Mean Arms zahlt 1,75 Mio. Dollar nach Buffalo-Anschlag: Waffenzubehör-Verbot in New York

Mean Arms zahlt 1,75 Mio. Dollar nach Buffalo-Anschlag: Waffenzubehör-Verbot in New York

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Das Unternehmen Mean Arms, Hersteller eines umstrittenen Waffenzubehörs, hat sich bereit erklärt, 1,75 Millionen US-Dollar an Überlebende und Familien der Opfer des rassistischen Supermarkt-Anschlags von Buffalo zu zahlen. Zudem wird der Verkauf des Geräts, das dem Schützen die Verwendung illegaler Magazine ermöglichte, im Bundesstaat New York dauerhaft eingestellt.

Finanzielle Entschädigung und Verkaufsverbot

Die in Georgia ansässige Firma Mean Arms wird 1,75 Millionen US-Dollar an die Überlebenden und Familien der Opfer des rassistischen Anschlags im Tops Friendly Market in Buffalo im Jahr 2022 zahlen. Dies gab die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James am Mittwoch bekannt. Die Einigung ist das Ergebnis einer von James eingereichten Klage und deckt Ansprüche verschiedener Opferfamilien ab.

Zusätzlich zur finanziellen Entschädigung wird Mean Arms den Verkauf des umstrittenen Waffenzubehörs, des sogenannten "MA Lock", im Bundesstaat New York dauerhaft einstellen. Generalstaatsanwältin James äußerte die Hoffnung, dass diese Maßnahme den Menschen in Buffalo Trost spenden kann, indem der Hersteller zur Rechenschaft gezogen und der Verkauf des Geräts in New York verboten wird. Sie sagte: "Wir hoffen, dass wir durch die Rechenschaftspflicht dieses Herstellers und das Verbot des Verkaufs dieses Geräts im Bundesstaat New York den Menschen in Buffalo ein gewisses Maß an Trost bieten können."

Die Rolle von Mean Arms und dem "MA Lock"

Im Mittelpunkt der Klage gegen Mean Arms stand ein Magazinverschluss, der sogenannte "MA Lock". Dieses Gerät soll eigentlich verhindern, dass Benutzer Hochleistungsmagazine einsetzen, die in New York illegal sind. Laut Generalstaatsanwältin James konnte der Schütze Payton Gendron den Verschluss jedoch problemlos von einem AR-15-ähnlichen Gewehr entfernen und so Hochleistungsmagazine anbringen.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte fest, dass Mean Arms auf der Rückseite der Produktverpackung detaillierte Anweisungen zur Entfernung des Verschlusses bereitstellte. Dies wurde als irreführende Werbung kritisiert, da das Unternehmen das Produkt als gesetzeskonform in New York bewarb, obwohl es leicht manipulierbar war. Die Klage der Generalstaatsanwaltschaft gegen Mean Arms wurde im Mai 2023 eingereicht, nachdem festgestellt wurde, dass das Unternehmen die leichte Abnehmbarkeit des MA Locks bewarb.

Als Ergebnis der Klage wird Mean Arms nicht nur den Verkauf des MA Locks in New York einstellen, sondern auch alle Aussagen entfernen, die die Legalität des MA Locks in New York behaupten. Zudem muss auf allen Verpackungen angegeben werden, dass das Produkt in New York nicht verkauft oder weiterverkauft werden darf, und alle Händler müssen entsprechend informiert werden.

Weitere Verantwortlichkeiten und rechtliche Schritte

Neben der Einigung mit Mean Arms wurden auch separate Vereinbarungen zur Beilegung von Klagen gegen die Familie des Schützen, Payton Gendron, und den Waffenhändler Vintage Firearms LLC erzielt. Die Anwälte der Kläger gaben diese Einigungen ebenfalls am Mittwoch bekannt.

Everytown Law, eine Organisation, die einige Überlebende und Opferangehörige vertrat, teilte mit, dass Vintage Firearms dauerhaft geschlossen wurde. Der Eigentümer hat zugestimmt, in Zukunft keine bundesstaatliche Feuerwaffenlizenz mehr zu beantragen. Die Einigungen mit Gendrons Eltern bleiben vertraulich, wie Eric Tirschwell von Everytown Law bestätigte. Anwälte der Eltern des Schützen und von Vintage Firearms lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Opfer und der Täter

Der rassistisch motivierte Anschlag ereignete sich im Mai 2022 in einem Tops-Supermarkt in einem überwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel von Buffalo. Zehn schwarze Menschen wurden getötet, darunter acht Kunden, ein Wachmann und ein Kirchendiakon. Die Opfer waren zwischen 32 und 86 Jahre alt und umfassten unter anderem Pearl Young, eine 77-jährige Sonntagsschullehrerin, die eine Lebensmittelbank leitete, sowie eine Großmutter von neun Kindern. Pamela Pritchett, deren Mutter Pearl Young getötet wurde, sagte: "Niemand sollte in der Lage sein, in ein Geschäft zu kommen und in zwei Minuten so viel Schaden einer Gemeinschaft, einer Familie, Kindern zuzufügen."

Der weiße Schütze, Payton Gendron, verbüßt eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit der Bewährung, nachdem er sich im November 2022 in mehreren staatlichen Anklagepunkten, darunter Mord, schuldig bekannt hatte. Ein Prozess wegen bundesstaatlicher Hassverbrechen und Waffendelikten wird voraussichtlich dieses Jahr beginnen. Gendron hat sich in diesen Anklagepunkten nicht schuldig bekannt, und das Justizministerium strebt die Todesstrafe an.

Ausblick und Bedeutung des Urteils

Generalstaatsanwältin James betonte in einer Erklärung die Bedeutung der Rechenschaftspflicht: "Das rassistische Massaker im Tops in Buffalo war eine unerträgliche Tragödie. Wir haben 10 wunderschöne Leben durch einen schrecklichen Akt der Gewalt und des Hasses verloren, und kein Geldbetrag kann diese Personen jemals ihren Familien zurückgeben oder die Verwüstung auslöschen, die die Gemeinschaft ertragen musste. Heute bedeutet Gerechtigkeit Rechenschaftspflicht, und wir haben sichergestellt, dass dieses Gerät in unserem Staat niemals wieder verkauft wird."

Die Einigung mit Mean Arms und das Verbot des MA Locks in New York setzen ein klares Zeichen für die Rechenschaftspflicht von Herstellern von Waffenzubehör. Sie unterstreichen die Bemühungen, die Verbreitung von Waffen und Zubehör, die zu Gewalt beitragen können, einzudämmen und die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen.

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