
Masters: Wenn Augusta zum globalen Privatjet-Hotspot wird
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Das Masters Golfturnier zieht nicht nur die Elite des Golfsports an, sondern verwandelt auch den kleinen Augusta Regional Airport in ein globales Drehkreuz für Privatjets. Jedes Jahr pilgern Hunderte von Luxusflugzeugen zu diesem Event, das für Milliardäre und hochvermögende Personen gleichermaßen ein sportliches Highlight und ein wichtiges soziales Ereignis darstellt.
Augusta Regional Airport: Ein temporäres Drehkreuz des Luxus
Der Augusta Regional Airport (AGS), auch bekannt als Bush Field, liegt etwa 11 bis 12 Meilen vom Augusta National Golf Club entfernt. Normalerweise ist er ein kleiner Regionalflughafen, der pro Woche nur wenige Tausend Passagiere abfertigt und im Jahr 2022 lediglich zwei Fluggesellschaften zu vier Städten bediente. Doch während der Masters-Woche verwandelt sich AGS in einen der verkehrsreichsten Privatjet-Hubs der Welt.
Am Donnerstag des Turniers trafen fast 300 Flugzeuge ein, was etwa dem Fünffachen des üblichen kombinierten Ankunfts- und Abflugvolumens entspricht, so Daten von FlightAware. Für die gesamte Woche werden über 2.100 Privatjets erwartet, die in Augusta und umliegenden Flughäfen wie Aiken Regional und Thomson-McDuffie Regional landen. Herbert Judon Jr., Executive Director von AGS, bezeichnete das diesjährige Turnier als das "größte bisher" in Bezug auf den Privatjet-Verkehr und betonte, dass es "jedes Jahr wächst".
Um den Ansturm zu bewältigen, bereitet sich der Flughafen intensiv vor. Dies umfasst die Einstellung von zusätzlichem Personal, die Erhöhung der Anzahl von Tankwagen und die Erweiterung der Flugzeugparkflächen. Eine Landebahn wird sogar exklusiv für das Parken von Privatjets genutzt. Lauren Smith, Assistant Director of Marketing and Public Relations von AGS, beschrieb die Situation im Vorfeld des letzten Turniers als "organisiertes Chaos". Der Flughafen bietet zudem spezielle Services für Masters-Flüge an, darunter Catering-Optionen, Hoteltransfers und Autoservices.
Das Masters als Bühne für die Privatjet-Branche
Das Masters ist neben dem Super Bowl und Formel-1-Rennen eines der wichtigsten Events des Jahres für Privatjet-Betreiber. Unternehmen wie NetJets, VistaJet und Wheels Up nutzen das Golfturnier intensiv, um ihre wohlhabende Klientel zu betreuen und neue Kunden zu gewinnen. Die Planung für diese aufwendige Logistik beginnt fast unmittelbar nach dem Ende des vorherigen Turniers.
NetJets veranstaltet eine jährliche Party mit A-List-Unterhaltung. Wheels Up, das im letzten Jahr über 150 Flüge zum und vom Turnier buchte, betreibt ein Clubhaus für seine Mitglieder. Dort nehmen Golfpersönlichkeiten Live-Podcasts auf, und ein Modeillustrator fängt die Outfits der Gäste ein. George Mattson, CEO von Wheels Up, bezeichnet das Masters als ihr "Signature Event" und einen "Gathering Place" für Kunden und Partner.
VistaJet mietet ein privates Haus in der Nähe und bietet seinen Mitgliedern ein exklusives Programm. Dazu gehören Abendessen, Live-Unterhaltung und Besuche von Golf-Insidern. Matteo Atti, Chief Marketing Officer von Vista Global, der Muttergesellschaft von VistaJet, sagte im letzten Jahr über die Mitgliedervorteile seines Unternehmens: "Wir geben ihnen etwas, das sie nie wieder loswerden wollen." Nicole Swickle, VP of Marketing bei Jet Linx, bemerkt, dass die Anreise der Gäste "jedes Jahr früher und früher" beginnt.
Exklusivität und Kontraste: Das Masters-Erlebnis
Das Masters ist ein Premier-Event im sozialen Kalender der Milliardäre. In vergangenen Jahren reisten Persönlichkeiten wie Nike CEO Phil Knight und Investor Herbert Allen Jr. mit ihren Privatjets an. Sportjournalist Gene Wojciechowski beschreibt die Szene in Augusta als "Mardi Gras der Privatjet-Feiertage" und ein "Meer von Flugzeugen" auf den Rollwegen.
Die Kosten für das Parken am Augusta Regional Airport liegen zwischen 150 und 4.000 US-Dollar pro Flugzeug und Tag, abhängig von der Größe des Flugzeugs. Hinzu kommt eine Landegebühr von 4,01 US-Dollar pro 1.000 Pfund für Flugzeuge über 12.500 Pfund.
Ein bemerkenswerter Kontrast dazu sind die Ticketpreise und die Verpflegung vor Ort. Offizielle Tickets für das Masters, die über ein Lotteriesystem vergeben werden, sind mit maximal 160 US-Dollar pro Tag relativ günstig, aber extrem schwer zu bekommen. Auf Wiederverkaufsseiten können Pässe jedoch für über 50.000 US-Dollar gehandelt werden, obwohl der Weiterverkauf vom Turnier verboten ist. Im Augusta National Golf Club selbst bleiben die Preise für Speisen und Getränke erstaunlich stabil: Das berühmte Pimento-Käse-Sandwich kostet seit Jahren unverändert 1,50 US-Dollar.