
Lucasfilm-Führungswechsel: Star Wars sucht neuen Glanz unter Filoni/Brennan
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Lucasfilm steht vor einem bedeutenden Führungswechsel: Nach über 13 Jahren tritt Kathleen Kennedy als Präsidentin zurück. Ihre Nachfolge treten Dave Filoni und Lynwen Brennan als Co-Präsidenten an, die vor der anspruchsvollen Aufgabe stehen, das ikonische Star Wars-Franchise neu zu beleben und gleichzeitig die Balance zwischen langjährigen Fans und kommerziellem Erfolg zu finden.
Führungswechsel bei Lucasfilm: Eine neue Ära für Star Wars
Kathleen Kennedy, die von George Lucas persönlich ausgewählte Nachfolgerin, verlässt nach fast 14 Jahren ihren Posten als Präsidentin von Lucasfilm. Ihre Ära, die 2012 begann, war geprägt von einer massiven Expansion des Star Wars-Universums. Nun übernehmen Dave Filoni, bisher Chief Creative Officer, und Lynwen Brennan, bisher General Manager, die gemeinsame Führung des Studios. Sie werden direkt an Alan Bergman, Co-Chairman von Disney Entertainment, berichten.
Kennedys Erbe: Erfolge und Herausforderungen
Unter Kennedys Führung entwickelte sich Star Wars zu einem der wertvollsten Franchises Hollywoods und generierte Milliarden von Dollar für Disney. Dazu gehört der Film "Das Erwachen der Macht" (2015), der bis heute der umsatzstärkste Film in den USA ist. Auch die Präsenz in Disneys Themenparks wurde mit "Star Wars"-Themenländern in Anaheim und Florida ausgebaut.
Dennoch war Kennedys Amtszeit nicht ohne Rückschläge. Seit 2019 wurde kein neuer Star Wars-Kinofilm veröffentlicht, und eine Reihe angekündigter Projekte kam nie über die Planungsphase hinaus. Die Disney+-Serien lieferten zwar Hits wie "The Mandalorian" und "Andor", aber auch Produktionen, die Kritiker und Publikum nicht überzeugen konnten. Brandon Katz von Greenlight Analytics fasste zusammen: "Kathleen Kennedy beaufsichtigte sowohl massive, branchenverändernde Erfolge, für die andere Studios töten würden, als auch Fragen aufwerfende Enttäuschungen." Der Film "Solo: A Star Wars Story" (2018) spielte enttäuschende 392,9 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein.
Die neue Doppelspitze: Filoni und Brennan
Die neue Führung besteht aus einer kreativen und einer geschäftlichen Säule. Dave Filoni, der seinen Titel als Chief Creative Officer behält, wird die kreative Richtung von Lucasfilm verantworten. Er gilt als "Ziehsohn von George Lucas", wie Stephen Kent, Star Wars YouTuber und Buchautor, bemerkte. Filoni ist bekannt für seine Arbeit an "The Mandalorian" und den Animationsserien "The Clone Wars" und genießt hohes Ansehen bei den Star Wars-Fans.
Lynwen Brennan bringt als General Managerin ihre Geschäftskompetenz ein und wird sich auf die geschäftliche Seite konzentrieren. Diese Aufteilung der Verantwortlichkeiten erinnert an das Modell von James Gunn und Peter Safran bei DC Studios. Kathleen Kennedy wird Lucasfilm weiterhin als Produzentin für die kommenden Kinofilme "Star Wars: The Mandalorian and Grogu" (Mai 2026) und "Star Wars: Starfighter" (2027) unterstützen.
Strategische Neuausrichtung: Qualität vor Quantität
Die neue Führung steht vor der Herausforderung, die Marke Star Wars vor einer möglichen "Verwässerung" zu schützen. Scott Mendelson, Box-Office-Analyst bei Puck, rät Lucasfilm, die Anzahl der Star Wars-TV-Shows zu reduzieren. Er verweist auf die Fehler von Marvel, wo eine Flut von Disney+-Serien zu einer "Superhelden-Müdigkeit" führte. Mendelson meint, Disney verstehe, dass bei einigen Franchises "Abwesenheit die Zuneigung wachsen lässt".
Stattdessen sollte Lucasfilm eine schlankere TV-Produktion mit wenigen, aber "Must-See-Event"-Filmen kombinieren. Paul Dergarabedian von Comscore warnt davor, zu sehr kommerziell zu denken, da die "Kommerzialisierung von Star Wars in die Kreativität einsickerte". Die Hauptaufgabe für Filoni und Brennan wird es sein, Wege zu finden, Star Wars frisch und relevant zu halten und gleichzeitig die "sehr lautstarken" Fans zufriedenzustellen.
Die Zukunft der Star Wars-Filme und -Serien
Nach einer langen Wartezeit scheinen die Fans bereit für neue Star Wars-Filme. Die limitierte 20-jährige Jubiläumsveröffentlichung von "Die Rache der Sith" war im letzten Frühjahr ein Erfolg. Der für 2026 geplante Film "The Mandalorian and Grogu" rangiert laut Greenlight Analytics in den Top 10 von 45 kommenden Filmen in wichtigen Metriken wie Bekanntheit, Kinoabsicht und Zahlungsbereitschaft.
Interessanterweise wurde Dave Filonis eigenes Regiedebüt, ein Film, der die verschiedenen Shows des "Mandoverse" wie "The Mandalorian" und "Ahsoka" zusammenführen sollte, vorerst zurückgestellt. Stattdessen liegt der Fokus auf Jon Favreaus "The Mandalorian and Grogu", der im Mai 2026 in die Kinos kommt. Es wird spekuliert, dass der Erfolg dieses Films die zukünftige Richtung von Filonis Projekt beeinflussen könnte.
Weitere Projekte sind weiterhin in Entwicklung:
- Eine Simon Kinberg Filmtrilogie.
- Drehbücher für Donald Glovers Lando-Film und Taika Waititis kommenden Film wurden eingereicht.
- Es gab keine Updates zum Rey-Sequel-Film.
- James Mangolds Gerüchte über den "Dawn of the Jedi"-Film sind laut Kennedy "definitiv bahnbrechend und... auf Eis gelegt".
Shawn Robbins von Fandango ist optimistisch, dass Filoni Star Wars "einer neuen Generation von Fans näherbringen kann, damit sie es loben, diskutieren und oft beides tun können." Lucas Lozano, ein Star Wars-Fan, fasst die Herausforderung zusammen: "Es wird immer Flops und Missgeschicke geben. Solange die Hits sie wettmachen, kann man dem nichts entgegensetzen."