
Mastercard: Ist die Aktie so günstig wie seit 2022 nicht mehr?
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Mastercard, ein globaler Zahlungsdienstleister, notiert derzeit zu einer Bewertung, die zuletzt Ende 2022 zu sehen war. Trotz starker Fundamentaldaten und strategischer Fortschritte hat die jüngste Marktschwäche die Aktie unter Druck gesetzt, was eine potenzielle Gelegenheit für Anleger darstellen könnte.
Bewertung im historischen Kontext
Die Mastercard-Aktie (NYSE:MA) wird aktuell zu einem nachlaufenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E) von 31.6 gehandelt, dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Dieser Wert liegt leicht über dem Tiefpunkt von etwa 25x, der vor einigen Wochen erreicht wurde, und rund 30% unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 32.8. Während der Aktienkurs in diesem Zeitraum deutlich gestiegen ist, übertraf das Gewinnwachstum die Kursentwicklung.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) von Mastercard hat sich von 6.43 US-Dollar im Jahr 2020 auf 17.01 US-Dollar im Jahr 2025 mehr als verdoppelt, während die Aktie im gleichen Zeitraum um 76% zulegte. Mastercard wird derzeit zu ähnlichen Multiples wie Visa (V) gehandelt, obwohl Mastercard ein prognostiziertes dreijähriges EPS-Wachstum von 17% gegenüber Visas 12.65% aufweist. Zudem übertrifft Mastercards Return on Invested Capital (ROIC) von 56.14% deutlich Visas 35.28%.
Starke Fundamentaldaten und Margenexpansion
Mastercard zeigt weiterhin robuste finanzielle Kennzahlen. Die Free-Cash-Flow-Margen erreichten im letzten Jahr 51.58%, eine Steigerung gegenüber dem Bereich von 42% bis 46% zwischen 2018 und 2023. Die Bruttogewinnmarge lag bei 83.43%, was über den Fünf- und Zehnjahresdurchschnitten liegt.
Die operativen Margen des Unternehmens liegen über 59%, was das asset-leichte Geschäftsmodell und die globale Netzwerkgröße widerspiegelt. Der Umsatz erreichte 2025 fast 33 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von etwa 16.4% gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum wird durch grenzüberschreitende Zahlungen, das Transaktionsvolumen und Mehrwertdienste wie Datenanalyse und Betrugsprävention angetrieben.
Das Nettoeinkommen nähert sich 15 Milliarden US-Dollar, und die Free-Cash-Flow-Margen liegen über 50%. Besonders hervorzuheben ist das Umsatzwachstum der wertschöpfenden Dienstleistungen, das im vierten Quartal 2025 bei 22% lag. Diese Dienstleistungen machen mittlerweile etwa 40% des Gesamtumsatzes aus und wachsen schneller als das Kerngeschäftsfeld.
Attraktives Dividendenwachstum
Die aktuelle Dividendenrendite von Mastercard liegt bei 0.62%, was auf den ersten Blick bescheiden erscheinen mag. Die Dividendenentwicklung über das letzte Jahrzehnt erzählt jedoch eine andere Geschichte: Das Unternehmen hat seine Dividende um durchschnittlich 15.28% pro Jahr erhöht.
Die jährliche Ausschüttung stieg von etwa 0.55 US-Dollar pro Aktie auf 3.15 US-Dollar, was einer mehr als fünffachen Steigerung entspricht. Die Free-Cash-Flow-Ausschüttungsquote ist unterdessen auf 16.3% gesunken, von etwa 20% in den Jahren 2015-2016. Dies lässt ausreichend Spielraum für weitere Dividendenerhöhungen oder Aktienrückkäufe.
Strategische Weichenstellungen und Partnerschaften
Mastercard hat mehrere strategische Schritte unternommen, die das zukünftige Wachstum untermauern sollen. Die Übernahme von BVNK für bis zu 1.8 Milliarden US-Dollar zielt darauf ab, traditionelle Zahlungsschienen mit Blockchain-basierten Systemen zu verbinden und den Vorstoß in Stablecoins und digitale Vermögensinfrastrukturen zu vertiefen. Die BVNK-Akquisition fügt eine Stablecoin-Zahlungsinfrastruktur hinzu, die über 130 Länder abdeckt.
Gleichzeitig gibt es Berichte, dass Mastercard den Verkauf seiner 2019 von Nets erworbenen Echtzeit-Zahlungseinheit prüft, was auf eine Verschiebung der Kapitalallokationsprioritäten hindeuten könnte. Eine Cybersicherheits-Kooperation mit Recorded Future wurde ebenfalls eingegangen. Ein wichtiger Erfolg war die Verlängerung der Partnerschaft mit Capital One für Kreditkarten, wodurch ein großer Teil der neu akquirierten Kreditkonten im Netzwerk verbleibt – ein Punkt, der zuvor eine Quelle der Anlegerunsicherheit war. Das Commercial Card GDV wuchs 2025 um 11%, und das Transaktionswachstum von Mastercard Move übertraf 35%.
Analystenprognosen und Kursziele
Die Mastercard-Aktie ist im Jahr 2026 bisher um etwa 14% gefallen, obwohl das zugrunde liegende Geschäft weiter beschleunigt. In der letzten Woche fiel der Kurs um 3.3% auf rund 484 US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie liegt zwischen 465 und 602 US-Dollar, wobei der aktuelle Kurs bei 520 US-Dollar liegt.
Ein Bewertungsmodell prognostiziert ein Kursziel von 742 US-Dollar, was ein impliziertes Aufwärtspotenzial von 53.2% über 2.8 Jahre bedeutet. Basierend auf Annahmen wie einem Umsatzwachstum (CAGR) von 12.5%, operativen Margen von 60% und einem Exit P/E-Multiple von 24.7x, schätzt das Modell ein Kursziel von 741.69 US-Dollar, was einer annualisierten Rendite von 16.7% über die nächsten 2.8 Jahre entspricht.
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten (Street Mean Target) liegt bei 655 US-Dollar, das höchste Ziel bei 735 US-Dollar. Ein TIKR-Modellziel für Dezember 2030 liegt sogar bei 952 US-Dollar. CEO Michael Miebach bezeichnete 2025 als "ein weiteres sehr starkes Jahr". Die normalisierten EPS erreichten 2025 17 US-Dollar, und Konsensschätzungen deuten auf etwa 20 US-Dollar im Jahr 2026 und 23 US-Dollar im Jahr 2027 hin, was einem Wachstum von etwa 15% bzw. 16% entspricht. Von 38 Analysten, die MA abdecken, bewerten 35 die Aktie mit "Kaufen" oder "Outperform", 3 mit "Halten" und keine mit "Verkaufen".