
Louvre erhöht Eintrittspreise für Nicht-EU-Bürger zur Finanzierung der Modernisierung
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Das Pariser Louvre-Museum wird ab Januar die Eintrittspreise für Nicht-EU-Besucher von 22 auf 32 Euro anheben. Diese Maßnahme soll die Finanzierung einer umfassenden Gebäudesanierung unterstützen, deren Dringlichkeit durch den Juwelenraub vom 19. Oktober deutlich wurde. Ähnliche Schritte werden auch von anderen großen Kulturstätten in Frankreich, wie dem Schloss Versailles, in Betracht gezogen, um zusätzliche Mittel für kostspielige Wartungs- und Renovierungsarbeiten zu generlangen.
Louvre erhöht Eintrittspreise für Nicht-EU-Bürger
Ab dem 14. Januar müssen Staatsangehörige von Ländern außerhalb der Europäischen Union 10 Euro mehr für den Eintritt in den Louvre zahlen. Die Erhöhung von 22 auf 32 Euro wurde am Donnerstag vom Aufsichtsrat des Louvre genehmigt. Ausgenommen von der Preisanpassung sind Bürger aus Island, Liechtenstein und Norwegen, da diese Länder das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum unterzeichnet haben.
Im Jahr 2024 verzeichnete der Louvre 8,7 Millionen Besucher, wovon 77 % Ausländer waren. Zu den am stärksten betroffenen Nationalitäten gehören Besucher aus den USA (13 %), China (6 %) und Großbritannien (5 %).
Hintergrund: Modernisierung und Sicherheitsmängel
Die Preisanpassung ist Teil eines zehnjährigen Plans zur Modernisierung des Museums. Sicherheitslücken, die den Diebstahl von Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro ermöglichten, haben die Dringlichkeit der Situation unterstrichen. Am Freitag wurden gegen einen Verdächtigen des Louvre-Raubes vorläufige Anklagen wegen Diebstahls durch eine organisierte Bande und krimineller Verschwörung erhoben, womit alle vier mutmaßlichen Mitglieder des Teams, die beim Diebstahl der Juwelen auf Kamera festgehalten wurden, in Haft sind.
Louvre-Direktorin Laurence des Cars hatte Anfang des Monats angekündigt, dass nach dem Raub mehr als 20 Notfallmaßnahmen umgesetzt werden. Sie betonte, dass die letzte umfassende Überholung des Louvre in den 1980er Jahren technisch überholt sei. Die Kosten für den sogenannten „Louvre New Renaissance“-Plan werden auf bis zu 800 Millionen Euro geschätzt. Ziel ist es, die Infrastruktur zu modernisieren, die Besucherströme zu entzerren und der berühmten Mona Lisa bis 2031 eine eigene Galerie zu widmen.
Weitere Kulturstätten in Frankreich ziehen nach
Die neue Politik, die von der konservativen Kulturministerin Rachida Dati befürwortet wird, könnte auf weitere große Kulturstätten in Frankreich ausgeweitet werden. Das Schloss Versailles erwägt eine Erhöhung um 3 Euro für Nicht-EU-Besucher.
Das Château de Chambord, eines der markantesten Schlösser im Loire-Tal, hat bereits eine Erhöhung um 10 Euro beschlossen, wodurch der Eintrittspreis für Nicht-EU-Bürger, die etwa 10 % der Besucher ausmachen, auf 30 Euro steigt. Direktor Pierre Dubreuil erklärte gegenüber dem lokalen Radiosender Ici Orléans, dass die Einnahmen dringend benötigte Arbeiten zur Rettung des zerfallenden königlichen Flügels von Franz I. aus dem 16. Jahrhundert finanzieren sollen, deren Kosten auf 37 Millionen Euro geschätzt werden. Dubreuil merkte an: „Australier, Neuseeländer, Amerikaner, wenn sie Chambord besuchen, ist das manchmal einmal im Leben. 20 oder 30 Euro zu zahlen, ändert nichts.“
Ein globaler Trend: Höhere Gebühren für internationale Touristen
Zusätzliche Gebühren für internationale Besucher sind in vielen Ländern weltweit nicht ungewöhnlich. Oft werden sie durch die Notwendigkeit getrieben, Einnahmen zu steigern, um die Kosten für den Erhalt von Kulturerbestätten zu decken.
- USA: Der National Park Service hat angekündigt, Millionen von internationalen Touristen, die US-Parks besuchen, zusätzlich 100 US-Dollar für den Eintritt in einige der beliebtesten Stätten wie Yellowstone und Grand Canyon zu berechnen. Diese „America-first entry fee policies“ kommen zu einer Zeit, in der die Nationalparks mit Personalabbau, Budgetkürzungen und Schäden durch den jüngsten Regierungsstillstand zu kämpfen haben.
- Großbritannien: Die Idee höherer Preise für Touristen wurde diskutiert, aber nicht umgesetzt, da der Eintritt zu den Dauerausstellungen großer Museen und Galerien kostenlos ist. Die britische Regierung kündigte jedoch an, dass britische Städte eine „Touristensteuer“ für Übernachtungsgäste erheben können, ähnlich den Gebühren in Städten wie Paris und New York. Das Geld soll zur Finanzierung von Dienstleistungen und Infrastruktur in den Städten beitragen.
- Afrika: Es ist gängige Praxis, internationalen Besuchern von großen Attraktionen in Afrika deutlich höhere Preise zu berechnen als lokalen oder regionalen Besuchern. Ob es sich um eine Wanderung zu Gorillas oder eine „Big 5“-Safari handelt, internationale Besucher von Wildparks und Museen können damit rechnen, mindestens das Vier- oder Fünffache des Preises für Einheimische zu zahlen. Die so gesammelten Einnahmen tragen sowohl zur lokalen Wirtschaft als auch zum Schutz der Wildtiere bei. Der Krüger-Nationalpark in Südafrika verlangt von Ausländern 35 US-Dollar pro Tag, von südafrikanischen Einwohnern jedoch 8 US-Dollar. Die Masai Mara in Kenia berechnet Ausländern 200 US-Dollar pro Tag, kenianischen Einwohnern hingegen 24 US-Dollar.
Debatte um Effektivität und Fairness
Einige Kritiker argumentieren, dass eine solche Politik kontraproduktiv sein könnte, wenn sie zu einem Rückgang der Besucherzahlen führt. Andere Institutionen sehen darin jedoch eine potenzielle Lösung zur Sicherung des Kulturerbes.