
Massiver Wintersturm legt US-Flugverkehr lahm: Tausende Ausfälle erwartet
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Ein bevorstehender, weitreichender Wintersturm droht, den Flugverkehr in den Vereinigten Staaten erheblich zu beeinträchtigen. Prognosen zufolge wird der Sturm schwere Schneefälle, Eisregen und gefährliches Glatteis über zwei Dutzend Bundesstaaten bringen, begleitet von Temperaturen, die seit fünf Jahren nicht mehr erreicht wurden. Fluggesellschaften haben bereits Kulanzregelungen erlassen und präventive Flugstreichungen angekündigt, um die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten.
Umfangreiche Störungen im Flugverkehr erwartet
Der Wintersturm, von The Weather Channel als "Wintersturm Fern" bezeichnet, wird voraussichtlich ab Freitag weite Teile des Landes erfassen und bis Montag anhalten. AccuWeather prognostiziert "Tausende von Flugausfällen am Samstag, Sonntag und Montag". Die Reisebuchungs-App Hopper schätzt, dass bis zu 15.000 Flüge aufgrund des Sturms verspätet sein könnten. Die Auswirkungen könnten bis zu 230 Millionen Menschen in den USA betreffen.
Bereits am Donnerstagabend wurden über 1.400 Flüge für Freitag und Samstag präventiv gestrichen, darunter mehr als 350 für Freitag und über 1.065 für Samstag. Diese Zahl wird voraussichtlich noch steigen. Die Mischung aus Eis, Schnee und starken Winden könnte den Flughafenbetrieb verlangsamen, zu Verspätungen und Annullierungen führen und Umbuchungen erschweren.
Fluggesellschaften reagieren mit Kulanzregelungen
Als Reaktion auf die Wetterwarnungen haben die großen US-Fluggesellschaften umfassende Kulanzregelungen (Travel Waivers) eingeführt, die es Kunden ermöglichen, ihre Reisepläne ohne zusätzliche Gebühren zu ändern:
- Delta Air Lines hat Flüge an ausgewählten Flughäfen in Texas, Oklahoma, Arkansas, Louisiana und Tennessee gestrichen und bietet Kunden mit bestehenden Buchungen Flexibilität ohne Gebühren. Betroffene Kunden werden automatisch auf die nächstbeste Reiseroute umgebucht. Die Regelung gilt für Reisen von Freitag bis Sonntag in Texas, dem Südosten und Nordosten, einschließlich des Drehkreuzes in Atlanta, mit Umbuchungsmöglichkeiten bis zum 28. Januar.
- Southwest Airlines erwartet Störungen im Süden und Osten und bietet Kunden die Möglichkeit, innerhalb eines zweiwöchigen Zeitfensters umzubuchen oder auf Standby zu reisen. Die Kulanzregelung deckt 26 Flughäfen im Süden und Mittleren Atlantik ab.
- American Airlines bietet ähnliche Flexibilität für wichtige Drehkreuze wie Dallas-Fort Worth und Charlotte. Die Regelung umfasst 34 US-Flughäfen, wenn Tickets vor dem 19. Januar gekauft wurden und Flüge zwischen dem 23. und 25. Januar geplant sind.
- United Airlines hat eine Kulanzregelung für weite Teile des Mittleren Atlantiks, des Nordostens sowie Teile der Carolinas und des Ohio Valley erlassen, einschließlich der Operationen in Newark und im Großraum Washington. Die Regelung betrifft 26 Flughäfen im Süden der USA.
- JetBlue hat eine Kulanzregelung für den Nordosten, einschließlich der Flughäfen in New York und Boston, herausgegeben und verzichtet auf Umbuchungs- und Stornierungsgebühren für Reisen zu und von 11 bis 12 Städten.
- Frontier Airlines bietet Reisenden eine Rückerstattung an, wenn Flüge annulliert oder um mehr als drei Stunden (Inland) bzw. sechs Stunden (international) verspätet sind.
- Spirit Airlines verzichtet auf Änderungsgebühren und Tarifdifferenzen für Reisen zwischen Freitag und Sonntag in 13 Städten.
Einige Reisende bereiten sich zusätzlich vor: Hopper Technology Solutions (HTS) verzeichnete einen Anstieg von 17 % bei der Buchung ihrer "Disruption Assistance"-Police für dieses Wochenende. Diese Police, die etwa 10 % der Reisekosten beträgt, ermöglicht es Kunden, auf den nächsten verfügbaren Flug umzubuchen, unabhängig von der Fluggesellschaft.
Auswirkungen auf große Drehkreuze und Reisende
Die größten Flughäfen des Landes stehen vor potenziell schweren Störungen bis Montag. Dazu gehören der verkehrsreichste Flughafen der Welt in Atlanta (ATL), ein wichtiges Drehkreuz von Delta Air Lines, sowie der zweitverkehrsreichste Flughafen Dallas Fort Worth International Airport (DFW), ein Hauptdrehkreuz von American Airlines. Auch große Drehkreuze in New York, Charlotte, Washington, Philadelphia und Boston werden voraussichtlich von wetterbedingten Flugausfällen betroffen sein.
Die Auswirkungen des Sturms könnten sich wellenartig im ganzen Land ausbreiten, selbst an Orten weit entfernt vom Sturmgeschehen, wie den Drehkreuzen an der Westküste, in Denver, Chicago und Minneapolis. Jonathan Porter, Chefmeteorologe bei AccuWeather, warnt: "Tausende von Flugausfällen sind landesweit möglich, da Schnee und Eis große Flughäfen betreffen, wobei sich Verspätungen und Ausfälle wahrscheinlich im ganzen Land ausbreiten werden."
Vorbereitungen und Reisetipps
Fluggesellschaften fordern Reisende dringend auf, ihren Flugstatus genau zu überwachen und mobile Apps sowie Airline-Websites für die schnellsten Umbuchungsoptionen zu nutzen. Das National Weather Service (NWS) prognostiziert "lebensbedrohliche Kaltluft" im östlichen Zwei-Drittel des Landes, mit böigen Winden, die Bäume und Stromleitungen umstürzen und langanhaltende Stromausfälle verursachen könnten. Windchill-Werte könnten in den nördlichen Plains unter -50 Grad Celsius fallen und bis in den Mittleren Atlantik und die südlichen Plains reichen.
Reisende, die zwischen Freitag und Sonntag fliegen, sollten mit Flugverspätungen und -ausfällen rechnen, auch wenn sie nicht direkt durch die vom Sturm betroffenen Gebiete reisen. Flüge am späten Nachmittag sind statistisch anfälliger für Störungen, da sich morgendliche Verspätungen und Ausfälle im Laufe des Tages zu einem Rückstau entwickeln können. Es wird empfohlen, frühzeitig nach alternativen Reisemöglichkeiten zu suchen und die Flexibilität der Kulanzregelungen zu nutzen.