Fragmentierung und Konsolidierung. Ein Beispiel hierfür ist die Übernahme von Warner Bros durch Paramount für 111 Milliarden US-Dollar, die eine Vielzahl von Streaming-Diensten und Kanälen unter einem Dach vereint. Diese Fusion soll bis zu 200 Millionen Abonnenten weltweit bedienen und Werbetreibenden einen massiven, vereinheitlichten Zugang zu Zielgruppen ermöglichen.

Im Vergleich der Abonnentenzahlen liegt Netflix mit 325 Millionen Abonnenten Ende 2025 weiterhin an der Spitze. Amazon folgt mit 220 Millionen Abonnenten, während Disney+ Ende 2025 fast 132 Millionen Abonnenten erreichte. YouTube ist bei Long-Form Video Streaming führend und übertraf im letzten Jahr in den USA erstmals die TV-Zuschauerzahlen auf mobilen Geräten. Die Konsolidierung im Streaming-Markt könnte für Werbetreibende eine vereinfachte Medienplanung und einheitliche Berichterstattung bedeuten, aber potenziell auch höhere Preise durch verringerten Wettbewerb.

Erwähnte Persönlichkeiten