
Lucid Group Aktie: Warum Anleger Alternativen im EV-Sektor prüfen sollten
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Die Lucid Group Aktie hat in jüngster Zeit eine deutliche Underperformance gezeigt, geprägt von anhaltenden Verlusten und einer hohen Abhängigkeit von Kapitalerhöhungen. Während das Unternehmen mit seinen Luxus-Elektrofahrzeugen punktet, stellen die finanziellen Kennzahlen Anleger vor Herausforderungen. Es lohnt sich, den Blick auf andere Akteure im Mobilitäts- und EV-Sektor zu richten, die möglicherweise ein attraktiveres Risiko-Rendite-Profil bieten.
Lucid Group: Eine Analyse der Underperformance
Die Lucid Group (NASDAQ: LCID) Aktie hat seit Jahresbeginn 2025 über 60% an Wert verloren und bleibt damit ein schwacher Performer. Zum Vergleich: Ein Exchange Traded Fund (ETF), der den S&P 500 Index abbildet, verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Anstieg von etwa 13%. Langfristig betrachtet war Lucid eine äußerst enttäuschende Investition. Seit dem Börsengang über eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC) vor rund fünf Jahren, als die Aktie splitbereinigt bis zu 580,50 US-Dollar erreichte, hat sie über 98% ihres Wertes eingebüßt.
Hohe Qualität trifft auf finanzielle Herausforderungen
Obwohl Lucid weiterhin seine Produktions- und Verkaufskapazitäten ausbaut und für seine hochwertigen SUVs und Limousinen von Top-Rezensenten gelobt wird, bleibt der Cash-Burn sehr hoch. Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz zwar um über 68% gegenüber dem Vorjahr auf 336,6 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig explodierte der operative Cash-Burn um 63,5% auf 756,6 Millionen US-Dollar, und der Nettoverlust überstieg in diesem Zeitraum 1 Milliarde US-Dollar.
Um diese Verluste zu decken, ist Lucid weiterhin auf den Verkauf neuer Aktien und Wandelanleihen angewiesen. Diese werden größtenteils von seinem Mehrheitsaktionär, dem Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens, gezeichnet. Die daraus resultierende Verwässerung der Anteile ist ein wesentlicher Faktor für den langfristigen Kursverfall der Aktie und könnte bei anhaltendem Cash-Burn zu einer weiteren Erosion des Aktienkurses führen. Eine Partnerschaft mit Uber Technologies wurde Anfang des Jahres bekannt gegeben, bei der Lucid über sechs Jahre mindestens 20.000 Fahrzeuge für Ubers Robotaxi-Flotte bereitstellen wird. Dies soll den Umsatz ankurbeln und die Markenbekanntheit stärken.
Alternativen im Fokus: Uber als Mobilitäts-Player
Für Anleger, die ein Engagement im Zukunftsmarkt der Mobilität suchen, könnte Uber Technologies (NYSE: UBER) eine attraktivere Option darstellen. Während Lucid im letzten Jahr starke Kursrückgänge verzeichnete, stieg der Aktienkurs von Uber um etwa 22%. Trotz der sehr unterschiedlichen Bewertungsentwicklungen der beiden Unternehmen in den letzten zwölf Monaten erscheint Uber auf fundamentaler Basis deutlich stärker.
Uber wird derzeit mit dem 14-fachen der erwarteten zukünftigen Gewinne gehandelt. Das Unternehmen hat gezeigt, dass sein Geschäftsmodell erhebliche Cashflows generieren kann, auch wenn es im Robotaxi-Bereich mit Wettbewerbern wie Tesla und Alphabet konkurriert. Uber könnte zudem in den frühen Phasen der Nutzung von Fortschritten in der selbstfahrenden Technologie stehen.
Rivian: Ein vielversprechender EV-Konkurrent
Ein weiterer interessanter Akteur im EV-Segment ist Rivian Automotive (NASDAQ: RIVN). Rivian plant, seine preisgünstigeren R2 Elektro-SUVs in der ersten Hälfte des nächsten Jahres auf den Markt zu bringen. Dies könnte ein entscheidender Faktor für die Skalierung des Unternehmens sein, insbesondere im Vergleich zu Lucids Gravity SUV, das erst Ende 2026 debütieren soll.
Obwohl Änderungen in der US-amerikanischen EV-Politik zu einer Stagnation der Inlandsverkäufe geführt haben, prognostizieren langfristige Vorhersagen, dass Elektrofahrzeuge weiterhin einen wachsenden Anteil am Fahrzeugmarkt einnehmen werden. Global sind die EV-Verkäufe in diesem Jahr um 21% gestiegen, was das anhaltende Wachstumspotenzial des Sektors unterstreicht.