
Max Levchin: KI ersetzt schlechte Software, DoorDash bleibt sicher
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Max Levchin, CEO von Affirm und Mitbegründer von PayPal, prognostiziert eine tiefgreifende Veränderung in der Softwarebranche durch Künstliche Intelligenz. Er warnt davor, dass Unternehmen mit minderwertiger Software und ohne proprietäre Daten durch sogenannte "Vibe Coding"-Tools ersetzt werden könnten, während andere, wie Lieferdienste, sicher bleiben.
KI und die Zukunft der Software-Branche
Auf einer kürzlich ausgestrahlten Episode des "Sourcery"-Podcasts äußerte Max Levchin seine Ansicht, dass Unternehmen ohne hochwertige Software am anfälligsten für die Disruption durch "Vibe Coding" sind. Levchin betonte, dass es "längst überfällig ist, schlechte Software loszuwerden." Er argumentiert, dass der Qualitätsanspruch an Software rapide steigt und die Ausrede, schlechte Software zu tolerieren, weil sie eine wichtige Funktion erfüllt und man keine Ingenieure einstellen kann, nicht mehr gültig ist. Unternehmen, die Software ohne proprietäre Daten oder echten Mehrwert entwickeln, könnten demnach ersetzt werden.
Warum einige Unternehmen sicher sind: Das Beispiel DoorDash
Trotz dieser weitreichenden Veränderungen sieht Levchin nicht alle Unternehmen gleichermaßen bedroht. Er bezeichnete die Vorstellung, dass ein Unternehmen wie DoorDash einfach durch ein KI-Codierungstool wie OpenClaw nachgebaut werden könnte, als "die albernste" Idee. Levchin erklärte, dass DoorDash durch seine hervorragende App und die Integration mit zahlreichen Restaurants einen entscheidenden Vorteil besitzt. Er fügte hinzu, dass OpenClaw erst dann eine Bedrohung darstellen würde, wenn es in der Lage wäre, "jedes Restaurant anzurufen und mit dem Besitzer zu verhandeln und die richtige Art von Tablet und Software zu installieren und die Menüs zu extrahieren und all die Dinge, die DoorDash getan hat." Bis dahin sei das Geschäft von DoorDash "ziemlich sicher".
Der Kontext: "Software-Apokalypse" und Tech-Aktien-Sell-off
Levchins Kommentare fallen in eine Zeit intensiver Debatten über die Zukunft der Softwarebranche, die durch einen massiven Ausverkauf von Tech-Aktien, auch als "Software-Apokalypse" bezeichnet, angeheizt wurden. Dieser Sell-off begann Anfang Februar, als besorgte Investoren auf das neue KI-Tool von Anthropic reagierten. Dieses Tool ist in der Lage, eine Reihe von administrativen Aufgaben für Fachleute in der Rechtsbranche zu übernehmen, was Ängste vor einer breiteren Disruption schürte.
Auswirkungen auf etablierte Tech-Giganten
Die Sorge, dass Unternehmen nun mithilfe von KI ihre eigenen Tools entwickeln können, hat bereits spürbare Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Anteile von Firmen wie Salesforce, Snowflake und Microsoft sind in diesem Jahr bisher zwischen 18 % und 38 % gefallen. Dies unterstreicht die Nervosität der Anleger hinsichtlich der langfristigen Geschäftsmodelle etablierter Softwareunternehmen angesichts der rasanten Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz.