
Matthews International: Q3 2025 – Starke Fortschritte bei Wertschöpfung und Innovation
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Matthews International zeigt im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erste Erfolge seiner Wertschöpfungsstrategie. Trotz eines Umsatzrückgangs durch die SGK-Veräußerung konnte das Unternehmen das bereinigte EBITDA stabil halten und wichtige Fortschritte in seinen Wachstumsbereichen erzielen. Die konsequente Umsetzung des Plans zur Vereinfachung der Unternehmensstruktur und Kostensenkung trägt erste Früchte.
Solide Quartalsergebnisse trotz Portfolio-Anpassungen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 verzeichnete Matthews International einen konsolidierten Umsatz von 349 Millionen US-Dollar, verglichen mit 428 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Dieser Rückgang ist primär auf die Veräußerung des SGK-Geschäfts am 1. Mai 2025 zurückzuführen, die einen Umsatzrückgang von 80,2 Millionen US-Dollar im aktuellen Quartal verursachte.
Der Nettogewinn stieg deutlich auf 15,4 Millionen US-Dollar oder 0,49 US-Dollar pro Aktie, gegenüber 1,8 Millionen US-Dollar oder 0,06 US-Dollar pro Aktie im Vorjahr. Dies reflektiert hauptsächlich einen Gewinn aus der SGK-Veräußerung, der teilweise durch höhere Ertragssteuern und Zinsaufwendungen kompensiert wurde. Das konsolidierte bereinigte EBITDA blieb mit 44,6 Millionen US-Dollar nahezu stabil gegenüber 44,7 Millionen US-Dollar im Vorjahr, was auf Zuwächse in den Segmenten Industrial Technologies und Memorialization sowie niedrigere Unternehmens- und sonstige nicht-operative Kosten zurückzuführen ist. Pro-forma, unter Einbeziehung des 40-prozentigen Anteils an Propelis, hätte das bereinigte EBITDA 51,3 Millionen US-Dollar betragen, was einer Steigerung von 14,6 Prozent entspräche.
Strategische Neuausrichtung und SGK-Veräußerung
Seit dem dritten Quartal des letzten Jahres hat Matthews International einen Wertschöpfungsplan implementiert. Dieser zielt darauf ab, die Unternehmensstruktur zu vereinfachen, Kosten zu senken und das Engagement in wachstumsstärkeren und margenstärkeren Geschäftsbereichen auszubauen. Die Veräußerung von SGK ist ein zentraler Bestandteil dieser Strategie.
Die SGK-Veräußerung wurde am 1. Mai 2025 abgeschlossen. Matthews International hält nun einen 40-prozentigen Anteil an der neu gegründeten Propelis Group. Propelis prognostiziert ein anfängliches jährliches bereinigtes EBITDA von etwa 100 Millionen US-Dollar. Das Managementteam erwartet, bis Jahresende Synergien in Höhe von 10 Millionen US-Dollar und bis Ende des Kalenderjahres 2026 Synergien in Höhe von 40 Millionen US-Dollar zu realisieren. Insgesamt wurden Synergien von 60 Millionen US-Dollar identifiziert, was über den ursprünglichen Erwartungen liegt.
Weitere Schritte zur Vereinfachung der Struktur umfassen den erwarteten Abschluss des Verkaufs der verbleibenden deutschen SGK-Vermögenswerte sowie des europäischen Verpackungsgeschäfts (Rotogravure) vor dem 30. September. Letzteres soll über 30 Millionen US-Dollar an Netto-Cash generieren. Die Überprüfung strategischer Alternativen schreitet ebenfalls voran, und es wird erwartet, dass die Ergebnisse um die Veröffentlichung der November-Ergebnisse bekannt gegeben werden.
Segment Memorialization: Stabilität und Akquisitionen stärken das Fundament
Das Segment Memorialization, das als Fundament des Portfolios gilt, verzeichnete im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 einen leichten Umsatzanstieg auf 203,7 Millionen US-Dollar (Q3 2024: 202,7 Millionen US-Dollar). Das bereinigte EBITDA des Segments stieg auf 42,8 Millionen US-Dollar, verglichen mit 38,7 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus Kosteneinsparungsinitiativen und Preisanpassungen.
Die Akquisition der Dodge Company, die Anfang Mai abgeschlossen wurde, trug etwa 6 Millionen US-Dollar zum Umsatz und rund 1 Million US-Dollar zum EBITDA im aktuellen Quartal bei. Langfristig wird von dieser Transaktion ein jährliches EBITDA von etwa 12 Millionen US-Dollar erwartet. Volumenrückgänge, insbesondere im Granitgeschäft, waren größtenteils auf den Abbau von COVID-bedingten Auftragsrückständen im Geschäftsjahr 2024 zurückzuführen. Die Auswirkungen von Zöllen auf Materialkosten konnten weitgehend durch Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden.
Industrial Technologies: Innovationen treiben Wachstum voran
Das Segment Industrial Technologies verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatzrückgang auf 87,9 Millionen US-Dollar (Q3 2024: 91,7 Millionen US-Dollar), primär bedingt durch das Engineering-Geschäft und den Rechtsstreit mit Tesla. Das bereinigte EBITDA des Segments verbesserte sich jedoch deutlich auf 9 Millionen US-Dollar, verglichen mit 4,2 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg von 4,6 Prozent auf 10,3 Prozent, was auf Kostensenkungsmaßnahmen und höhere Umsätze in der Lagerautomatisierung zurückzuführen ist.
- Lagerautomatisierung (Warehouse Automation): Das Geschäft mit Lagerautomatisierungslösungen zeigte eine Fortsetzung positiver Auftragstrends und einen signifikanten Anstieg des Auftragsbestands, unter anderem durch fortlaufende Aufträge von Lands' End. Die Erholung wird durch ein erneutes Interesse an KI-gesteuerter Automatisierung, prädiktiver Analytik und autonomen Robotern vorangetrieben. Prognosen gehen davon aus, dass der US-E-Commerce von 1,4 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 auf 2,5 Billionen US-Dollar bis 2030 wachsen wird.
- Produktidentifikation (Axiom): Das Unternehmen plant die Einführung seines neuen Druckkopf-Chips "Axiom" im Herbst, zunächst in den USA und EMEA-Märkten. Axiom nutzt eine patentierte Silizium-basierte Druck-Engine mit Einweg-Druckkopftechnologie, die den Kunden etwa 30 Prozent niedrigere Gesamtbetriebskosten und Umweltvorteile bietet. Der adressierbare Gesamtmarkt für Axiom wird auf rund 2 Milliarden US-Dollar geschätzt, insbesondere im Bereich schnelllebiger Konsumgüter. Die Technologie ist ideal positioniert, um von der globalen "Sunrise 2027"-Initiative zu profitieren, die den Übergang von traditionellen 1D- zu fortschrittlicheren 2D-Barcodes bis Ende 2027 vorsieht. Einweg-Druckköpfe eliminieren das Problem des Eintrocknens von Tinte und Verstopfens von Düsen, was die Wartung vereinfacht und Ausfallzeiten reduziert. Zudem erfordert Axiom die Verwendung von Matthews-Tinte, was attraktive Margen und wiederkehrende Einnahmen verspricht.
- Engineering (DBE - Dry Battery Electrodes): Der Rechtsstreit mit Tesla bezüglich der Expertise in der Herstellung von Trockenbatterieelektroden (DBE) dauert an. Ein Schiedsspruch im Februar bestätigte Matthews' Recht, DBE-Lösungen zu verkaufen. Tesla hat kürzlich einen Antrag bei einem US-Bezirksgericht eingereicht, um diesen Schiedsspruch aufzuheben, was jedoch als unwahrscheinlich gilt. Matthews besitzt ein umfangreiches und wertvolles Portfolio an geistigem Eigentum und Know-how im DBE-Bereich, das auf über zwei Jahrzehnten Entwicklung fortschrittlicher Rotationsverarbeitungs- und Kalandriertechnologie basiert. Das Unternehmen verzeichnet ein wachsendes Marktinteresse an seinen Lösungen, mit einer Pipeline von über 150 Millionen US-Dollar an Angeboten. Ein erster Produktionslinienauftrag für einen führenden Hersteller von Festkörperbatterien wurde bereits gewonnen. Zudem arbeitet Matthews an einem bedeutenden Auftrag für eine Batterietrennfolien-Beschichtungslinie für einen US-Kunden, die mit der doppelten Geschwindigkeit von Wettbewerbslinien arbeitet.
Bilanz und Ausblick
Der Schuldenstand von Matthews International sank im Quartal um 120 Millionen US-Dollar auf 702 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2025, hauptsächlich durch die Erlöse aus der SGK-Transaktion. Eine weitere Reduzierung der Schulden wird bis Ende des Geschäftsjahres 2025 erwartet. Im dritten Quartal wurden etwa 386.000 Aktien im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms zu einem Durchschnittspreis von 19,96 US-Dollar pro Aktie erworben. Der Vorstand hat eine Quartalsdividende von 0,25 US-Dollar pro Aktie beschlossen, zahlbar am 25. August 2025.
Die Ende letzten Jahres initiierten Kostensenkungsprogramme, die ursprünglich jährliche Einsparungen von bis zu 50 Millionen US-Dollar prognostizierten, sind auf dem besten Weg, diese Erwartungen zu übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2025 hält Matthews International an seiner Prognose für das bereinigte EBITDA von mindestens 190 Millionen US-Dollar fest, einschließlich des geschätzten 40-prozentigen Anteils am bereinigten EBITDA von Propelis.