Marktrallye trotzt Ängsten: Cramers Ausblick auf die Gewinnsaison

Marktrallye trotzt Ängsten: Cramers Ausblick auf die Gewinnsaison

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Der Aktienmarkt hat eine der "bemerkenswertesten" Rallyes erlebt, die Jim Cramer, bekannt von CNBC, je gesehen hat. Die wichtigsten Indizes verzeichneten deutliche Zuwächse, angetrieben durch die scheinbar nachlassenden Spannungen im Nahen Osten. Diese Entwicklung hat viele Anleger überrascht, die sich angesichts geopolitischer Ängste und anderer Warnungen defensiv positioniert hatten.

Bemerkenswerte Marktentwicklung und geopolitische Einflüsse

Der Markt legte in der vergangenen Woche um 4 % zu, wobei der Dow Jones Industrial Average um 869 Punkte oder 1,7 % sprang. Der S&P 500 und der Nasdaq verzeichneten Gewinne von 1,2 % bzw. 1,5 %. Der Nasdaq setzte seine Gewinnserie auf 13 aufeinanderfolgende Sitzungen fort, die längste positive Serie seit 1992. Diese Rallye wurde maßgeblich durch die Nachricht von der Wiedereröffnung der Straße von Hormus während des Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon befeuert, einer kritischen Arterie für den globalen Öltransport.

Jim Cramer betonte die Widerstandsfähigkeit des Marktes, der sich durch nahezu jede Phase des Konflikts mit einer breiten Beteiligung über alle Sektoren hinweg erholt hat. Laut Cramer spiegelten die jüngsten Gewinne einen "Zusammenbruch der Angst" wider, da befürchtete Katastrophen – wie geopolitische Spannungen, Warnungen vor einem Kollaps im Private-Credit-Sektor und "Mag-7"-Todesrufe – nicht eintraten. Der VIX, das sogenannte "Angstbarometer", fiel im Vormonat um 30 % auf 19,12, nachdem er am 27. März auf 31,05 gestiegen war. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Konflikt im Nahen Osten nicht vollständig beendet, da US-Präsident Donald Trump erklärte, die Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen werde in vollem Umfang bestehen bleiben, bis Teheran ein Abkommen mit Washington erzielt.

Die kommende Gewinnsaison: Cramers Fahrplan

Angesichts der anhaltenden Marktdynamik und der verbleibenden geopolitischen Unsicherheiten richtet sich der Blick auf die bevorstehende, dicht gedrängte Berichtswoche. Eine Vielzahl von Unternehmensgewinnen wird darüber entscheiden, ob die Rallye fortgesetzt werden kann.

Montag

  • Alaska Air* legt seine Zahlen vor. Obwohl das Unternehmen normalerweise nicht im Fokus steht, sieht Cramer die Möglichkeit, dass ein Ende des Krieges die Fusionsaktivitäten im gesamten Luftfahrtsektor wiederbeleben könnte, da sich das Umfeld nach dem Konflikt verbessert.

Dienstag

Cramer äußert sich optimistisch zu den Ergebnissen von RTX und ermutigt Anleger, vor dem Bericht "den Dip zu kaufen". Er hob die einzigartige Mischung des Unternehmens aus Stärke im Verteidigungsbereich und Engagement im kommerziellen Luftfahrtsektor hervor. Nach Börsenschluss berichtet United Airlines, wobei Anleger auf Kommentare zu einer möglichen Fusion mit American Airlines achten werden.

Mittwoch

Der Mittwoch wird laut Cramer "pures Dynamit". Boeing und GE Vernova legen ihre Berichte vor und könnten "riesige Bewegungen" auslösen. Boeing stand unter Druck aufgrund von Befürchtungen, dass ein längerer Konflikt die Flugzeugnachfrage belasten könnte; Cramer erwartet jedoch, dass diese Bedenken im Rahmen der Telefonkonferenz angesprochen werden. GE Vernova bleibt ein wichtiger Profiteur der Nachfrage nach Rechenzentrumsenergie, aber Cramer merkte an, dass Anleger auf das Versprechen zukünftiger Aufträge setzen würden.

Das Rechenzentrumsinfrastrukturunternehmen Vertiv, das am Mittwochmorgen berichtet, hat bereits vor den Gewinnen einen massiven Anstieg erlebt. Eine solche Vorlaufphase "lässt mich vorsichtig sein", warnte Cramer. Nach Börsenschluss ist Tesla an der Reihe. Cramer zufolge konzentrieren sich Anleger weit mehr auf Autonomie, Robotik und angrenzende Geschäftsfelder als auf die Kernabsatzzahlen im Automobilbereich. "Wir sind nicht daran interessiert, Tesla als reines Automobilunternehmen zu betempeln", so Cramer.

Donnerstag

Blackstone berichtet, und Cramer sucht nach Klarheit bezüglich des Engagements im Private-Credit-Sektor nach jüngsten Rücknahmebedenken, erwartet aber insgesamt ein solides Update. American Express ist ein weiterer wichtiger Name. Cramer bemerkte, dass die Aktie nach den Gewinnen oft abverkauft wird, bevor sie sich kurz darauf wieder erholt, was sie zu einem potenziellen Kauf bei Schwäche macht.

Er hob auch Lockheed Martin als potenziellen Spitzenreiter hervor und bezeichnete es als "Blockbuster"-Kandidaten angesichts der starken staatlichen Nachfrage und der anhaltenden Stärke im Verteidigungsbereich. "Es ist hier ein Kauf, auch wenn es keinen Krieg mehr gibt", so Cramer. Der vielleicht "wichtigste Bericht der Woche", so Cramer, kommt nach Börsenschluss von Intel. Cramer lobte CEO Lip-Bu Tan für die Durchführung eines großen Turnarounds, warnte jedoch, dass die Aktie selbst nach starken Ergebnissen eine verhaltene Reaktion zeigen könnte.

Freitag

Procter & Gamble berichtet, wobei Cramer ein schwaches Quartal erwartet, die Aktie aber dennoch als attraktiven defensiven Hedge und einen der günstigsten Konsumgüterwerte seit Jahren betrachtet.

Cramers Anlagestrategie und Offenlegung

Jim Cramers Charitable Trust, das Portfolio des CNBC Investing Club, hält Anteile an Boeing, GE Vernova und Procter & Gamble. Cramer gab an, dass sein Charitable Trust in die überkaufte Rallye hinein verkauft und keine neuen Positionen hinzugefügt hat, was darauf hindeutet, dass er das aktuelle Niveau eher als Zeitpunkt zum Trimmen denn zum Nachkaufen betrachtet. Die Rallye wurde auch von Schwergewichten wie Nvidia und Amazon angeführt, die mit beeindruckenden Quartalszahlen und Wachstum im Data Center- bzw. AWS-Bereich überzeugten.

Erwähnte Persönlichkeiten